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Lokales Leipziger Uniklinik-Vorstand Fleig wehrt sich gegen Entlassung – Hausverbot
Leipzig Lokales Leipziger Uniklinik-Vorstand Fleig wehrt sich gegen Entlassung – Hausverbot
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22:40 20.02.2019
Prof. Wolfgang E. Fleig am Mittwoch in der Redaktion der Leipziger Volkszeitung. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Der überraschend abberufene langjährige Medizinische Vorstand des Leipziger Universitätsklinikums (UKL), Professor Wolfgang Fleig (69), wehrt sich gegen seine Entlassung. Er werde gerichtlich dagegen vorgehen, sagte er der Leipziger Volkszeitung.

Er habe am 14. Februar 2019 beim Verwaltungsgericht Leipzig bereits Klage eingereicht, um gerichtlich feststellen zu lassen, wann seine Dienstzeit ende: am 31. März 2019 oder am 20. September 2020. Diese Klage werde er erweitern um die gerichtliche Prüfung, ob die Abberufung rechtens ist.

Lesen Sie auch: Das Interview mit Wolfgang Fleig zu seiner Entlassung

Fleig wurde am Montag einstimmig vom Aufsichtsrat des UKL abberufen. Das wurde am Dienstag bekannt gegeben. Als Grund nannte der Vorsitzende des Aufsichtsrats des UKL, Professor Knut Löschke, gegenüber der LVZ, dass das Vertrauensverhältnis völlig zerstört sei.

Fleig habe sich, so Löschke, nicht an das von ihm selbst gewünschte und vertraglich vereinbarte Ausscheidedatum, den 31. März 2019, gehalten, sondern sei juristisch dagegen vorgegangen. Mittwoch hat der Aufsichtsratschef gegen Fleig ein Hausverbot verhängt.

Schwere Vorwürfe gegen Ministerin

Im Interview mit der LVZ erhebt Fleig schwere Vorwürfe gegen die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), die auch Mitglied im UKL-Aufsichtsrat ist. So hätte die Ministerin ihm in einem Gespräch im Januar 2017 mitgeteilt, dass sie darauf bestehe, dass Fleig zum 31. Dezember 2017 als Vorstand aufhöre.

Es hätte etwas damit zu tun, so Fleig, „dass ich dagegen argumentiere, dass am Dresdner Uniklinikum auch Leber-Transplantationen durchgeführt werden. Dazu stehe ich noch heute: Wir brauchen weniger und nicht mehr Transplantationszentren.“ Ein weiterer Grund sei, man wolle „etwas Neues“.

Außerdem sei es um eine fast gleichlaufende Amtszeit des kaufmännischen und des medizinischen Vorstands gegangen. Marya Verdel war bis zum 31. Dezember 2020 als kaufmännische Direktorin bestellt, er bis 30. September 2020. Es sei für ein großes Unternehmen wie das Uniklinikum im Sinne der Führungskontinuität nicht günstig, wenn auf einen Schlag beide Vorstandsmitglieder ausgewechselt werden müssten, soll es geheißen haben. Fleig habe daraufhin angeboten, seine Amtszeit auf Ende 2019 zu verkürzen.

Brief auf Druck verfasst

„Doch Frau Ministerin Stange bestand schließlich auf dem 31. März 2019.“ Damit sei er wegen der Entzerrung der Amtszeiten der Vorstandsmitglieder zu diesem Zeitpunkt einverstanden gewesen, so Fleig. Ein entsprechender Brief an den Aufsichtsrat, in dem er darum bat, seine Dienstzeit auf den 31. März 2019 zu verkürzen, sei auf Druck der Ministerin entstanden.

Fleig ist seit 2005 medizinischer Vorstand. In seine Amtszeit fielen große Investitionen am Standort des UKL in der Liebigstraße. Das Klinikum verfügt über 1450 Betten und ist mit über 6000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich werden hier über 400.000 Patienten stationär und ambulant behandelt.

Von Anita Kecke und Mathias Wöbking

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