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Lokales Erste größere Demo gegen Mietenwahnsinn
Leipzig Lokales Erste größere Demo gegen Mietenwahnsinn
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19:20 20.04.2018
„Stadt für alle statt für Profite“ – so lautete das Motto der Demo gegen stark steigende Mieten, die Freitagnachmittag auch durch die Grimmaische Straße zog.
„Stadt für alle statt für Profite“ – so lautete das Motto der Demo gegen stark steigende Mieten, die Freitagnachmittag auch durch die Grimmaische Straße zog. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Geschätzt 350 Bürger trafen sich gestern auf dem Augustusplatz, um gegen „Mietenwahnsinn und Verdrängung“ zu demonstrieren. Es war die erste größere Demo gegen steigende Wohnungsmieten in Leipzig seit der Wende. Zu Beginn erklärte der frühere sächsische Grünen-Chef Jürgen Kasek, dass sich das Netzwerk „Leipzig für alle“ als Veranstalter erst vor wenigen Wochen gegründet habe. „Es sei eine Initiative von Betroffenen. Deshalb bitte keine Parteifahnen!“

Gleichwohl waren in dem Zug, der dann durch die City in Richtung Eisenbahnstraße lief, viele Politiker von Linken und Grünen zu sehen. Bei Stopps berichteten Betroffene über schlechte Erfahrungen. So erzählte Stefan Lange, dass alle 18 Haushalte in der Reclamstraße 51 im letzten Jahr eine Verwertungskündigung erhielten. Neue Eigentümer wollten dort sanieren. Seitdem laufe ein Nervenkrieg neben den juristischen Verfahren. Drei Familien – auch eine hochschwangere Mutter mit zwei Kindern – hätten schon aufgegeben und seien ausgezogen. Der Zug hielt vor den Zentralen der Stadtbau AG sowie der kommunalen Wohnungsgesellschaft LWB, um an die soziale Verantwortung der Firmen zu appellieren.

Von Jens Rometsch