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Lokales Früheres Grandhotel Astoria in Leipzig – ab Sommer wird umgebaut
Leipzig Lokales Früheres Grandhotel Astoria in Leipzig – ab Sommer wird umgebaut
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08:00 22.12.2017
So sah Leipzigs legendäres Grandhotel vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg aus. Eröffnet wurde es am 5. Dezember 1915.  Quelle: Foto: LVZ-Archiv
Leipzig

 Alle Jahre wieder wird den Astorianern in Leipzig kurz nach Weihnachten schwer ums Herz. Denn am 30. Dezember 1996 schloss das frühere Grandhotel Astoria. Seitdem dämmert das legendäre Haus, das jahrzehntelang als edelste Herberge der Messestadt galt, nutzlos vor sich hin.

Doch in diesem Jahr können die früheren Mitarbeiter des „erloschenen Sterns“ (Astor heißt übersetzt Stern) nun endlich fröhlicher den Feiertagen entgegenblicken. Der Eigentümer der Immobilie – die Berliner Firma Intown Property Management – hat soeben den Bauantrag zur Sanierung des Hotels eingereicht. Das bestätigte das Rathaus auf LVZ-Anfrage.

Intown-Geschäftsführer Sascha Hettrich erläuterte, dass die Baupläne vom Berliner Architekturbüro Wolff erstellt wurden. Ein „Vorentwurf“, der bereits auf der Internetseite dieses Büros zu sehen ist, sei allerdings nicht mehr ganz aktuell. Bis Ende Januar werde er überarbeitet. In dieser Drehe sei auch eine gemeinsame Pressekonferenz mit der Stadt avisiert.

Das Leipziger Hotel Astoria wird 100! Am 5. Dezember 1915 wurde es eröffnet. Jahrzehntelang galt es als bestes und größtes Hotel in Leipzig. Vom einstigen Glanz ist nichts geblieben, denn seit Jahren verfällt der Bau am Goerdelerring. Foto-Eindrücke aus einer wechselvollen Geschichte.

Laut Hettrich soll das neue Astoria ein Vier-Sterne-Haus mit 270 Zimmern werden. „Wir rechnen damit, dass die Genehmigung unseres Bauantrags etwa sechs Monate dauert.“ Wegen einiger komplizierter Fragen beim Denkmalschutz oder der Grundwassersituation (quer durch das einen Hektar große Grundstück floss bis ins Mittelalter die Parthe) könnten auch neun Monate daraus werden. „Auf alle Fälle werden wir sofort mit den Arbeiten starten, sobald das durch die Baugenehmigung oder eine Teilgenehmigung für die notwendigen Abrisse möglich ist.“ Ein Baustart im Sommer oder Herbst 2018 sei realistisch, versicherte der Manager.

Wie berichtet, hatte Intown die einstige Prachtherberge erst Ende 2015 erworben. Seinerzeit begingen die Astorianer gerade mit einem großen Fest den 100. Geburtstag des Hauses, das am 5. Dezember 1915 mit 200 Zimmern und 160 Restaurant-Plätzen eröffnet worden war. Viele Prominente wie Adele Sandrock, Hans Albers, Johannes Heesters, Klaus Mann, Inge Meysel, Juri Gagarin, Lew Kopelew, David Hasselhoff oder Franz Beckenbauer betteten dort ihr Haupt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb nur ein Teil der historischen Fassade erhalten. 1958 eröffnete ein Neubauflügel an der Gerberstraße. In der DDR stand die feinste Adresse Leipzigs zu Messe-Zeiten aber nur für Staatsgäste, SED-Größen, Leute mit Westgeld und leichte Mädchen offen.

Die denkmalgeschützten Teile der Fassade und auch einige Bereiche im Inneren des Gebäudes werden restauriert, fuhr Hettrich fort. „Ansonsten müssen wir die alte Substanz, wo im Keller seit Langem Wasser steht, weitgehend abreißen.“ Dies sei schon deshalb nötig, um im Anschluss in der Baugrube eine sogenannte Weiße Wanne einsetzen zu können, in der später eine Tiefgarage und die Ersatz-Neubauten entstehen. Im Erdgeschoss sei teilweise Einzelhandel geplant. An der Gerberstraße kommen in Ersatz-Neubauten, die einen Teil der alten Fassade bewahren, etwa 200 Wohnungen hinzu. Die Pläne dafür erstellten die Leipziger Architekten von RKW. Laut Hettrich ist noch offen, ob diese Boardinghaus-Apartments durch das künftige Astoria bewirtschaftet werden. Trotz „genügend Interessenten“ stehe der Hotelbetreiber derzeit nicht fest.

Bei 24 Monaten Bauzeit könne das Astoria 2020 öffnen. Ideen von Intown, den angrenzenden Zehngeschosser in der Gerberstraße 14/16 zu kaufen, haben sich indes zerschlagen. Die kommunale Wohnungsgesellschaft LWB verkauft nicht, so Sprecherin Samira Sachse. Die LWB wolle ihr Hochhaus – zeitlich abgestimmt zum Intown-Projekt – lieber selbst sanieren.

Von Jens Rometsch

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