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Lokales Geblitzt: Bei Eis und Schnee droht Strafzulage
Leipzig Lokales Geblitzt: Bei Eis und Schnee droht Strafzulage
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12:01 04.01.2019
Radarfallen wie diese werden von vielen Autofahrern zu spät entdeckt.
Radarfallen wie diese werden von vielen Autofahrern zu spät entdeckt. Quelle: André Kempner
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Leipzig

In den nächsten Tagen müssen Autofahrer im Stadtgebiet wieder mit deutlich mehr Geschwindigkeitskontrollen rechnen. Denn die Zahl der Messungen nimmt wieder zu. Die Stadtverwaltung bestätigte am Donnerstag auf LVZ-Nachfrage, dass sie am Mittwoch mit ihren mobilen Geräten 21 Geschwindigkeitsmessungen in Leipzig durchgeführt und damit wieder ihr normales Kontrollniveau erreicht hat. Dies entspricht wieder dem Durchschnitt, den es vor den Weihnachtsfeiertagen gab, hieß es. So führte das Ordnungsamt zwischen dem 17. und 22. Dezember insgesamt 100 Messungen durch – 56 im Frühdienst und 44 im Spätdienst. Zwischen den Feiertagen waren es am 27. und 28. Dezember dagegen nur insgesamt 28 Messungen gewesen – 17 im Frühdienst und elf im Spätdienst. Dieser Rückgang war vor allem wegen der urlaubsbedingten Abwesenheit von Beschäftigen zustande gekommen, durch die nicht alle geplanten Schichten vollständig abgedeckt werden konnten. „Einen planmäßigen Weihnachtsfrieden gibt es bei uns nicht“, so ein Behördensprecher. Zurzeit verfügt die Stadt über fünf mobile Messfahrzeuge sowie ein mobiles Messsystem, das sporadisch zum Einsatz kommt. Im Laufe des Jahres kommen noch drei semistationäre Messsysteme hinzu.

Mit dem Unfallrisiko steigen die Bußgelder

Das Internetportal „Geblitzt.de“ hat jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass sich mit dem Winterwetter auch die Regeln für geblitzte Autofahrer verändern. Denn viele von diesen wüssten nicht, dass mit Nebel, Regen oder Schneefall nicht nur das Unfallrisiko steigt, sondern auch die Bußgelder. Das Legal Tech Unternehmen lässt Bußgeldvorwürfe kostenfrei prüfen. An die 200 000 Fälle wurden seit Firmengründung im Jahr 2013 bearbeitet.

Danach gilt generell: Fuß vom Gas bei schlechtem Wetter. Wer bei Nebel, Regen oder Schneefall zu schnell unterwegs ist, muss ab 21 Stundenkilometer innerhalb geschlossener Ortschaften ein Bußgeld in Höhe von 95 Euro zahlen. Das sind bereits 15 Euro mehr als bei normalen Sichtverhältnissen. Ab 26 Stundenkilometer innerorts steigt nicht nur die Höhe des Bußgeldes drastisch an. Obendrein gibt es einen Monat Fahrverbot und die Anzahl der Punkte in Flensburg addiert sich auf zwei.

Kälte beeinträchtigt Funktion von Blitzern

Ungünstige Witterungsverhältnisse machen aber nicht nur den Straßenverkehrsteilnehmern zu schaffen. Auch für die Blitzer stellen Schnee und Eis eine Herausforderung dar. Experte Jan Ginhold erklärt: „Kälte beeinträchtigt die Funktion der Blitzanlagen. Bei Minusgraden kann es vorkommen, dass die Messungen keine gerichtlich verwertbaren Ergebnisse liefern.“ In solchen Fällen macht es besonders viel Sinn, seinen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid bei Geblitzt.de einzureichen. Darüber hinaus „können formelle Fehler im Bußgeldverfahren, unscharfe Blitzerfotos oder falsch positionierte Messgeräte auch im Winter Grund für eine erfolgreiche Anfechtung sein“, so Ginhold weiter. Und wer bei entsprechendem Wetter keine Winterreifen montiert hat, muss mit einem Punkt und bis zu 100 Euro Bußgeld rechnen. Das gilt übrigens auch für Fahrzeuge, die im Ausland zugelassen sind.

Ausgenommen hingegen sind Motorräder, Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft wie Traktoren, Anhänger und parkende Kraftfahrzeuge. Auch bei einer Reifenpanne drückt der Gesetzgeber ein Auge zu. Hier wird nicht verlangt, dass der Betroffene stets einen Winterreifen in Reserve hat.

Von Andreas Tappert