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Lokales Erstmals in Deutschland: Leipziger Tierheim startet Dog-Radio
Leipzig Lokales Erstmals in Deutschland: Leipziger Tierheim startet Dog-Radio
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08:47 07.05.2019
Kopfhörer werden zwar nicht an die etwa 60 Hunde im Leipziger Tierheim ausgeteilt, doch die Einrichtung in Breitenfeld testet in Kürze erstmals ein Dog-Radio. Quelle: Foto: W. Scott McGill
Leipzig

Die Wissenschaft sei sich inzwischen weitgehend einig, dass menschliche Stimmen – etwa beim Vorlesen – oder bestimmte Melodien und Musikstücke eine stressreduzierende Wirkung bei Hunden erzielen, erläuterte Tierheim-Leiter Michael Sperlich. „Deshalb haben wir beschlossen, es im Tierheim auszuprobieren. Natürlich werden wir unsere Hunde nicht jeden Morgen über Lautsprecher lautstark mit: ,Good morning, Breitenfeld’ wecken. Aber die Akademie des Deutschen Tierschutzbundes stellt uns entsprechende Datenträger zur Verfügung, die dann zeitweise eingespielt werden.“

Viele Hundehalter nutzen Trick auch privat

Was für Laien vielleicht wie eine Luxus-Anschaffung klingt, habe in Wahrheit einen ernsten Hintergrund. Nicht nur in Großstadtwohnungen sei es oft ein Problem, wenn Frauchen oder Herrchen den Hund mal allein außer Haus müssen – viele bellen dann lange, sind verängstigt oder aufgeregt. Den meisten Bellos gehe es aber besser, wenn während der Abwesenheit des Menschen ein Radio läuft.

Kofferradios helfen Welpen beim Lernen

„Bei Welpen im Tierheim nutzen wir diesen Effekt schon lang“, berichtet Sperlich. „Allerdings mehr aus einem anderen Grund. Sie bekommen immer wieder für einige Zeit ein Kofferradio in die Box gestellt, um die Geräusche der Umwelt da draußen kennenzulernen. Das erleichtert ihnen das Zurechtfinden in der Welt, wenn sie uns dann später verlassen.“

Eingewiesene Fälle immer schwieriger

Unstrittig sei der Stressfaktor für Hunde in einem großen Tierheim höher als in einer Privathaltung. „Deshalb versuchen wir alles, um den Stressfaktor zu senken – auch für andere Tiere. So gibt es bei den Katzen Verstecke, unsere Vögel müssen sich ihre bevorzugten Leckereien aus Kartons selbst herausarbeiten und in den Terrarien haben unsere Tierpfleger teilweise ganze Landschaften nachgestaltet.“ Bei den Zwingern für die Hunde sei Ähnliches natürlich kaum sinnvoll. „Als Hauptproblem kommt hier dazu, dass die Zahl der als gefährlich eingestuften Tiere und von völlig verwahrlost eingewiesenen Hunden ständig steigt. In diesem Frühjahr hatten wir schon bis zu 17 Hunde gleichzeitig zu betreuen, die von den Behörden als gefährlich eingestuft wurden.“

Größe einiger Zwinger verdoppelt

Deren Vermittlung oder Rückgabe sei an hohe Auflagen bis hin zum Einverständnis des jeweiligen Vermieters gebunden. Weil zugleich die Gesamtzahl der Hunde in Breitenfeld auf nur noch durchschnittlich etwa 60 gesunken ist, konnte das Tierheim zum Stressabbau aber bereits einige Doppelzwinger für große Hunde schaffen – durch Rückbau von Zwischenwänden. Die Trägerkonstruktionen blieben stehen, falls die Zahlen schnell wieder steigen.

Seminare zur „Entschleunigung“

Im März fand in Breitenfeld ein Seminar der Dogworld-Stiftung statt. Dabei vermittelte der Sachverständige Thomas Baumann den Tierpflegern Techniken zur „Entschleunigung“ im Umgang mit ihren Schützlingen. Im April folgte ein Seminar des Deutschen Tierschutzbundes zum Umgang mit gefährlichen Hunden. Nach Auskunft des Deutschen Tierschutzbundes wäre Breitenfeld das erste Tierheim in der Republik, das ein Hunde-Radio installiert.

Radio-Technik für fast 2000 Euro

„Der Tierheimberater der Akademie unterstützt uns sehr bei diesem Vorhaben. Das Programm wird über WLAN an die jeweiligen Zwinger eingespielt“, erläutert Sperlich. „Was genau dann zu hören ist, wissen wir selbst noch nicht. Aber die Musik soll ja auch nicht uns gefallen, sondern den besonders sensiblen Hundeohren.“ Bis zu 2000 Euro koste die Anschaffung und Installation der Technik. Das Tierheim bitte dafür noch um Spenden mit der Zweckbindung „Dog-Radio“.

Spendenkonto: Erster Freier Tierschutzverein Leipzig u.U. e.V. IBAN: DE49 8605 5592 1110 5058 64, BIC: WELADE8LXXX

Von Jens Rometsch

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