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Lokales Flixtrain kommt nach Leipzig
Leipzig Lokales Flixtrain kommt nach Leipzig
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16:51 09.10.2019
Ab Mitte Dezember steht die Flixbus-Tochter Flixtrain auch auf den Gleisen des Leipziger Hauptbahnhofs. Quelle: Christian Charisius/dpa
Leipzig

Zum Mittelständischen Unternehmertag (MUT) in Leipzig musst er am Mittwoch noch mit der Konkurrenz anreisen. „Ich bin tatsächlich mit der Deutschen Bahn gefahren“, sagte Flixtrain-Chef Fabian Stenger. Das soll sich bald ändern: in zwei Monaten will die Flixbus-Bahntochter die Messestadt auch selbst ansteuern.

Ab 15. Dezember gibt es eine Direktverbindung nach Berlin und Köln, kündigte Stenger gegenüber der LVZ an. Die bestehende Verbindung BerlinKöln werde dann von Berlin bis Leipzig verlängert. Einziger Zwischenstopp: Lutherstadt Wittenberg. Am anderen Ende werde die Strecke bis Aachen verlängert. Damit kann man dann mit Flixtrain von Leipzig über Berlin und Köln direkt bis nach Aachen fahren.

Weiter Zwischenstopps: Hannover, Dortmund, Essen, Duisburg und Düsseldorf. Bis zu zwei Fahrten pro Tag seien geplant. Details wollte die Firma noch nicht nennen. „Der genau Fahrplan wird gerade noch finalisiert.“, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage.

Künftig auch Haltepunkte in Halle, Erfurt, Gotha und Eisenach

Auch Halle erhält dann Anschluss an das Bahnnetz der Flixbus-Tochter. Die Strecke Berlin-Stuttgart, die bisher über Wolfsburg und Hannover geht, werde ebenfalls ab 15. Dezember verlegt und gehe dann über Halle, Erfurt, Gotha und Eisenach. Auch Frankfurt am Main ist mit diesem Zug dann direkt zu erreichen.

„Wir hatten immer das Ziel unser Schienenangebot allen Menschen zugänglich zu machen“, sagte Flixbus-Gründer André Schwämmlein. „Mit sieben neuen Halten zum Fahrplanwechsel sind wir diesem Ziel wieder einen Schritt nähergekommen.“

Halle stand bei Flixtrain schon lange auf der Wunschliste. Schon vor einem Jahr sollte ein Fernzug von Berlin nach München aufgelegt werden – mit Halt in Halle. Doch kurz vor dem Start blies Schwämmlein das Projekt ab. Es fanden sich schlicht keine passenden Züge, die auf der ICE-Neubaustrecke BerlinMünchen halten fahren konnten. Jetzt fährt Flixtrain stattdessen über Halle nach Stuttgart.

Wolfsburg fliegt aus dem Plan

Doch während in Mitteldeutschland sechs Städte neu angebunden werden, wird im Westen ausgedünnt. Hannover und Wolfsburg werden vom Fernzug BerlinStuttgart künftig nicht mehr angesteuert, die VW-Stadt fliegt damit sogar ganz aus dem Fahrplan von Flixtrain. „Wolfsburg ist aufgrund zu geringer Nachfrage nicht mehr Teil unsere Streckennetzes“, sagte die Sprecherin. „Als privater Anbieter müssen wir auf die Wirtschaftlichkeit unserer Strecken achten.“

In Hannover gebe es dagegen Ersatz: Zwar fällt auch hier die Verbindung BerlinStuttgart weg. Dafür soll es ab Frühjahr 2020 eine neue Verbindung HamburgStuttgart geben, mit Zwischenstopp in Hannover. Zudem läuft die neue Strecke LeipzigAachen weiter über Hannover – wie bisher schon BerlinKöln. „Hannover ist somit ein wichtiger Standort für unser FlixTrain-Netz“, betonte der Sprecher.

Interconnex wurde einst wegen Flixbus eingestellt

Mit der Anbindung von Leipzig belebt Flixtrain eine Strecke wieder, auf der lange Jahre eine der ganze wenigen privaten Fernzüge unterwegs war: der Interconnex. Mit dem hatte Veolia (heute Transdev) einst der Deutschen Bahn Konkurrenz gemacht. Der einzige private Fernzug im Osten war ab 2001 von Leipzig über Berlin nach Rostock gefahren.

Ende 2014 stellte Veolia die Verbindung dann aber ein – wegen der neuen Konkurrenz durch Flixbus. „Wir können mit den parallel verkehrenden Fernbuslinien und deren Preisen nicht konkurrieren“, sagte damals der Chef von Veolia Verkehr, Christian Schreyer. Jetzt belebt ausgerechnet die Flixbus-Tochter Flixtrain die Strecke zumindest teilweise neu.

Die Tochter Flixtrain war vom Fernbusriese Flixbus 2018 aufgelegt worden, um der Bahn auch auf der Schiene Konkurrenz zu machen. Bedient werden bisher vier Strecken: BerlinKöln, BerlinStuttgart, HamburgKöln und der Nachtzug HamburgFreiburg.

Von Frank Johannsen

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