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Lokales Graffiti auf etlichen Bäumen – welche Riesen müssen nun gefällt werden?
Leipzig Lokales Graffiti auf etlichen Bäumen – welche Riesen müssen nun gefällt werden?
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15:12 18.11.2018
Sowieso schützenswert: Stadtförster Martin Opitz im Leutzscher Holz an einem Starkbaum, der von Unbekannten gleich doppelt markiert wurde. Quelle: Jörg ter Vehn
Leipzig

Ab Montag wird im Leutzscher Holz mit den diesjährigen Holzeinschlägen begonnen. Unbekannte haben jedoch mit unsinnigen Baummarkierungen die Aktion sabotiert. Gestartet werden soll trotzdem.

Am 24. Oktober hatte der Stadtrat nach heftigen Diskussionen im Vorfeld mit großer Mehrheit grünes Licht für die diesjährigen Maßnahmen zur Forstbewirtschaftung gegeben. Stadtförster Andreas Sickert hatte danach – wie versprochen – Naturschutzexperten in die betroffenen Gebiete geschickt, um besonders schützenswerte Bäume zu markieren, damit sie von der Säge verschont bleiben.

Ein Fachmann für Fledermäuse und einer für die seltene, unter Schutz stehende Käferart Eremit suchten unter anderem im Leutzscher Holz nach Spuren und Habitaten der Tiere. Markiert wurden zudem Starkbäume wie Eschen mit einem Stammdurchmesser von mehr als 75 Zentimetern, die verabredungsgemäß ebenfalls erhalten bleiben sollten. Im Ergebnis sei neben den Starkbäumen etwa eine einstellige Zahl an Bäumen als besonders schützenswert erkannt, markiert und dokumentiert worden, heißt es bei den Förstern. Ein Eremit-Habitat sei zum Beispiel gar nicht gefunden worden.

Saboteure erhöhen den Aufwand

Doch inzwischen gleicht das Stückchen Wald zwischen der Friesenstraße und Kleinen Luppe, in das Revierförster Martin Opitz ab Montag die Forstfirmen mit den Sägen führen will, einem Graffiti-Wald. Alle Bäume, die stärker sind als ein Bein, sind mit Farbe markiert, die meisten mehrfach in verschiedenen Farben.

Dabei hatte Sickert nur bestimmte Farben an die Experten verteilt. Pink, wie jetzt inflationär verwendet, sei etwa gar nicht dabei gewesen, heißt es. Kein Wunder, dass das Wort „Sabotage“ bei den Förstern kursiert. Durch die vielen Markierungen werde es nun deutlich aufwendiger, die wirklich schützenswerten – und auch schriftlich fixierten Bäume – herauszufiltern.

Täter schaden dem Naturschutzgedanken

Am Ende schadeten die Täter damit dem Naturschutzgedanken, meint auch Revierförster Opitz. Er werde wegen der Sprayer nun wohl bei den Fällungen dabei bleiben müssen, könne sich nicht anderen, wichtigeren Tätigkeiten etwa für Pflanzungen widmen.

Im Wald an der Friesenstraße sollen ab Montag drei kleine Lichtungen – sogenannte Femellöcher – von etwa 40 mal 50 Metern geschlagen werden, um dort lichtbedürftige Eichen anzupflanzen. Je Femel sind etwa 2000 Eichensetzlinge vorgesehen. Wie berichtet, haben sich Eichen als besonders günstig für die Artenvielfalt im Auwald und als besonders widerstandsfähig gegen Hitze, Trockenheit aber auch Überschwemmungen erwiesen.

Neben den drei Lichtungen an der Friesenstraße sind laut Stadt derartige Eingriffe in diesem Winter nur noch an einer 0,25 Hektar großen Fläche im Hainholz im Süden, an einer 0,3 Hektar großen Fläche nahe dem Viadukt Stahmeln und gemäß Pflegeplan im Naturschutzgebiet in der Burgaue vorgesehen. Wie berichtet, wird dort ein Testbereich des Auwaldes Stück für Stück in die historische Mittelwaldbewirtschaftung rücküberführt.

Von Jörg ter Vehn

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