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Lokales Forscher sehen Potenzial bei Leipziger Umwelt-Projekt – aber auch viele Fragen
Leipzig Lokales Forscher sehen Potenzial bei Leipziger Umwelt-Projekt – aber auch viele Fragen
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13:03 13.11.2019
Tief eingeschnitten fließt die im vorigen Jahrhundert erbaute Neue Luppe durch die Nordwestaue und entzieht dem Auwald Wasser. Daher wird geplant, alte Flussläufe zu renaturieren, um der Aue wieder Wasser zuzuführen. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Zwei Tage, 14 Vorträge und Diskussionen: Mit einem großen Rundumschlag haben sich mehr als 100 Experten aus Wissenschaft und Verwaltung, Natur- und Hochwasserschutz bei einer Fachtagung im Leipziger Kubus des Helmholtz-Institutes für Umweltforschung (UFZ) der „Lebendigen Luppe“ angenommen. Die Ergebnisse sind vielfältig, greifbar sind davon jedoch nur wenige.

„Mehr Kommunikation“ lautet für Maria Vlaic vom Kontaktbüro der „Lebendigen Luppe“ eines der Ergebnisse. Die vorgestellten Naturschutzbund-Projekte „Untere Havel“ und „Wilde Mulde“ hätten gezeigt, wie wichtig Transparenz, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit dabei für Bürger und Politiker seien. Wie berichtet, versucht das Leipziger Luppe-Projekt mit einem eigenen Kontaktbüro und den Leipziger Auengesprächen die höchst komplexen Inhalte der Wiedervernässung der Nordwestaue in die Öffentlichkeit zu transportieren.

Extensive Landwirtschaft

Aber auch Konkretes wurde besprochen. Einhellig seien sich etwa alle Teilnehmer gewesen, dass eine landwirtschaftliche Nutzung der Auen wie in Leipzig nur extensiv möglich sein kann – dafür aber Förderinstrumente fehlen, die den Wertverlust der Böden für Landwirte ausgleichen.

Ein Vortrag zur „Alten Luppe“, die siedlungsnah nördlich von Böhlitz-Ehrenberg verläuft und gern als Alternative für das neue Gewässer angesehen wird, habe viele bekannte Probleme bestätigt, aber zugleich Chancen aufgezeigt, die nun noch näher geprüft werden sollen, erklärt Biologin Vlaic.

Wer verdient mehr Schutz?

Viele Hoffnung setzen die Wissenschaftler auf ein neues naturschutzfachliches Leitbild zur Leipziger Aue, das vom Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft erarbeitet wird. Es soll in eine Art Bewertungskatalog münden, der aus einem Dilemma raushelfen kann: Oftmals kommen in der Aue zwei oder mehr geschützte Arten an einem Fleck vor, die sich eigentlich gegeneinander ausschließen. „In den Papitzer Lachen haben wir etwa Sumpfwolfsmilch, deren Lebensraum öfter mal länger ausgetrocknet sein sollte. Und daneben geschützte Amphibien, die eine längere Wasserphase benötigen“, erklärt Vlaic. Der Katalog werde helfen zu bewerten, welche Arten beim Schutz den Vorrang erhalten müssen.

Schritt zurück ist noch leicht

Bei allen Problemen hätten die Wissenschaftler durchweg betont, welch großes Potenzial noch in der Nordwestaue liegt, sagt Vlaic. „Andere degenerierte Auen kommen da deutlich schlechter weg. Hier bei uns ist der Schritt zurück noch relativ leicht.“ Wie berichtet, soll bei dem Projekt als nächstes der alte Zschampertam nordwestlichen Ende der Aue nahe der Landesgrenze wieder renaturiert und angeschlossen werden. Anfang 2020 solle dazu die Planfeststellung starten, so Vlaic. Insgesamt sollen bei dem Vorhaben alte Flussläufe wiederbelebt und natürliche Flutereignisse genutzt werden, um wieder einen auenwaldtypischen Wasserhaushalt herzustellen. Denn der geschützten Nordwestaue fehlt es an Wasser, seit im vorigen Jahrhundert aus Hochwasserschutzgründen die Neue Luppe zur schnellen Wasserableitung gebaut wurde.

Von Jörg ter Vehn

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