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Lokales Erster GPS-Messpunkt in Leipzig eingeweiht
Leipzig Lokales Erster GPS-Messpunkt in Leipzig eingeweiht
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16:41 07.10.2016
Haben den GPS-Messpunkt der Öffentlichkeit übergeben: Matthias Kredt, Ria Liebscher und Dr. Gunter Liebsch (von links).
Haben den GPS-Messpunkt der Öffentlichkeit übergeben: Matthias Kredt, Ria Liebscher und Dr. Gunter Liebsch (von links). Quelle: Matthias Klöppel
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Leipzig

Ab sofort kann jeder in der Leipziger Innenstadt die Genauigkeit seines Navigationsgerätes oder GPS-fähigen Smartphones überprüfen. Und das, ohne etwas dafür zu bezahlen. Möglich macht das ein sogenannter GPS-Referenzpunkt, der am Freitag, 7. Oktober, offiziell der Öffentlichkeit übergeben wurde. Es ist bereits die zehnte derartige Station in Sachsen, erläutert Ria Liebscher vom Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung in Sachsen (GeoSN).

Der neue GPS-Punkt befindet sich am Nordausgang der S-Bahn-Station Wilhelm-Leuschner-Platz, buchstäblich in Stein gemeißelt. Experten haben ihn mit einer Genauigkeit von ein bis zwei Zentimetern bemessen. Das ist viel exakter, als es handelsübliche Freizeitgeräte können. Der Messpunkt ist zu jeder Zeit frei zugänglich. Optisch wirkt er etwas unscheinbar. Doch dank einer gebürsteten Edelstahlhülle ist er wind- und wetterresistent.

Blick und Bewusstsein schärfen

Matthias Kredt, Leiter des Amtes für Geoinformation und Bodenordnung der Stadt, nennt zwei Hauptgründe für die Installierung: Mit dem Leipziger Referenzpunkt werde beabsichtigt, „das Vermessungswesen (Geodäsie), die Vermessungsbehörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene und privaten Vermessungsberufe wieder stärker in den öffentlichen Fokus zu stellen“. Mithin sollen die Themen „Geoinformation“ und „Vermessung“ anschaulich präsentiert werden. Denn obwohl GPS „aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken“ sei, seien die dahinter stehenden Basisverfahren kaum bekannt.

Die Genauigkeit des Smartphones überprüfen

Zum anderen verweist Kredt auf den praktischen Nutzen, dass nun jeder Fußgänger seine GPS-fähigen Geräte selbst testen und vergleichen kann. Das gelte sowohl für Navis als auch für Smartphones und Tablets mit entsprechender App. Die Überprüfung funktioniert denkbar einfach: Das Gerät muss lediglich in die Mitte der 35 mal 35 Quadratzentimeter großen Platte gelegt werden. Schon kann das Testen beginnen. Außerdem liefern drei QR-Codes weiterführende Informationen, etwa eine Umrechnungstabelle für die teils komplizierten Zahlenangaben.

„Ganz spannend“ sei der Nutzen des GPS-Punktes schließlich noch für den Schulbetrieb, sagt Liebscher voller Enthusiasmus. „Man kann hier sogar Geografie-Unterricht mit Schülern machen.“ Und auch für das Spiel „Pokémon Go“ sei ein gut funktionierendes GPS-System von Vorteil. Stehen hier also bald Jugendliche Schlange, um ihr Smartphone für die Monsterjagd zu eichen?

Von Matthias Klöppel