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Lokales Fünf Projekte in fünf Stadtteilen – hier entstehen Hunderte Wohnungen
Leipzig Lokales Fünf Projekte in fünf Stadtteilen – hier entstehen Hunderte Wohnungen
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18:28 28.06.2019
Auf der letzten großen Baulücke in der August-Bebel-Straße entsteht jetzt dieses Wohnensemble aus sechs separaten Mehrfamilienhäusern. Quelle: Mann & Schott Architekten
Leipzig

In Grünau wurde Richtfest für Leipzigs erstes Wohnhochhaus gefeiert, das nach der deutschen Einheit entstand. An der Prager Straße rücken in Kürze die Bagger für das Ostforum an. Am Gerichtsweg sind sie gerade eingetroffen und auf der letzten großen Brache in der August-Bebel-Straße schon kräftig am Wirbeln.Nicht zuletzt entstehen in Eutritzsch nun neue Einfamilienhäuser. Zu fünf Wohnungsbauprojekten in Leipzig gab es in den vergangenen Tagen Neuigkeiten. Die LVZ stellt sie hier kurz vor.

42 Meter hoher Turm am Kulkwitzer See

42 Meter hoch reckt sich der Rohbau vom Lipsia-Turm in Grünau. 13 Monate nach dem Baustart hat die gleichnamige Genossenschaft in dieser Woche Richtfest für ihren 13-Geschosser in der Miltitzer Allee gefeiert. Im nächsten Frühjahr sind die 60 Wohnungen – ebenfalls pünktlich – bezugsfertig, so Finanzvorstand Kristina Fleischer. „Sie werden über ein bis drei Zimmer, Parkett, hochwertige Bäder und Balkon verfügen.“

Der 42 Meter hohe Lipsia-Turm in Grünau steht nun im Rohbau. Quelle: privat

Das Besondere seien jedoch gemeinsame Räume in jeder Etage sowie ein Servicezentrum in einem Anbau am Sockel des Riesen, hob der Leipziger Architekt Gregor Fuchshuber hervor: „Eine gute Nachbarschaft soll auf dem kurzmöglichsten Wege umsetzbar sein.“ So gebe es künftig eine Rezeption, Dienstleistungen für Haushalt und Gesundheit, einen Gemeinschaftsgarten, auch Kulturangebote in dem komplett barrierefreien Haus. Die aufwendig gestaltete Fassade bilde die innere Struktur des Gebäudes ab. Axel Viehweger vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften gratulierte der Lipsia zu dem Mut für das 13-Millionen-Euro-Projekt: „Sie schaffen eine Landmarke am Kulkwitzer See, ein Zeichen für ein prosperierendes Leipzig.“

Ostforum belebt Idee aus der Antike

57 Millionen Euro will die CG Gruppe am Ostplatz investieren. In diesem Sommer beginnen die Arbeiten auf der Brache neben der Baustelle des früheren Technischen Rathauses, teilte der Projektentwickler soeben mit. Nach Entwürfen des Leipziger Architekturbüros Homuth+Partner entstehen drei Neubauten mit jeweils dreieckiger Grundform: ein Elf- und ein Siebengeschosser für Büros sowie ein Fünfgeschosser mit etwa 50 Wohnungen dahinter (nahe der Kleingartensparte im Johannistal). Durch die Bürohäuser führen zweigeschossige Passagen. Ebenerdig soll es kleine Läden und Gastronomie geben. In zwei Untergeschossen ist zudem Raum für 190 Auto-Stellplätze, einen Lebensmittel- und einen Drogeriemarkt. 285 Radstellplätze sind ebenfalls eingeplant.

57 Millionen Euro werden für drei verschieden hohe Häuser an der Prager Straße investiert. Quelle: CG Gruppe AG / CZ Visuals

Terrassen und Dächer werden begrünt – sie können von den Mietern genutzt werden. Wie bei antiken Foren soll es zur Fertigstellung Ende 2020 in der Mitte eine Gemeinschaftsfläche geben, wo sich alle Welt trifft. Übrigens plant CG bereits das nächste Projekt mit 187 Wohnungen in Eutritzsch: Entlang der Dessauer und Hamburger Straße werde bald das „Magnolien-Eck“ als Sechsgeschosser gebaut.

Neuer Sechsgeschosser an der Digedags-Druckerei

„Glück auf!“ hieß es gerade zum ersten Spatenstich am Gerichtsweg. Auf einem 3200 Quadratmeter großen Grundstück soll bis Ende 2020 ein Neubau mit 131 Wohnungen und Tiefgarage emporwachsen. Die Fläche gehörte einst zur Notendruckerei C.G. Röder, die dort von 1955 bis 1975 auch die Mosaik-Hefte 1 bis 223 herstellte. Von dem berühmten Druckhaus blieben nur zwei Flügel erhalten – der an der Perthesstraße ist der älteste Stahlbetonbau Deutschlands, jüngst saniert durch die Gartenstadt-Gesellschaft Hellerau AG.

