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Lokales Erstes fünfgeschossiges Holzhaus entsteht in Leipzig-Lindenau
Leipzig Lokales Erstes fünfgeschossiges Holzhaus entsteht in Leipzig-Lindenau
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23:00 04.07.2017
So wird Leipzigs erstes fünfgeschossiges Holzhaus zur Fertigstellung im Herbst aussehen. In den zwei untersten Etagen eröffnet die Firma Janik Büroausstattungen (seit 1990 in der Kurt-Eisner-Straße) ihr neues, größeres Ladengeschäft.
So wird Leipzigs erstes fünfgeschossiges Holzhaus zur Fertigstellung im Herbst aussehen. In den zwei untersten Etagen eröffnet die Firma Janik Büroausstattungen (seit 1990 in der Kurt-Eisner-Straße) ihr neues, größeres Ladengeschäft. Quelle: Asuna / Dirk Stenzel
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Bei den vielen Baustellen in der Stadt dürfte bisher nur Fachleuten aufgefallen sein, dass in Lindenau gerade ein besonderes Haus entsteht. Obwohl es fünf Etagen plus Dachterrasse für alle Bewohner bekommt, besteht es fast komplett aus Holz. „Nur der Treppenhauskern mit dem Aufzugschacht musste aus Stahlbeton gefertigt werden“, erklärt der Leipziger Architekt Dirk Stenzel. Alle anderen Teile des Neubaus an der Ecke Zschochersche/Felsenkellerstraße seien aus massivem Brettsperrholz. „Die Elemente dafür fertigt die Firma Stora Enso in Österreich.“

Der älteste Baustoff der Menschheit sei den sonst gebräuchlichen Materialien nicht nur in Sachen Ökologie überlegen, sagt Stenzel. Ein Kubikmeter Holz speichere eine Tonne Kohlendioxid, was dem Treibhauseffekt entgegenwirkt. Und wenn ein Holzhaus nach Jahrhunderten demontiert werden muss, hinterlasse es keinen Schutt, sondern weiterhin nutzbares Holz. Für die vier Familien und den Nutzer der Gewerbeeinheit, die dort im Herbst einziehen, gebe es zudem den Vorteil eines idealen Raumklimas durch bessere Feuchte- und Wärmeregulierung.

2,5 Millionen Euro investiert die Baugemeinschaft der Nutzer in das grüne Gebäude. Es wird mit Wärmepumpen und Solarkollektoren beheizt und im Sommer gekühlt. In jeder Wohnung trägt noch ein wassergeführter Kamin zum Füllen des Wärmespeichers bei. Wegen sehr strenger Brandschutzvorschriften seien Holzhäuser dieser Größe noch die absolute Ausnahme in Sachsen, weiß Stenzel, der schon mehrere Eigenheime aus Holz gebaut hat. „Durch ein modernes und durchdachtes Brandschutzkonzept ist dieses Problem jedoch längst lösbar“, versichert er.

Von Jens Rometsch