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Lokales Europa-Team aus Leipzig für Jugendkarlspreis nominiert
Leipzig Lokales Europa-Team aus Leipzig für Jugendkarlspreis nominiert
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12:03 28.05.2019
Susann Mannel (l.) und Ricarda Andreh vom „Junior Team Europa“ im Café der Villa in der Lessingstraße 7. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Was darf Brüssel entscheiden? Ist Deutschland der Zahlmeister Europas? Und wie funktioniert die EU überhaupt? Mit diesen Fragen geht das „Junior Team Europa“ des soziokulturellen Zentrums Die Villa sachsenweit in Schulen und diskutiert über Europa.

Für ihr Projekt wurde das zwölfköpfige Team für den Europäischen Jugendkarlspreis 2019 nominiert. Seit 2008 zeichnet das EU-Parlament gemeinsam mit der Aachener Karlspreis-Stiftung Projekte von Jugendlichen aus, mit denen die Entwicklung Europas gefördert wird. Der Nachwuchspreis wird am Dienstag verliehen – zwei Tage vor der Auszeichnung von UN-Generalsekretär António Guterres mit dem Internationalen Karlspreis.

„Junior Teamer“ setzen sich gegen „Fridays for Future“ durch

Am Montagvormittag sitzt „Junior Teamerin“ Ricarda Andreh im Café der Villa in der Lessingstraße und denkt an ihre Kollegin Laura, die zeitgleich mit dem Zug nach Aachen fährt. „Es durfte leider nur ein Mitglied der Gruppe an der Preisverleihung teilnehmen“, sagt die 21-Jährige mit Bedauern. „Und Laura hatte die Idee mit der Bewerbung.“

Im Februar reichte die Gruppe eine Projektbeschreibung sowie ein Bewerbungsvideo im deutschen Büro des EU-Parlaments ein – und setzte sich gegen namhafte Konkurrenz wie den deutschen Zweig der Jugendbewegung Fridays for Future durch. Stellvertretend für Deutschland konkurriert das Leipziger Team nun mit Jugendteams aus den übrigen 27 EU-Staaten um Preisgelder von 2500 bis 7500 Euro.

Klassenfahrt nur mit Visa-Anträgen

Seit 2017 können Lehrer beim „Junior Team“ Workshops zu verschiedenen Europa-Themen anfragen. Zwei Mitglieder der ehrenamtlichen Gruppe kommen dann mit der jeweiligen Schulklasse für eine Doppelstunde ins Gespräch. „Die Idee ist, den Schülern auf Augenhöhe zu begegnen“, erzählt Andreh. Das geschieht etwa durch Rate- oder Rollenspiele. „Wir simulieren zum Beispiel einen Alltag ohne EU-Regeln. Da merken die Schüler, dass sie für einen Schüleraustausch nach Frankreich auf einmal Visa beantragen müssen. Die Schüler sollen darüber nachdenken, was die EU mit ihnen zu tun hat.“

Wie Ricarda Andreh sind viele „Junior Teamer“ Lehramtsstudenten und haben Erfahrungen im EU-Ausland gesammelt. Rund 50 Workshops für die Klassenstufen neun bis elf hat die Gruppe im vergangenen Jahr durchgeführt – Tendenz steigend. „Wir bekommen immer mehr Anfragen und würden gerne wachsen“, sagt Villa-Projektleiterin Susann Mannel. Zusammen mit dem Verein Europa-Haus Leipzig kümmert sich die 39-Jährige um die Organisation. Doch noch ist nicht einmal klar, ob das Projekt überhaupt fortgeführt werden kann. Die einmalige Projektförderung des Bundesfamilienministeriums läuft Ende dieses Jahres aus. Umso mehr hofft Mannel am Dienstagabend auf frohe Kunde aus Aachen: Mit einem Preisgeld könnte das Projekt zumindest etwas verlängert werden. „Und es wäre ein Anreiz für Förderer, unser Projekt zu finanzieren.“

Von Maximilian König

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