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„Es gab nur Drohungen“: Leser fordern Konsequenzen aus Leipziger Kleingarten-Zoff

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18:01 30.07.2020
Der Streit im Kleingartenverein „Westendgärten“ bewegt viele Leser. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Auf die Berichterstattung zum Unmut von Pächtern im KleingartenvereinWestendgärtengegen den Vorstandsvorsitzenden gab es ein enormes Echo in Form von zahlreichen Anrufen und Mails. Die meisten Leser wollen sich aus Angst vor Ärger nur anonym zitieren lassen, einige jedoch äußern sich mit offenem Visier. Hier sind ihre Stellungnahmen.

„Auch Ältere werden schikaniert“

Auch ich war über 30 Jahre im Gartenverein „Westendgärten“ Pächterin. Mir ist das gleiche passiert wie Frau Ruks. Seit Herr B. Vorsitzender des Vereins war, versuchte er mich aus dem Garten zu vertreiben mit der Behauptung, ich würde ihn nicht ordnungsgemäß bewirtschaften. Am Ende ist die Räumung vor Gericht gegangen, letztendlich habe ich aufgegeben, weil Herr B. seine Freunde gegen mich aussagen ließ. Es gab kein Wertermittlungsgutachten, nur Drohungen: Wenn ich den Garten nicht aufgäbe, würde er dafür sorgen. Mein Eindruck war, dass er alleinstehende Frauen nicht mag.

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Es tut mir sehr leid, das Herr B. immer noch so agiert und eine Frau ihren Garten aufgeben muss. Auch ältere Ehepaare werden schikaniert, wenn sie aus körperlichen Gründen die geforderten Aufbaustunden nicht mehr leisten konnten und dafür bezahlen mussten. Nach Rassismus-, Sexismus-, Herrschsucht- und Mobbingvorwürfen sollte eigentlich der Stadtverband eingreifen.

Barbara Heil, 04179 Leipzig

„Habe mich über das Verhalten beschwert“

Meine Ehefrau und ich kehrten im Sommer des vergangenen Jahres mit dem Fahrrad kommend in der Gaststätte „Westendgärten“ ein. Am Eingang stellten wir die Räder im Ständer ab. Wenig später wurden wir vom Vorsitzenden Herrn Bornmann heftig und lautstark über alle Tische hinweg kritisiert, das Fahrverbot für Radfahrer missachtet zu haben – es bestand aus einem kleinen, ausgebleichten Blatt Papier, das uns nicht aufgefallen war. Der Disput schaukelte sich so hoch, dass wir das Lokal verließen. Wir beide wissen uns zu benehmen, sind selbst Mitglied eines Kleingartenvereins in Leipzig und waren total frustriert über das anmaßende Benehmen dieses Vereinsvorsitzenden. Bei der Zentrale des Kleingartenverbands Leipzig habe ich mich über das Verhalten beschwert, allerdings ohne Antwort. Dieser Mann ist eine Zumutung und eine Bedrohung für die Öffentlichkeit.

Andreas Krumsdorf, 04179 Leipzig

„Vorsitzende besser unterstützen“

Was ist im Kleingartenverein Westendgärten los? Ist der Verein nicht in der Lage, seine Probleme intern zu lösen? Da wird seit 15 Jahren der Vorstandsvorsitzende gewählt, und nun erscheinen auf einmal ehemalige Pächter, welche sich vom Vorstandsvorsitzenden schikaniert fühlen. Warum haben diese Pächter sich nicht schon vorher gemeldet? Außer dem Vorsitzenden gibt es noch einen Vertreter, Kassierer usw. Mir erscheinen diese Pächter als unglaubwürdig. Ich bin auch Pächter eines Gartens, und nach meiner Erfahrung gibt es immer Gartenmitglieder, die sich nicht an die Regeln halten und dann dem Vorsitzenden die Schuld bei einer Zurechtweisung zuschieben. Herr Robby Müller (Vorsitzender des Stadtverbandes, die Red.) sollte die Vorsitzenden der Gartenvereine besser unterstützen, zum Beispiel durch Schulung. Man darf schließlich nicht vergessen, dass die Vorsitzenden ehrenamtlich arbeiten.

Andrea Geisler, per E-Mail

„Zeit, dass ihm das Handwerk gelegt wird“

Ich hatte in diesem Verein ebenfalls einen Garten. Als ich ihn übernommen habe, war alles in Ordnung, dachte ich. Doch man braucht hier für alles eine Baugenehmigung – für das Abreißen des alten Zauns, für das Setzen des neuen Zauns, für ein neues Laubendach, Entfernen der alten Dachpappe oder Aufstellen eines kleinen Pools oder eines Gewächshauses. Pro Genehmigung bezahlt man rund 40 Euro, die aber nicht auf das Vereinskonto eingezahlt werden, sondern persönlich beim Vorstand abzugeben sind. Das gilt auch für den Kauf eines Gartens. Als ich meinen Garten verkaufen wollte, sagte der Vorstandsvorsitzende zu mir, alle Interessenten für den Garten würden abgelehnt, da ich erst meine Laube und meinen Zaun abreißen und alles umgraben müsse – es sei denn, ich gäbe den Garten dem Vorstand kostenlos ab. So lief es dann. Mein Garten wurde später an einen neuen Pächter für 1000 Euro verkauft. Es wird Zeit, dass diesem Vorstand das Handwerk gelegt wird.

Marcus Beuter, per E-Mail

Von lvz