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Lokales Fördergeld aus Europa: Leipzig erforscht Knochenmarkserkrankung
Leipzig Lokales Fördergeld aus Europa: Leipzig erforscht Knochenmarkserkrankung
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08:31 29.08.2019
Uwe Platzbecker, Chef-Hämatologe am Uniklinikum Leipzig und in Deutschland Projektleiter des europäischen Konsortiums zur MDS-Forschung. Quelle: Stefan Straube/UKL
Leipzig

Myelodysplastische Syndrome (MDS), im Volksmund als „Blutarmut“ bezeichnet, sind ein Forschungsschwerpunkt von Uwe Platzbecker. Der Hämatologie-Professor ist seit Oktober 2018 Leiter des Bereichs Hämatologie und Zelltherapie sowie Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Nun kann sich Platzbecker den MDS, die als Leukämie-Vorstufe gelten, noch intensiver widmen. Denn das UKL ist jetzt Teil eines EU-Konsortiums, das ab sofort und in den kommenden drei Jahren mit einer Fördersumme von 1,1 Millionen Euro den Einfluss von Mutationen sowie Faktoren und Fehlfunktionen des Immunsystems auf die Entwicklung der MDS genauer untersuchen wird.

Falsch programmierte Stammzellen

Bei MDS geht es um altersbedingte genetische Fehlprogrammierungen der Stammzellen im Knochenmark. Das Resultat ist ein Mangel an Blutzellen. Weil die Bevölkerung immer älter wird, tritt MDS immer häufiger auf. Da am Anfang kaum Symptome wie Schwäche oder Infektneigung vorliegen, ist die Dunkelziffer hoch. Bei etwa einem Drittel der MDS-Patienten kann die Erkrankung in eine Leukämie übergehen, somit gilt MDS als eine Vorstufe der akuten Leukämie.

Zusammenarbeit mit Frankreich, Italien und Spanien

Neben der Stammzelltransplantation gebe es derzeit nur wenige Therapien, erklärt Platzbecker. Das mache die Behandlung schwierig. „Der komplexe Prozess der MDS-Entstehung ist bislang nur ansatzweise erforscht“, sagt der Leipziger Experte, der auch deutscher Teilprojektleiter im Euro-MDS-Konsortium ist. Um das Verständnis zu vertiefen und so neue Therapieansätze zu entwickeln, wird nun gemeinsam mit europäischen Partnern untersucht, welche Faktoren bei MDS-Patienten den Verlauf der Erkrankung und das Ansprechen auf bestimmte Therapien beeinflussen. „Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Frankreich, Italien und Spanien“, erklärt Platzbecker, der sowohl in der deutschen MDS-Studiengruppe als auch in der europäischen Studiengruppe EMSCO als Gründungsmitglied eine führende Rolle spielt.

Zuletzt hatte das Uniklinikum mit der ersten erfolgreichen Gentherapie bei einem Tumorpatienten für Aufsehen gesorgt. Behandelt wurde ein Mann mit Lymphdrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Ebenfalls erfolgreich mit einer Gentherapie behandelt wurde jüngst ein sechsjähriger Patient, der so wohl vor der seltenen und tödlichen Erbkrankheit Adrenoleukodystrophie (ALD) bewahrt werden konnte.

Von bm

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