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Lokales Interaktive Karte für Leipzigs Stadtteile: So teuer sind Mietwohnungen
Leipzig Lokales Interaktive Karte für Leipzigs Stadtteile: So teuer sind Mietwohnungen
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14:16 26.02.2019
Wohl dem, der nicht umziehen muss: Die Angebotsmieten in Leipzig steigen pro Jahr um etwa fünf Prozent. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Für die meisten Leipziger waren es sicher keine erfreulichen Nachrichten, die gestern mit zwei neuen Studien zum Wohnungsmarkt publik wurden. Die hiesigen Angebotsmieten (also Wunschpreise von Vermietern für freie Objekte) haben sich im letzten Jahr um 30 Cent verteuert, liegen nun bei durchschnittlich 6,60 Euro kalt pro Quadratmeter. Der Zuwachs betrug damit erneut rund fünf Prozent, teilte das Internetportal Immowelt mit.

Dresden bleibt deutlich teuerer

Leipzig bewege sich damit zwar immer noch im unteren Bereich der 79 größten deutschen Städte. Doch inzwischen seien davon 16 andere Metropolen günstiger als Leipzig – vor allem in Ostdeutschland sowie in Nordrhein-Westfalen. In Dresden kletterte 2018 die Angebotsmiete um 20 Cent auf 7,50 Euro kalt, so Immowelt.

Die Angaben deckten sich weitgehend mit dem neuen Wohnungsmarktbericht der Leipziger Firma Pisa Immobilienmanagement. Deren Chef Timo Pinder ging ebenfalls von einem Anstieg der Angebotskaltmieten „um rund fünf Prozent“ in 2018 aus. Allerdings gebe es in der Messestadt längst zwei verschiedene Bereiche: „Die Neubauten bilden hier einen parallelen Markt, der mit den Preisen bei den Bestandsbauten nichts zu tun hat.“

Neubauten im Zentrum schon bei zehn Euro

Schon 2017 hätten die Angebote für Neubauten (und Erstbezüge nach Sanierung) stadtweit auf einen Mittelwert von 8,20 Euro kalt angezogen. „Für den Stadtbezirk Mitte, also das ganze Zentrum, lag der Durchschnittswert sogar erstmals bei zehn Euro kalt“, so Pinder. Dennoch würden die Bauherren keine riesige Gewinne einstreichen, ergänzte Kerry-U. Brauer, Leiterin der Staatlichen Studienakademie Leipzig. Ein Professorenteam dieser Einrichtung hatte die Pisa-Studie, welche Auswertungen zu allen 63 Leipziger Ortsteilen enthält, mit erstellt. Explodierende Bodenpreise, immer strengere Brandschutz- und Energieeinsparvorschriften, Tiefgaragen, Fassadenwettbewerbe – das alles treibe die Kosten. „Die Investoren sind verdammt dazu, Mieten aufzurufen, die für die Masse der Leipziger oft nicht erschwinglich sind“, meinte Brauer.

Interesse an teueren Quartiere rückläufig

In der Folge habe die Nachfrage für die Neubau-Unterkünfte jüngst etwas nachgelassen, sagte Pinder. Auch kletterten die Mieten in dem Bereich nicht mehr ganz so schnell. 10,50 Euro sei derzeit fast überall das Höchste der Gefühle. „Einige Projekte wurden deshalb bereits verschoben.“ Dennoch zeigten die Zahlen der Baufertigstellungen (1144 neue Wohnungen) und der Baugenehmigungen (2958) für 2017 klar nach oben. Für 2018 lägen noch nicht alle Zahlen vor, sei aber eine weiter wachsende Bautätigkeit absehbar.

Mittelwerte in Bestandshäusern günstiger

Ein anderes Bild ergebe sich bei freien Quartieren in Bestandshäusern. Dort sei die Nachfrage weiterhin „riesig“. Laut den Pisa-Daten stieg in dem Segment die mittlere Angebotskaltmiete im Jahr 2017 von 6,01 auf 6,37 Euro pro Quadratmeter. In 23 der 63 Ortsteile lag der Wert unter 6 Euro, in Grünau-Mitte und Grünau-Nord sogar unter 5 Euro. Hingegen wurden in zehn Ortsteilen Kaltmieten von im Durchschnitt mehr als 7 Euro verlangt, für das Zentrum, Zentrum-Süd und Zentrum-Südost sogar Kaltmieten von über 8 Euro.

Jedes Jahr würden über 50 000 Leipziger umziehen, erklärte Pinder. Diese Zahl sank 2017 leicht – auf den Wert von 2014.

Von Jens Rometsch

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