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Lokales Frauenzimmertheater: Antje Poser eröffnet neue Bühne in Leipzig
Leipzig Lokales Frauenzimmertheater: Antje Poser eröffnet neue Bühne in Leipzig
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17:18 26.09.2019
Bühnenkunst für Jedermann: Antje Poser im Frauenzimmertheater. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Sie ist Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin, Regisseurin und Autorin – und nun auch Betreiberin einer kleinen Bühne: Am Samstag eröffnet Antje Poser das Frauenzimmertheater in der zweiten Etage von Wagners Restaurant und Weinwirtschaft; hier ist Platz für 35 Zuschauer. Die 1976 Geborene, bekannt durch das Kabarett-Duo BauchBeineHirn und das Kabarett „Die Kiebitzensteiner“ in Halle, spricht über Wagnisse, Tragik und Lachen.

Wann und wie kam die Idee zur Gründung des Frauenzimmertheaters?

Im Vorfeld vom diesjährigen Sommertheater von Ev Schreiber („Die Wirtin“) in Wagners Weinwirtschaft. Zu den Vorbesprechungen hatte ich mit ihr eine Hausbesichtigung und stand in diesem Raum oben in der zweiten Etage, in dem laut Historie die Neuberin gearbeitet haben soll. Zusammen mit Wirtin Chris Kollin kam die Idee auf: Das müsste man weiterführen, mit einer Prinzipalin – das wäre eine schöne Weiberwirtschaft, im Restaurant unten Weiber und hier oben auch.

Leipzig ist mit Bühnen reich gesegnet – ist eine Neugründung da nicht nur mutig, sondern gar waghalsig?

Mutig – ja. Waghalsig? Gegenfrage: Ist eine Stadt nicht gerade dadurch reich, dass es genug Kultureinrichtungen gibt? Kultur gehört für mich zur humanistischen Bildung, gibt’s da einen Stopp für Ideen? Die Gründung des Frauenzimmertheaters mag waghalsig klingen, soll aber Leipzigs kultureller Landschaft eine neue Pflanze hinzufügen. Seit es das Theater Fact nicht mehr gibt, suchen einige Zuschauer nach einem neuen Zuhause. Vielleicht können wir einige von ihnen begeistern. Meine Oma sagte immer: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich wage, nicht blauäugig, vielleicht etwas naiv. Ich weiß, dass es auch Projekte gibt, die scheitern. Dann heißt es: aufstehen, Krone richten, weitergehen.

Im ersten Stück führt Ev Schreiber Regie, die ja bis 2016 das Theater Fact betrieb und vom Existenzkampf mehrere Lieder singen kann; hat sie Sie nicht gewarnt?

Ev hat mich immer und nochmals und wieder gewarnt. Aber es gab auch Abende, da hat sie mit strahlenden Augen von einer Zeit erzählt, die von den tollen Kollegen handelte, von den Erfolgen oder auch Misserfolgen. Immer waren es gute Geschichten von tollen Menschen. Das macht Lust. Im Eröffnungsstück „Sie war’s oder das Ende einer Gartenidylle“ sagt die Hauptfigur: „Ich hatte früher so ein kleines Leben geführt, obwohl soviel in mir steckte, soviel, das mein Leben viel größer hätte sein müssen.“ Denkst du solche Sätze, dann musst du wagen und riskieren. Ich hab Ev zur ersten Regie im Frauenzimmertheater überredet, und es passt richtig gut.

Worin geht es in der ersten Produktion?

Patricia, Mitte 40, löst den Garten ihrer Schwiegermutter auf und findet ein in Kisten verpacktes Leben – sie stoßen sie auf die Fragen: Lebe ich mein Leben richtig? Sollte ich nicht endlich meinen Traum vom Reisen erfüllen? Doch was macht er, wenn ich nicht da bin? Die Komödie verhandelt bitterböse die Quadratur des Kreises von Familie, Ehe, Emanzipation und Selbstverwirklichung.

Wer gehört noch zum Team?

Es sind alles Leute, die im Theater oder Kabarett zu Hause waren oder die goldene Hände für Technik haben. Mehr will ich noch nicht sagen, wir stellen auf unserer Internetseite jeden Monat ein Teammitglied vor.

Worin unterscheidet sich Ihr Theater von anderen? Wie ist das Programmprofil?

Wir haben eine kleine Bühne, die Geschichten erzählen soll, die den Zuschauer berühren, ihn zum Lachen und Weinen bringen soll. Das Genre Komödie kann das am besten. Lachen ist wie Konfekt essen, Weinen die Reinigung der Seele, beides macht einen unterhaltsamen Abend aus. Zimmertheater heißt auch, dass die Zuschauer hautnah dran sind, uns schwitzen sehen, das heißt genaues Spiel, keine Schmiere. Und sollten wir unversehens politisch werden, sorry! Theater ist Politik. Der Spielplan sieht also Theater vor, Komödie und natürlich auch Programme von BauchBeineHirn, denn Micha Kreft war mir immer ein kongenialer Partner. Wir finden die Mischung interessant und suchen Kollegen, die diese verrückte Form ebenfalls lieben. Es wäre wunderbar, wenn sich zu unserem Kreis noch andere hinzu gesellen würden.

Wie dicht wird der Spielplan sein?

Jetzt spielen wir erst mal – mit kleinen Ausnahmen – Freitag bis Sonntag jedes Wochenende. Ende November kommt das nächste Stück für die Weihnachts- und Jahresendzeit. Ende Januar oder Anfang Februar das nächste.

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Tickets gibt’s an allen LVZ-Geschäftsstellen und unter www.ticketgalerie.de. Vor oder nach einer Vorstellung kann im Restaurant gegessen werden (Vorbestellung nötig: 0341 52941178)

Von Mark Daniel

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