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Lokales Fön, Kratzbürste und ganz viel Haarspray: Das brauchen Turnier-Tänzer für die WM
Leipzig Lokales Fön, Kratzbürste und ganz viel Haarspray: Das brauchen Turnier-Tänzer für die WM
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09:31 17.09.2019
„Miss Bulgarien“ auf Weltmeisterkurs: Den Sieg über zehn Tänze holte sich 2016 das für Kanada startende Paar Anton Belyayev und Antoaneta Popova. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Profi-Tanzsport erleben, Promis bewundern und beim Publikumstanz selbst aufs Parkett gehen – das alles verspricht die Weltmeisterschaft der Profipaare in den fünf Standard-Tänzen am 19. Oktober auf der Neuen Messe. Die Lokalmatadoren Oliver Thalheim und Tina Spiesbach sind zum zehnten Mal Gastgeber. In einer kleinen Serie hält die LVZ Rückschau auf zehn Jahre Tanz-WM und -EM in Leipzig. Heute: ein Blick hinter die Kulissen mit spannenden Zahlen und Fakten.

Zehn Siegerpaare...

Die Besten des Profitanzsports flogen aus 33 Ländern nach Leipzig ein, wo sie um zehn Titel und Goldmedaillen kämpften. Russland war mit 41 Starts am häufigsten vertreten – aber zugleich das erfolgloseste Land. Es holte nicht einen einzigen Titel. England, das Mutterland des standardisierten Tanzens, war in den zehn Jahren nur einmal am Start, blieb ebenfalls ohne Erfolg. Ganz anders Kanada und Moldawien, die jeweils nur einmal kamen, sahen – und siegten. Die Dame des kanadischen Paares brachte einen lukrativen Titel mit, bevor sie in Leipzig Weltmeisterin über zehn Tänze wurde (2016): Die gebürtige Plovdiverin reiste als Miss Bulgarien an.

...und was aus ihnen geworden ist

Von den zehn Siegerpaaren sind heute nur noch zwei im Tanzsport aktiv. Sieben Paare sind miteinander verheiratet oder leben zusammen, vier haben ein gemeinsames Kind. Der Sieger von 2010, ein gebürtiger Italiener, lebt heute in Hongkong. Der Sieger von 2011, ebenfalls ein Italiener, lebt mit einem Mann zusammen. Die meisten sind nach ihrem Rücktritt auf die Trainer-Seite gewechselt. Mehrere Tänzerinnen und Tänzer haben durch „Let’s Dance“ große Bekanntheit erworben, darunter Marta Arndt, Weltmeisterin von 2017. Ein Wiedersehen in Leipzig gibt es im Oktober mit Mirko Gozzoli, dem Sieger von 2013 (für Litauen). Er kommt diesmal als Trainer. Denn er betreut das russische Paar, das derzeit Amateurweltmeister ist, aber nun erstmals bei den Profis antritt.

Pleiten, Pech und Pannen

Das Herz rutschte den Veranstaltern Oliver Thalheim und Tina Spiesbach 2018 in die Hose, als eine von zwölf Wertungsrichterinnen kurzfristig absagen musste – weil Sohn Max krank geworden und der Papa auf Reisen war. Es handelte sich um Michelle Abildtrup aus Dänemark, die 2014 in Leipzig Latein-Europameisterin geworden war. Ersatz musste her, und er wurde gefunden: Ein Wertungsrichter aus Slowenien setzte sich Freitag Nacht ins Auto, um am Sonnabend in Leipzig einzuspringen. Einen gewaltigen Schreckmoment erlebte 2015 auch ein Tanzpaar aus China, dessen Koffer nicht angekommen waren. Der Herr hatte sein Bühnenoutfit glücklicherweise im Handgepäck. Für die Dame mussten ruckzuck ein Kleid und Schuhe besorgt werden.

Betonfrisur und Bühnenschminke

Zwei Stunden gehen vorm Start fürs Anziehen und Schminken drauf. 600 Dosen Haarspray sind in den zehn Jahren versprüht worden, sowohl von Damen als auch von Herren. Denn auch die Herren tragen Bühnenschminke und eine Betonfrisur: „Tanzen ist ein Mix aus blitzartigen Bewegungen und Stillstand. Wenn das Paar wie eingefroren wirkt, darf das Haar nicht mehr hinterher fliegen“, erklärt Oliver Thalheim. Nach den Shows dauert es dann genauso lange, um Schminke und Haarlack wieder zu entfernen. 15 000 Abschminktücher kamen zum Einsatz. Außerdem muss jeder Tänzer lange duschen, um sein Haar aufzuweichen, damit es nicht abbricht.

Fön und Kratzbürste

Wichtigstes Utensil von Turniertänzern ist der Fön. Damit pusten sie sich nach jeder Runde trocken, um die Schminke nicht zu verwischen. Zweitwichtigstes ist eine Drahtbürste, um die Sohlen aufzurauen, damit man auf der Tanzfläche optimalen Grip hat. Für optimale Bewegungen werden die Sohlen dann mit Wasser, Öl oder Bodylotion getränkt. Bei so viel Equipment ist verständlich, dass der größte Feind eines Turniertänzers das Gepäcklimit im Flugzeug ist.

Von Kerstin Decker

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