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Lokales "Es geht einem schon unter die Haut" - Tattoo Expo im Kohlrabizirkus
Leipzig Lokales "Es geht einem schon unter die Haut" - Tattoo Expo im Kohlrabizirkus
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23:59 02.03.2014
Tätowierer Monil (33) aus Kapstadt macht Lisa Mittelstädt ein Armtattoo Quelle: André Kempner

Mit 160 Tätowierern, Szene-Dienstleistern und passendem Rahmenprogramm frönten alle jener besonderen Atmosphäre in diesem ganz eigenen Kosmos.

Nicht zuletzt ist es auch für Rockmusik-Star Martin Kesici und Radio-Energy-Berlin-Moderatorin Nic Ole "ganz großes Kino", was da im Kohlrabizirkus abgeht. Selbst Freunde der Tattoo-Körperkunst, leiteten sie gern durchs Bühnenprogramm. Schließlich: "Hier triffst du viele Freunde!" Und das zwischen überbordenden Trendaccessoires-Regalen, dröhnendem Rock und Hip Hop, edlen Oldtimer-Schaustücken. Und natürlich in den über hundert Mini-Reichen der Tätowierer, in denen diese hochkonzentriert mit Gummihandschuhen, Desinfektionsmittel, Farbe und filigraner Gerätschaft in bis zu fünfstündigen Sitzungen etwa Drachen auf breite Männerkreuze oder Rankengewächse um sehnige Damenknöchel zaubern. "Man will zeigen, was man hat!", erklärt's der Leipziger Tommy Wendt (30), als in solch einem zeitaufwändigen Fertigungsprozess ein Dämon auf seinem muskulösen rechten Oberschenkel Position bezieht.

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"Ein Tattoo hat immer eine spirituelle Bedeutung", versichert Tätowierer und Expo-Neuling Monil (33) aus Kapstadt. Jenes Maori-Motiv, das sich die eigens aus Gerolstein angereiste Lisa Mittelstädt (19) bei ihm in den Oberarm stechen lässt, stehe für Willenskraft und Stärke. Das bedeute ihr sehr viel, sagt sie. "Ich bin beim Bund". Und weil alle, die hier im Kohlrabizirkus unter die Nadel kommen, so tun, als täte es gar nicht weh, sagt auch sie: "Ja also - es geht einem schon unter die Haut." Was auf selbiger allgemein so verewigt wird? "Alles!", weiß Susan Kuntzsch vom Leipziger Studio Juckreiz. "Liedtexte, Tiere, Blumen, Hochzeitsdaten, der Name vom Hund -" Wo bei ihr die Grenze ist? "Politisch motivierter, brauner Mist. Der kommt uns nicht drauf."

Außer von Letzterem natürlich haben jene jungen Frauen, die der Veranstalter als Eye-Candy, also als Zucker fürs Auge, ankündigte, von allem etwas. Joy Jackson, 28, aus Leipzig etwa von Hals bis Fuß. "Klar, die Leute gucken und verstehen nicht, was nicht alltagstypisch ist", lächelt sie. "Mit einem Bürojob wäre das Outfit schwer vereinbar." Gut, dass sie in einem Szeneladen arbeiten könne. "Es ist schön, wenn man seiner selbst sein kann." Tattoo-Kollegin Ric Royal, 29, Altenpflegerin in Leipzig, berichtet indes von aufgeschlossenen Senioren. "Sie verbinden Tätowierungen noch mit der Marine, haben kein Problem. Im Übrigen zählt für sie in erster Linie der Mensch."

Das Berliner Eye-Candy Thea Tralisch, 24, tätowiert auch selbst. "Gründlich informieren steht vorm Tätowieren!", rät sie. "Das Studio genau angucken: Läuft ein Haustier durch den Laden, raucht der Tätowierer, ist es schmuddelig - so etwas geht gar nicht. Man sollte sich im Klaren sein, wo man beruflich hin will." Und, auch das gehöre zur Wahrheit: "Ein gutes Tattoo ist nicht billig und tut weh." Im Namen der Schönheit redet bei der Expo aber kaum einer übers Geld. Eine Rolle spielen freilich Motiv, Größe, Körperstelle. Bunt oder schwarz-weiß. Ein in Gänze verzierter Rücken könne gut an die 8000 Euro kosten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.03.2014

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