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Lokales Flüchtlinge aus Halle 4 müssen umziehen: Leipziger Messe baut Quartiere auf
Leipzig Lokales Flüchtlinge aus Halle 4 müssen umziehen: Leipziger Messe baut Quartiere auf
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14:52 12.10.2015
Das Land richtete im September 2015 in der Messehalle 4 eine Erstaufnahme für Flüchtlinge ein.
Das Land richtete im September 2015 in der Messehalle 4 eine Erstaufnahme für Flüchtlinge ein.   Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

 Rund 1800 Flüchtlinge leben derzeit in der Landes-Erstaufnahme Halle 4 auf der Neuen Messe. Ab heute beginnt der Aufbau der winterfesten Quartiere auf dem Außengelände, teilte die Leipziger Messe mit. Bis Mitte Dezember sollen die Asylbewerber in die kleinteiligeren Wohneinheiten umgezogen sein. Die Leipziger Messe bereitet die Halle 4 nach dem Umzug wieder für große Veranstaltungen wie die Partner Pferd vor.

Acht Quartiere sollen in den kommenden Wochen unter der Leitung des Messe-Dienstleisters Fairnet errichtet werden, so das Unternehmen weiter. Es handele sich um feste Unterkünfte mit Thermo-Wandelementen, erklärte Messe-Sprecher Steffen Jantz gegenüber LVZ.de. Diese könnten problemlos bis Minus 20 Grad und auch bei noch frostigeren Temperaturen beheizt werden. „Das wird angenehm sein“, versicherte er.

Eine Wohneinheit auf dem Außengelände diene zur Versorgung, dort finde die Essensausgabe statt, so Jantz. In den weiteren sieben leben dann offenbar noch jeweils rund 250 Menschen unter einem Dach. Die Sanitäranlagen in der Halle 4 könnten nicht mehr genutzt werden, aber die Zahl der Duschcontainer orientiere sich an den Vorgaben. „Es wird nicht weniger sanitäre Anlagen geben“, so der Sprecher.

Die Unterkünfte auf dem rund 40.000 Quadratmeter großen Gelände können den Bewohnern etwas mehr Privatsphäre bieten, hieß es am Montag weiter. Das soziale Miteinander könne so verbessert und Familienverbände stärker berücksichtigt werden. Rund 300 bis 400 Kinder leben mit ihren Eltern derzeit in der Massenunterkunft. Das Außengelände soll auch Platz für sportliche Aktivitäten bieten.

Weitere Erstaufnahmen geplant

In den vergangenen Wochen war es unter den Bewohnern, die überwiegend aus Syrien, aber auch aus Marokko, dem Iran, Pakistan, Indien oder Afghanistan stammen, zu Spannungen gekommen. Mitte September gab es ein Handgemenge zwischen Marokkanern und Iranern. Ende September eskalierte ein Streit zwischen Afghanen und Syrern zu einer Massenschlägerei, an der bis zu 200 Menschen beteiligt waren. Danach kampierten Menschen aus Afghanistan vor der Halle und weigerten sich zunächst, dorthin zurückzukehren. Die Polizei hatte angekündigt, an Flüchtlingsunterkünften häufiger Streife zu fahren.

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt die Erstaufnahmeeinrichtung auf der Neuen Messe. Verantwortlich für Erstaufnahmen des Freistaats in Leipzig ist die Landesdirektion. Bisher hat der Freistaat neben der Halle 4 auch die Ernst-Grube-Halle, das Haus Friederikenstraße sowie eine Sporthalle auf dem Gelände der Olbricht-Kaserne eingerichtet. Bis Ende Oktober wird die Indoor-Fußballhalle „LE Kickerhall“ in Plagwitz für rund 460 Menschen hergerichtet. Wie Dirk Diedrichs, Leiter der Stabsstelle Asyl beim Land Sachsen, am Montag mitteilte, gibt es aktuell außerdem Anfragen vom Freistaat bei der Bundeswehr, weitere Plätze für Flüchtlinge in Leipzig zur Verfügung zu stellen.

Von lyn