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Lokales Polizei-Affäre in Leipzig: Drei Verfahren gegen 120 Beschuldigte
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Fahrradaffäre: 120 Beschuldigte der Leipziger Polizei

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18:41 29.10.2020
Aktuell wird in der Fahrrad-Affäre gegen die Leipziger Polizei ermittelt. Bei 76 der Beschuldigten handelt es sich um noch aktive oder ehemalige Polizisten. (Symbolbild) Quelle: dpa-tmn
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Leipzig

In der Affäre um den Weiterverkauf gestohlener Fahrräder durch die Leipziger Polizei ermittelt aktuell in drei Verfahren gegen insgesamt 120 Beschuldigte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Bei 76 von ihnen handelt es sich um noch aktive oder ehemalige Polizisten, wie die Behörde am Donnerstag in Dresden mitteilte. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen Mitte Juni an sich gezogen.

Das Hauptverfahren richtet sich demnach gegen insgesamt vier Beschuldigte, darunter die frühere Verwalterin der Asservatenkammer für gestohlene Fahrräder der Leipziger Polizei. Ein weiterer Polizist und zwei Verantwortliche eines Kleingartenvereins, die beim Weiterverkauf geholfen haben sollen, werden ebenfalls beschuldigt. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Unterschlagung oder Diebstahl, Verwahrungsbruch, Urkundenfälschung, Betrug und Vorteilsannahme oder Bestechlichkeit.

Fahrrad-Affäre: Das sind die weiteren Verfahren

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden weiter mitteilte, richtet sich ein weiteres Verfahren gegen die Abnehmer und Käufer der Fahrräder. Von den ursprünglich 135 Verdächtigen werde noch gegen 110 ermittelt. Darunter sind 68 sächsische Polizisten, die zum Tatzeitpunkt zwischen 2014 und 2019 tätig waren. Die Vorwürfe lauten etwa auf Mittäterschaft, Anstiftung oder Beihilfe zu Diebstahl oder Unterschlagung, Hehlerei und Vorteilsgewährung oder Bestechung.

Im dritten Verfahren wird gegen sechs Polizisten wegen Strafvereitelung im Amt ermittelt. Gegenstand sei die Frage, inwieweit sie von den Vorwürfen Kenntnis hatten und „ob sich daraus eine Pflicht zu Handlungen ergab“, teilte die Behörde außerdem mit.

Von epd/LVZ