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Lokales Einmalig in Deutschland: Leipziger Jagdhund spürt Giftköder auf
Leipzig Lokales Einmalig in Deutschland: Leipziger Jagdhund spürt Giftköder auf
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09:43 25.06.2019
Denis Marschallek und seine Jagdhündin Eyla sind ein gut harmonierendes Team, das seit Kurzem Giftköder-Fallen im Leipziger Stadtgebiet nachspürt. Quelle: privat
Leipzig

Leipzigs Gassi-Routen werden gerade etwas sicherer. Seit vier Wochen geht Denis Marschallek mit seiner Eyla – einem Giftködersuchhund – auf Pirsch. Die fünfjährige Hündin der Rasse Deutsch Kurzhaar hatte am 28. April 2019 dafür extra eine Prüfung in Essen abgelegt, die sie mit Bravour meisterte. „Durch ihren Einsatz werden Tiere aller Art – Hunde und Katzen, aber auch Wildtiere wie Füchse, Igel, Waschbären und Vögel – vor heimtückischen Attacken bewahrt“, erzählt der 47-jährige Halter stolz.

Schutz auch für Katzen und Wildtiere

Marschallek lebt in Miltitz, arbeitet als Kfz-Meister in einer Lackiererei in Markranstädt und ist als Jagdaufseher im Leipziger Stadtforst aktiv. „Machen nicht Meckern“, ist ihm ein wichtiges Motto. So kam er beim Nachdenken über die Frage, wie man einen Jagdhund auch im höheren Alter fördern kann, auf eine besondere Idee. „Ich hatte was gesucht, das dem Tierschutz allgemein dient – auch um das Image von Jagdhunden zu verbessern.“ Als er davon hörte, dass in Essen Giftköderspürhunde ausgebildet werden, fügten sich die Puzzleteile zusammen.

Hund darf den Fund nicht aufnehmen

Als Deutsch Kurzhaar verfügt Eyla natürlich über einen ausgezeichneten Geruchssinn. Sie ist für die Nachsuche bei der Jagd oder bei Verkehrsunfällen ausgebildet, apportiert gut, braucht aber viel Bewegung und entsprechende Aufgaben. Sechs Monate lang hat Marschallek sie mit Unterstützung des PROdog-Trainers Dennis Panthen aus Essen ausgebildet. „Das Prinzip besteht darin, dass der Hund Fressbares sucht und den Fund mit einem Bellen anzeigt. Er darf den Fund aber nicht aufnehmen oder gar verschlingen. Jeder, der einen Hund hat, dürfte wissen, dass das am Schwierigsten ist. Der Hund darf keinerlei Fehler machen, denn Giftköder wirken ja auch immer.“

Diese Giftköder wurden für ein realistisches Training mit dem Spürhund angefertigt. In Echt sehen sie oft genauso aus. Quelle: privat

Lernverhalten und Giftarten in Theorie

Wenn der Vierbeiner einen Fund meldet, bekommt er eine Belohnung – je nach Typ ist das sein Lieblingsspielzeug oder ein Leckerli. Zur Ausbildung gehört auch Theorie. Da gehe es um Lernverhalten und Motivation des Hundes, Giftarten oder das Erkennen, ob ein Tier zum Opfer von Rattengift, Angelhaken, Nägeln oder anderen Fallen gewissenloser Zeitgenossen wurde. „Die Ausbildungsinhalte sind nie von einem Hund auf den anderen übertragbar, sondern immer ganz individuell auf das Team zugeschnitten.“

Erster Jagdhund in ganz Deutschland

Von Profi-Trainer Panthen erfuhr der Miltitzer, dass in Essen schon etliche Rassen und auch Mischlinge zum Giftködersuchhund ausgebildet wurden. „Jedoch noch nie ein Jagdhund, das habe es in ganz Deutschland noch nicht gegeben.“

Video zeigt Ablauf der Ködersuche

Etwa dreimal pro Woche gehen Eyla und ihr Herrchen jetzt auf Köder-Streife. Sie erhält dann ein Extra-Geschirr umgelegt (damit Eyla weiß, dass es kein Jagdeinsatz ist) und eine 20 Meter lange Leine. Wie gut das Team bei der Ködersuche harmoniert und wie Eyla einen Testköder aufspürt, kann man sich auf einem Video anschauen, das unter „giftködersuche in leipzig eyla“ bei Google oder YouTube zu finden ist. In Echt hat das Team schon mehrere Leben gerettet. So wurde es vor Kurzem nach Liebertwolkwitz gerufen, weil dort tote Jungfüchse und Katzen entdeckt wurden. Eyla spürte in der Umgebung drei Giftköder auf, die Marschallek beim nächsten Polizeirevier ablieferte.

Im August startet Lehrgang in Leipzig

Mit Polizei und Ordnungsamt möchte er gern eine gute Zusammenarbeit aufbauen. Wenn es die Zeit erlaubt, versucht Eylas Herrchen Hinweisen nachzugehen, die über die werbefreie App „HundeAppGO“ der Leipziger Hunde-Physiotherapeutin Heike Amthor gemeldet werden (die LVZ berichtete). Und damit sich noch mehr Gleichgesinnte zusammentun können, soll es ab 4. August 2019 in Leipzig einen Lehrgang zur Ausbildung von Giftködersuchhunden geben. „Machen nicht Meckern“, sagt Marschallek dazu knapp.

Kontakt zur Giftködersuchhund-Ausbildung: Nicole Momma, Tel. 0151/22305066, nicole.momma@pro-dog-trainer.de.Kontakt zu Denis Marschallek, Tel. 0177/3727953, marschallek@hotmail.com

Von Jens Rometsch

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