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Lokales Für Europa wird Leipzig grün
Leipzig Lokales Für Europa wird Leipzig grün
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23:30 26.05.2019
Constanze Krehl (SPD) bekommt von Leipzigs SPD-Chef Holger Mann Blumen für den Wiedereinzug ins Europaparlament. Quelle: André Kempner
Leipzig

Kurz nach 21 Uhr legten die Statistiker des Neuen Rathauses am Sonntag Abend Leipzigs vorläufiges Ergebnis bei der Europawahl vor: Die Grünen haben sich in der Gunst der Leipziger ganz nach vorn geschoben (siehe Grafik), gefolgt von der einst führenden CDU und der Alternative für Deutschland (AfD). Leipzigs Linke rangieren bei den Europa-Themen nur noch auf Platz 4; Leipzigs SPD stürzte auf Platz 5 ab. Von den kleinen Parteien schaffte die FDP einen Zugewinn von zwei Prozentpunkten. Den Liberalen folgen die Freien Wähler mit 1,5 Prozent.

Krefft ist vom guten Abschneiden nicht überrascht

„Umwelt, Naturschutz, Straßenbäume und Parkpflege bewegen die Menschen in Leipzig sehr stark“, kommentierte Katharina Krefft, Fraktionschefin der grünen Ratsfraktion, das Ergebnis. Das Erreichen der 20-Prozent-Marke habe sie nicht überrascht. „Bei den Gesprächen an den Wahlständen war schnell klar: Die Leipziger wissen, dass wir bei Themen wie Klima und Verkehr konkrete Antworten haben.“

Clemen ist ernüchtert über CDU-Ergebnis

Bei der CDU sorgten die deutlichen Stimmenverluste für Ernüchterung. „Wir hätten uns auf den Kopf stellen können, aber auf Kommunal- und Landesebene trotzdem nicht den Bundestrend gestoppt“, erklärte Leipzigs CDU-Chef Robert Clemen. Das Ergebnis der Europawahl in Leipzig sei für die CDU „katastrophal“ und auf Landesebene „noch einmal schlechter als bei der Bundestagswahl“. Clemen: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die AfD in Sachsen eine ernstzunehmende Kraft geworden ist. Bei den Menschen gibt es offenbar eine ganz andere weit verbreitete Grundvorstellung von gesellschaflicher Organisation. Damit müssen wir uns auseinandersetzen.“

Droese sieht AfD auf dem Weg zur stärksten Kraft in Sachsen

Leipzigs AfD-Chef Siegbert Droese nannte den Ausgang der Europawahl in Sachsen „richtungsweisend“. „Sachsenweit sind wir deutlich stärker als die CDU geworden. Das ist eine wunderbare Marke auf unserem Weg zur stärksten Kraft in Sachsen.“

Bednarsky bedauert Linken-Verluste

Leipzigs Linken-Chef Adam Bednarsky bedauerte, dass seine Partei bei der Europawahl viele Stimme an Konkurrenten wie „Die Partei“ verloren hat, die „ein ähnliches Wählermilieu wie wir haben“. Die Stimmenverluste seien nicht schön. „Im Vergleich zum Bundes- und Sachsenergebnis sind wir in Leipzig aber immer noch gut“, betonte er.

Krehl konstatiert Vermittlungsprobleme bei der SPD

Die Leipziger SPD begrüßte, dass trotz ihres desaströsen Ergebnisses bei der Europawahl die langjährige Leipziger SPD-Europaabgeordnete Constanze Krehl wieder in das Europaparlament einziehen wird. Denn sie ist auf der Bundesliste ihre Partei auf Platz 11 gesetzt. „Wir haben einen sehr guten Wahlkampf geführt, aber offenbar konnten wir unsere Themen nicht genug vermitteln“, erklärte Krehl.

Ob es der CDU-Europageordnete Hermann Winkler noch einmal nach Brüssel schafft, war bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe offen. Leipzigs Grüne schicken die aus Chemnitz stammende sächsische Spitzenkandidatin Anna Cavazzini ins EU-Parlament. die Leipziger AfD den aus Dresden stammenden sächsischen Spitzenkandidaten Maximilian Krah. Krehl könnte Leipzigs einzige Stimme in Brüssel werden.

Von Andreas Tappert

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