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Lokales Etwa 100 Menschen zeigen Solidarität mit Protestierern im Iran
Leipzig Lokales Etwa 100 Menschen zeigen Solidarität mit Protestierern im Iran
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16:48 07.01.2018
Demonstranten protestieren am Samstag in Leipzig gegen das iranische Regime. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Etwa 100 Menschen haben am Samstag in Leipzig gegen das Regime im Iran demonstriert. Bei zwei Kundgebungen am Wilhelm-Leuschner-Platz und am Willy-Brandt-Platz brachten die Teilnehmer ihre Unterstützung für die Protestierer im Iran zum Ausdruck. Gegenüber dem Hauptbahnhof gingen etwa 20 bis 30 Menschen auf die Straße, am Leuschner-Platz waren es schätzungsweise 50 bis 70.

Etwa 100 Demonstranten haben am Samstag in Leipzig gegen das iranische Regime protestiert. (Bilder: André Kempner)

Die Organisatoren wollen mit der Demo gegen die Ursachen der wirtschaftlichen Probleme protestieren, die große Teile der iranischen Bevölkerung gerade betreffen. „Die Preise für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs sind gestiegen und immer weniger Leute können sich einfachste Dinge problemlos leisten“, sagt Shabnam Hosseini, eine der Organisatorinnen. In ihrem Aufruf zur Kundgebung am Samstag schreibt die Gruppe von Arbeitslosenquoten in einigen iranischen Städten von teilweise 40 Prozent.

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Durch die neoliberale Wirtschaftspolitik der Regierung sei eine Teilhabe der Protestierenden am aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung nicht gegeben und nur einer privilegierten Mittel- und Oberschicht vorbehalten, die mit dem Regime kooperiere. Ebenso will die Initiative über die Beziehungen der deutschen Regierung zum Regime in Teheran diskutieren, welche sie kritisch sieht.

Bereits mehr als 20 Tote im Iran

Seit einer guten Woche kommt es im Iran landesweit zu den größten Protesten und Demonstrationen gegen die Regierung seit zehn Jahren. Auch wenn eine unabhängige Überprüfung der Fakten derzeit erschwert ist, weil die Regierung in Teheran die Berichterstattung über die Vorgänge eingeschränkt hat, sind nach offiziellen Angaben im Zuge der Proteste bereits über 20 Menschen ums Leben gekommen. Über die sozialen Netzwerke wird dennoch offensichtlich, dass sie sich dieses Mal besonders gegen die schlechten Lebensverhältnisse im Land richten und vor allem von armen Bevölkerungsschichten getragen werden. Ein Hauptkritikpunkt der Demonstranten ist die verfehlte Wirtschaftspolitik des theokratischen Regimes, von der trotz wirtschaftlichen Aufschwungs nicht alle 80 Millionen Einwohner des Landes profitieren.

Zweite Demo in dieser Woche

Bereits am Neujahrstag fand auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz eine spontane Solidaritätskundgebung des Leipziger „Bündnisses gegen die Irandelegation“ mit den Protesten im Iran statt. Nach Angaben der Veranstalter nahmen daran gut hundert Personen teil. Diese Kundgebung richtete vor allem gegen das theokratische Regime der Islamischen Republik, forderte dessen Sturz sowie eine deutliche Positionierung des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel für die Demonstrierenden im Iran.

Auch wenn Hosseinis Initiative darauf hinweist, dass die derzeitige Situation sich im politischen System der vergangenen 40 Jahre entwickelt habe und damit verbunden sei, läge ihr Hauptaugenmerk zunächst auf den Personen, die für die derzeitige wirtschaftliche Lage verantwortlich seien und nicht auf einer religiösen Fundamentalkritik. Die Organisatoren fordern zunächst vor allem die Verbesserung der Lebensbedingungen einfacher Iraner, sagt Hosseini

Von elo/joka