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Lokales Mitteldeutsches S-Bahn-Netz soll wachsen
Leipzig Lokales Mitteldeutsches S-Bahn-Netz soll wachsen
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17:52 13.12.2018
Seit genau fünf Jahren ist der City-Tunnel in Leipzig in Betrieb. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Für den Ausbau des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes zeichnet sich eine große Mehrheit ab: Sowohl der Freistaat Sachsen als auch führende Vertreter der Nahverkehrsverbände aus Sachsen-Anhalt und Leipzig erklärten am Donnerstag, dass sie die „Erfolgsgeschichte“ des Netzes fortschreiben wollen. „Wir werden diesen Weg weiter eng begleiten“, versicherte Bernd Sablotny vom sächsischen Wirtschaftsministerium. Er vertrat Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), weil dieser zeitgleich im Dresdner Landtag die Debatte um den Sächsischen Doppelhaushalt verfolgen musste. „Wir werden uns nicht zurücklehnen“, so Sablotny auf der Festveranstaltung zum fünfjährigen Bestehen des Netzes im Historischen Speisesaal des Leipziger Hauptbahnhofs. „Und wir werden darauf achten, dass wir zum zehnjährigen Geburtstag weitere Erfolge feiern können.“

„Jeder dritte Pendler fährt S-Bahn“

Wolfgang Weinhold von der DB Region Südost betonte, dass inzwischen an Werktagen rund 90 000 Fahrgäste mit der Mitteldeutschen S-Bahn unterwegs sind. „Das sind 40 Prozent mehr als 2014, dem ersten Betriebsjahr des Netzes“, betonte der Vorsitzende der Region Südost. „Jeder dritte Pendler zwischen Leipzig und Halle fährt heute mit der S-Bahn. Auch die anfangs kritisierte Unpünktlichkeit des Systems sei weitgehend abgestellt. „Heute bedienen wir 19 von 20 Halten pünktlich.“ Angesichts der regen Bautätigkeit im Netz sei dies eine gute Quote. Eine Umfrage habe auch ergeben, dass die Mitteldeutsche S-Bahn in der Kundenzufriedenheit bundesweit auf Platz zwei liegt – nur Dresdens S-Bahn sei noch besser bewertet worden.

Sie haben es in der Hand, das S-Bahn-Netz besser zu machen: Rüdiger Malter, Burkhard Jung, Wolfgang Weinhold, Bernd Sablotny und Kai Emanuel (v. l.). Quelle: Andre Kempner

Der DB-Manager räumte allerdings auch Defizite ein: Eine von 20 Fahrten werde derzeit immer noch nicht mit den vereinbarten Kapazitäten bedient – also mit zu wenig Platz für Fahrgäste. Man wolle auch noch einfacher und bessere Ein- und Ausstiegsbedingungen schaffen, die Fahrradmitnahme „klar gestalten“ und Möglichkeiten prüfen, „um zusätzliche Fahrzeuge anzubieten“.

„Wir brauchen jetzt die Visionäre von heute“

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) betonte die Bedeutung der Weiterentwicklung der S-Bahn für Leipzig. „Ohne öffentlichen Verkehr werden wir den Wirtschaftsverkehr und die Lebensqualität nicht entwickeln und halten können“, erklärte er. „Die Projekte dafür müssen heute gedacht und angeschoben werden“, appellierte Jung an die rund 100 Verkehrsmanager, die an der Festveranstaltung teilnahmen. Leipzigs Tunnelidee habe über hundert Jahre bis zur Umsetzung gebracht und dies zeige, wie viel Zeit auch Projekte „wie ein zweiter Ost-West-Tunnel oder ein S-Bahn-Ring“ benötigen werden. Auch Straßenbahn-Untertunnelungen und ÖPNV-Beschleunigung würden viel Zeit brauchen. „Die Weichen dafür müssen heute gestellt werden“, appellierte Jung an die Entscheider.

Gleichzeitig erinnerte er „an die Macher und Visionäre“, die in den 1990er-Jahren den Bau des damals in der Stadt heftig umstrittenen City-Tunnels vorantrieben, nannte dafür stellvertretend Sachsens damaligen Finanzminister Georg Milbradt (CDU) sowie Leipzigs inzwischen verstorbenen Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube (SPD). Sie hätten eine „historisch einmalige, richtige Entscheidung“ getroffen. Jung: „Jetzt brauchen wir die Visionäre von heute.“

Naumburg, Zeitz und Weißenfels möchten an die S-Bahn“

Rüdiger Malter vom Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) sah dies ähnlich. „Die S-Bahn treibt die Entwicklung der Region“, erklärte der Geschäftsführer. Derzeit würden jeden Tag 25 000 Fahrgäste zwischen Halle und Leipzig pendeln. „Und Naumburg, Zeitz und Weißenfels möchten auch unbedingt an die S-Bahn“, forderte er.

Kai Emanuel, Vorsitzender der Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig, rief alle Akteure auf, neu zu denken: Die technische Entwicklung biete ständig neue Möglichkeiten, die genutzt werden müssten, sagte er. Neben Wasserstoffzügen sollten auch Techniken wie die der Magnetschwebebahn geprüft werden. „Es ist unsere Aufgabe, weiter an diesem System zu schrauben“, forderte der Landrat von Nordsachsen.

Von Andreas Tappert

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