Für dieses Wohnhaus am Gerichtsweg wurde soeben der erste Spatenstich gesetzt. AOC Immobilien AG. Quelle: AOC Immobilien AG

Nun wird nebenan die Firma AOC Immobilien aus Magdeburg aktiv. Deren Vorstand Till Schwerdtfeger betonte, dass durch „eine optimierte Planung“ energetische Werte erreicht würden, die einem KfW55-Effizienzhaus entsprechen. Das bedeute niedrige Nebenkosten für die künftigen Mieter. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) lobte besonders, dass zu dem Projekt namens „liv´in reudnitz“ auch 24 seniorengerechte Wohnungen gehören. Ende 2019 will AOC noch ein Vorhaben zwischen der Prager, Riebeck- und Judith-Auer-Straße starten. Dort ist für etwa 50 Millionen Euro ein Neubau-Ensemble geplant – samt 140 Wohnungen und Ladenpassage.

Letzter Lückenschluss in der August-Bebel-Straße

In der mondänen August-Bebel-Straße verschwindet die letzte große Baulücke. Der Generalunternehmer Züblin hebt jetzt in Höhe der Hausnummer 16 die Baugrube für ein ungewöhnliches Vorhaben aus. Auch dort geht es um Wohnungen mit Balkon oder Terrasse – exakt 121 mit Größen von 50 bis 150 Quadratmetern. Doch damit sich die rund 10 000 Quadratmeter Wohnfläche gut in das Gründerzeit-Ambiente einpassen, hat das Leipziger Architekturbüro Mann&Schott an der Stelle nicht einen riesigen Riegel entworfen, sondern sechs separate Mehrfamilienhäuser. „Die verschiedenen Gebäude und Fassaden sind jeweils etwa 20 Meter breit“, erläutert Architekt Tilo Mann. „Auch die Vorgartenzone und Aufstanderker sind stark an die historische Nachbarbebauung angelehnt.“

Sechs Wohnhäuser mit begrünten Dächern entstehen jetzt gleichzeitig zwischen der August-Bebel-Straße und Brandvorwerkstraße (links). Quelle: Mann & Schott Architekten

Unter den sechs Häusern, die bis in die Arndt- und Brandvorwerkstraße reichen, wird aber eine gemeinsame Tiefgarage mit 83 Plätzen, Elektroladesäulen und Blockheizkraftwerk angelegt. „LaVida“ hat der Bauherr – die Leipziger Firma LEWO, die schon das Lindenauer Kaufhaus Held oder die Plagwitzer Globuswerke sanierte – ihr jüngstes Projekt genannt. Es wird 2020 in der Südvorstadt bezugsfertig.

Neue Eigenheimsiedlung in Eutritzsch startet

Wer von einem Eigenheim träumt, könnte nun in Eutritzsch fündig werden. Der Projektentwickler Bonava will in Kürze mit dem Bau einer Siedlung an der Gräfestraße beginnen. Auf dem 7700 Quadratmeter großen Grundstück sind im ersten Bauabschnitt vier freistehende Einfamilienhäuser und zehn Doppelhaushälften vorgesehen, teilte Projektleiter Andreas Thimm mit. „Die Vorbereitungsarbeiten auf dem Gelände beginnen voraussichtlich zum Sommerende. Im Herbst folgt dann der eigentliche Bau der Häuser. Läuft alles wie geplant, können die ersten Familien Ende 2020 einziehen.“ Die Doppel- und Einfamilienhäuser bieten je nach Variante vier bis sechs Zimmer (180 bis 243 Quadratmeter Nutzfläche).

An der Gräfestraße in Eutritzsch ist die nächste Eigenheimsiedlung vorgesehen. Quelle: Bonava

Alle Häuser sind mit einer Garage sowie einem zusätzlichen Stellplatz ausgestattet, sie bieten eine Terrasse und eine Dachterrasse. „Die Parkbühne Geyserhaus, eine Schwimmhalle, den nächsten Supermarkt und Kitas erreicht man fußläufig. Es ist auch nicht das erste Mal, dass wir hier bauen. 2015 hatten wir bereits ein Zuhause für viele Familien ‘An der Querbreite‘ geschaffen.“ Wie berichtet, baut Bonava derzeit in der Pfaffendorfer Straße einen Achtgeschosser mit 50 Eigentumswohnungen.

Das sind die 20 größten Bauprojekte in Leipzig:

Die Top 20 der größten Bauprojekte in Leipzig: Die Bilderstrecke zeigt, wo in den nächsten Jahren Milliarden investiert werden und was dort entsteht.

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