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Lokales Freistaat und Sachsenforst meinen: Wild auf den Grill!
Leipzig Lokales Freistaat und Sachsenforst meinen: Wild auf den Grill!
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17:01 09.07.2019
„Wild auf den Grill": Markus Wiese grillte am Dienstagmittag 250 Gratis-Wildwürstchen für die Leipziger. Quelle: André Kempner
Leipzig

Ganz wild auf Wild waren am Dienstagmittag Hunderte Leipziger. Grund: Im Sälzgäßchen hinterm Alten Rathaus lud das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft zur Wildverkostung, verteilte gratis 250 gegrillte Wildwürste. Ruckzuck waren die verputzt.

Einhelliger Tenor der Testesser: „Etwas kräftiger als normal. Lecker!", hieß es. Den Geschmack zu beschreiben fiel aber allen schwer. „Eben wie Wild“, war da meist die Erklärung.

Gesundes Lebensmittel

Die meisten würden Wild nur vom Festtagsbraten her kennen, erzählte Staatssekretär Frank Pfeil den Hintergrund der Aktion. Wild sei aber zu jeder Jahreszeit erhältlich und ein gesundes Lebensmittel dazu. Unter dem Motto „Wild auf den Grill“ wollte das Ministerium daher gerade im Sommer in der traditionellen Grillzeit Geschmack auf das heimische Wildbret machen.

Das habe viele Vorzüge, warb Forstdirektor Andreas Padberg vom Forstbezirk Leipzig. Wildbret sei reich an Mineralstoffen, Proteinen und Vitaminen, besonders fettarm und leicht verdaulich, enthalte keine verbotenen Rückstände und komme aus der Region mit kurzen Transportwegen frisch auf den Tisch. Wild habe daher eine hervorragende CO2-Bilanz.

Nachhaltig bewirtschaftet

Zwischen 800 und 1000 Rehe, 150 Hirsche und im Vorjahr erstmals 900 Wildschweine würden jedes Jahr allein im Forstbezirk Leipzig erlegt, erzählte Padberg. Das sei durchaus nachhaltig, weil die Bestände nicht kleiner würden. Von privaten Jägern kommt nach seiner Schätzung nochmal etwa das Doppelte der Menge zusätzlich jedes Jahr auf den Markt. Das Meiste davon werde direkt vermarktet, alleine beim Forstbezirk Leipzig, wo sich in der Heilemannstraße 1 eine von drei Kühlzellen des Bezirkes befinde, würden 90 Prozent direkt an Kunden veräußert.

Problem bislang: „Die Nachfrage zu den Festtagen ist riesig, sodass wir sie kaum decken können“, erzählt Padberg. In den Sommermonaten hingegen, in denen ebenso Wild anfalle, sei es deutlich weniger. „Das Fleisch hält sich aber hervorragend in der Tiefkühltruhe“, erklärt er das Rezept vieler Jäger gegen den schwankenden Absatz.

Wild Grill Meisterschaft auf der Agra

Die neue wilde Welle ist inzwischen bei Feinschmeckern schon angekommen. Im Vorjahr fand auf der Jagd- und Angelmesse erstmals die Sächsische Wild Grill Meisterschaft statt – mit Rezepten, bei denen Messemacher Erik Ochmann das Wasser im Mund zusammenläuft: „Mit Käse gefüllter Rehrücken, nur ganz kurz angebräunt, dann langsam weitergegart – ein Genuss!“, schwärmt er. Für dieses Jahr rechnet er bei der Messe auf der Agra am 5. und 6. Oktober mit 15 bis 17 Grillteams und ebenso schmackhaften Rezepten.

Die vom Vorjahr sind inzwischen als Heftchen erhältlich. Kleiner Tipp? Da gab es Wildschweinburger, gesmokten Rehrücken mit Rotkohlsalat, Mad Max Burger mit Roquefort und Rehmedaillons am Spieß mit Erdbeeren. Und die Kinder hatten am Vortag wilde Wiener gegrillt.

Von Jörg ter Vehn

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