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Ganz Leipzig singt „Stille Nacht“ – Aktionen der Kirchen in einem schwierigen Advent

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14:09 14.12.2020
Der katholische Propst Gregor Giele (links) und der evangelisch-lutherische Superintendent Sebastian Feydt haben den virtuellen Adventskalender der Leipziger Kirchen ins Leben gerufen.
Der katholische Propst Gregor Giele (links) und der evangelisch-lutherische Superintendent Sebastian Feydt haben den virtuellen Adventskalender der Leipziger Kirchen ins Leben gerufen. Quelle: André Kempner/Kirchenbezirk Leipzig
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Die bevorstehende Adventszeit wird anders sein, als wir es gewohnt sind. Die Auswirkungen der Pandemie, die Kontaktbeschränkungen und Abstand erfordert, lassen die gewohnte Nähe zu Freunden und Familie noch stärker zu einer Sehnsucht, denn einer Selbstverständlichkeit werden. Der Lockdown wird den Advent prägen.

Feydt: „Wie kann Weihnachten gelingen?“

Das wissen auch die evangelischen und katholischen Kirchgemeinden in Leipzig, die seit Wochen darüber nachdenken, welche Angebote sie machen können, damit sich gerade die nicht noch einsamer fühlen, die in der Weihnachtszeit allein sind. „Nach der teils berechtigten Kritik an den geschlossenen Kirchen während des Frühjahr-Lockdowns machen wir uns in den Gemeinden jetzt verstärkt Gedanken darüber, wie das Weihnachtsfest unter diesen Bedingungen gelingen kann“, sagt der evangelisch-lutherische Superintendent Sebastian Feydt. Bedingungen, die auch die Akteure der Kirchen auf kleinere Angebotsformate zurückwerfen.

Giele: „Wollen den Menschen zeigen, dass wir da sind“

Eins davon ist der virtuelle Adventskalender. Mit dem katholischen Kollegen Propst Gregor Giele an der Seite rief Feydt die Aktion der Kirchen in Leipzig ins Leben. „Darin versteckt sich ein breites Spektrum von Inhalten der karitativen Einrichtungen aus der ganzen Stadt“, macht der Superintendent neugierig. Die Botschaft dahinter benennt Propst Giele: „Wir wollen den Menschen in Leipzig zeigen, dass wir da sind. Und in dieser schwierigen Zeit einladen, wenigstens auf eine virtuelle Weise zusammenzurücken.“

Jeden Tag im Dezember bis zum Heiligen Abend öffnet sich ein Türchen mit Botschaften von Leipzigern an Leipziger. Ein Signal vor allem (aber nicht ausschließlich) an jene, die alleine sind. Die Einsamkeit wird in der Adventszeit nicht selten noch präsenter. Giele: „Für diese Mitmenschen wiegen die zusätzlich schwierigen Bedingungen in der Pandemie noch schwerer.“

„#achtzehn8 – Leipzig singt Stille Nacht“ ist der Höhepunkt

Auch an sie – und alle anderen – richtet sich eine zweite Botschaft der Leipziger Kirchen am 24. Dezember. Dann mündet der Adventskalender in die Aktion „#achtzehn8 – Leipzig singt Stille Nacht“. In der Zeit zwischen den normalerweise üblichen Christvespern und der Christmette sollen die Leipziger dann noch einmal nah zusammenrücken. Um 18 Uhr läuten die Glocken. Anschließend wird auf dem Markt die Weihnachtsgeschichte gelesen. Um 18.08 Uhr wird gesungen und musiziert – öffentlich und im privaten Raum von vielen hundert Stimmen. Jeder kann mitmachen. Auf dem Balkon, unterm Christbaum, zwischen Sofakissen, während der Übertragung auf die Krankenstation, am Radio, im Internet. Die Aktion wird im Internet übertragen.

Die Leipziger Volkszeitung unterstützt die Aktion

Feydt und Giele rufen jetzt schon mal alle Leipziger auf, mitzumachen. „Weihnachten kommt. Und wir feiern dieses Fest. Im Advent bereiten wir es vor. Ganz kreativ. Und vielleicht ganz anders als früher. Weihnachten 2020 soll uns in bester Erinnerung bleiben“, sagt Feydt. Und auch Giele ist zuversichtlich: „In einer schwierigen Zeit mit Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln wollen wir nicht in Trübsal versinken, sondern auf das Licht sehen, das Weihnachten in die Welt kommt. Hoffnungsvoll. Und auch ein bisschen trotzig.“

Die LVZ wird das ökumenische Kalender-Projekt medial begleiten und unterstützen – sowie sie dies augenblicklich schon bei der noch bis Montag laufenden Kirchen-Aktion „Offene Gedanken in geschlossenen Zeiten“ tut – zu sehen bei LVZ.de.

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Von Thomas Lieb