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12:14 22.01.2020
Blick ins Barfußgässchen: Hier brummt die Gastronomie, doch immer wieder müssen in Leipzig auch Lokale dicht machen. Gibt es ein größeres Problem? Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Zu Jahresbeginn ist Leipzig um ein Café ärmer geworden. Das Marshalls Mums im Leipziger Süden hat nach seiner Winterpause nicht wieder geöffnet. Auf Facebook richteten sich die Betreiber Isabell Buße und Enrico Krüger mit einem Statement an ihre Kunden und erklärten, wie es zu dem Entschluss kam. „Die Gründe liegen irgendwo zwischen Platzmangel, Behördenwahnsinn und zu müde um weiterzukämpfen“, heißt es dort. Vor sieben Jahren hatte das kleine Café in der August-Bebel-Straße eröffnet. Zu den genauen Hintergründen der Schließung wollten sich die Betreiber gegenüber der LVZ nicht äußern. So bleiben die Details des „Behördenwahnsinns“ und weitere Ursachen für das Café-Aus offen. Bleibt die Frage: Ist das Marshalls Mum ein Einzelfall?

„Es gibt kein Gaststättensterben in Leipzig

Ja, sagt Holm Retsch. Als Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Sachsen kann er feststellen: „Es gibt kein Gaststättensterben in Leipzig“. Auch einen Behördenwahnsinn sieht Retsch nicht. „Die bürokratischen Hürden sind in den letzten Jahren nicht eklatant gestiegen. Einen Behördenwahnsinn kann ich aus meiner Sicht nicht feststellen“, betont er.

Das beliebte Café Marshalls Mum hat nach der Winterpause nicht mehr geöffnet. Quelle: André Kempner

Professionelle Hilfe vom Fachverband

Als Berufsorganisation des Gastgewerbes in Sachsen unterstützt der Dehoga-Regionalverband sächsische Gastronomen – auch beim Umgang mit Behörden, wie dem Finanz- und Gesundheitsamt oder dem Zoll. „Unser Fachverband kann den Gastronomen zur Seite stehen“, betont der Geschäftsführer. Doch die Beratungsangebote des Verbandes werden häufig nicht genutzt. Gerade für Quereinsteiger, die es in der Branche häufig gibt, seien Beratung und Hilfestellungen wichtig. Wer sich im gastronomischen Gewerbe nicht auskennt, macht häufiger Fehler. Nicht wenige Läden müssen deshalb schließen.

Schwierig in der Situation einen Anfang zu finden... Wir müssen euch etwas sehr wichtiges sagen...! Das Café Marshalls...

Gepostet von Marshalls Mum am Dienstag, 7. Januar 2020

Mehr Neueröffnungen als Schließungen

Die Gastronomie ist eine dynamische Branche. Immer wieder schließen Cafés und Restaurants, es gibt aber auch Neueröffnungen – in Leipzig liegt ihre Zahl höher als die der Schließungen. Laut Leipziger Industrie- und Handelskammer steigt die Zahl der Gastronomiegewerbe in der Stadt beständig. Waren es im Jahr 2000 noch 1.224 Betriebe, so verzeichnete die IHK im Jahr 2019 1.888 gastronomische Betriebe. Inklusive der Landkreise Leipzig und Nordsachsen sind es 3.085 (im Jahr 2019) gegenüber 2.504 (im Jahr 2000).

Personalmangel als Hauptproblem

Obwohl von Gastro-Sterben also nicht die Rede sein kann, machen natürlich immer wieder Cafés, Restaurants und Gaststätten in Leipzig zu. Die Schließungen haben vielfältige Gründe, so Holm. „Das Hauptproblem der sächsischen Gastronomen ist der Personalmangel“, sagt er. Viele Menschen wollen nicht in der Branche arbeiten. Die Dehoga hat deshalb das Programm „Wege in die Gastlichkeit“ ins Leben gerufen, das Azubis in die Branche vermittelt.

In die Räume des Marshalls Mum soll übrigens ein neues Café einziehen. Gastronomisch geht es in Leipzig also dynamisch weiter.

Von Lilly Günthner

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