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Ganz Leipzig singt „Stille Nacht“ – so funktioniert’s

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10:30 16.12.2020
Arbeitet an einer besonderen stillen Nacht: Andreas Hahn, Chef der Agentur Hahnlive.
Arbeitet an einer besonderen stillen Nacht: Andreas Hahn, Chef der Agentur Hahnlive. Quelle: Kempner
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Leipzig

Dem Shutdown zum Trotz: Bei dem Projekt „#achtzehn8 – Leipzig singt Stille Nacht“ am Heiligen Abend können Leipzigerinnen und Leipziger per Live-Aktion kurz nach 18 Uhr gemeinsam singen und sich auf dem Bildschirm sehen. Andreas Hahn von der Agentur Hahnlive spricht über Einzelheiten der Kooperation von Leipziger Kirchen und der LVZ.

Wie entstand die Aktion?

Schon im September haben wir mit Akteuren von RB Leipzig und den Kirchen der Stadt zusammengesessen, um einen großen Weihnachtsgottesdienst mit Publikum im Stadion zu planen. Als sich herausstellte, dass das wegen der zweiten Corona-Welle platzt, wurden Alternativen gesucht, damit Kirchen trotzdem Menschen über die Gemeinden hinaus erreichen und der Isolation etwas entgegensetzen können. Da entstand die Idee zu „Leipzig singt Stille Nacht“. Wir möchten einen Moment der Gemeinsamkeit und des Innehaltens schaffen.

Wie wird das umgesetzt?

Um 18 Uhr läuten alle Kirchenglocken der Stadt. Danach wird die Schauspielerin Annett Sawallisch in einem Video das Weihnachts-Evangelium auf dem Marktplatz lesen, und um 18.08 Uhr singen wir gemeinsam das Lied „Stille Nacht“. Jeder soll mitsingen können – egal, wo er gerade ist. Die Aktion wird im Leipzig-Fernsehen und per Stream auf unserer Seite, in sozialen Netzwerken und auf der Seite der LVZ übertragen. Mehrere, auch überregionale, Radiosender begleiten die Aktion und spielen um 18.08 Uhr „Stille Nacht“. Den Song singen momentan Leipziger Künstlerinnen und Künstler aus der freien Kulturszene im Studio ein. Mit untereinander aufgeteilten Liedpassagen, so wie in „We are the World“ oder Live Aid.

Sie werben damit, dass auch Leipzigerinnen und Leipziger ein Teil davon sein können.

Unbedingt! Jeder kann im Vorfeld bis Sonntag ein Video mit dem eigenen Gesang einschicken. Musik und Text kann man sich auf unserer Seite runterladen, Sängerin Diana Labrenz stimmt dort alle per Video darauf ein. Das Geschickte wird dann in den Gesangsteppich der Künstler eingeflochten und in das Video eingebaut. Darüber hinaus können sich am Heiligen Abend Leute per „Zoom“ zuschalten, mitsingen oder einfach nur als Hörer und Zuschauer dabei sein.

Wie vermeiden Sie bei spontanem Mitsingen die drohende Kakophonie?

Indem die Mikrofone des Publikums stummgeschaltet werden, sonst funktioniert das in der Tat nicht. Trotzdem ist man auf dem Bildschirm zu sehen und Teil des Ganzen.

Für Sie besteht der Heilige Abend somit aus Produktionsstress?

Das Meiste ist ja vorproduziert. Natürlich werden wir zu tun haben, aber das macht ja auch Spaß.

Wie bewältigen Sie generell die Corona-Zeit?

Als Veranstaltungs-Agentur haben wir rechtzeitig den Hebel umgelegt und uns auf neue, digitale Formate konzentriert. Inzwischen bieten wir Digitalkonferenzen an, haben die „KulturSendung“ ins Leben gerufen, entwickeln Ideen für hybride Veranstaltungen und sind nebenbei beratend für Unternehmen und Organisationen tätig. Um das zu stemmen, gehörten viel Arbeit und viel Glück dazu. Hätten wir keine neue Form gefunden, gäbe es uns jetzt wohl nicht mehr. Unsere letzte „normale“ Veranstaltung war im Januar.

Sie sind Christ. Wie groß ist durch Corona die Wahrscheinlichkeit, vom Glauben abzufallen?

Es ist zu einfach zu fragen, warum Gott so viel Leid und Katastrophen zulässt. Der Mensch hat bekanntlich seinen Anteil daran. Was für uns Christen zählt, sind Stärke und Stabilität durch Gemeinschaft. Und wir haben das Glück, jemanden zu haben, an den wir uns wenden können. Das tröstet und gibt Rückhalt auch in schweren Zeiten. Das ist auch der Anlass für Projekte wie adventskalender-leipzig.de und die „Stille-Nacht“-Aktion. Es wäre doch schön, wenn wir in dieser schwierigen Zeit etwas Zuversicht und Hoffnung spenden können.

Welcher Song zwischen „Stille Nacht“ und „Last Christmas“ ist ihr Lieblingslied zum Fest?

Ich bin ein großer Fan von „Oh du fröhliche“. Da hat mein Vater schon an der Orgel alle Register gezogen, und zum Ende der Christmette ist das ein schöner, stimmungsvoller Abschluss. Nach diesem Stück ist richtig Weihnachten!

Alle Infos und Musik zum Einsingen www.leipzig-singt-stille-nacht.de

Von Mark Daniel

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