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Lokales Geburtshaus von Komponist Eisler wird gerettet
Leipzig Lokales Geburtshaus von Komponist Eisler wird gerettet
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Von Jens Rometsch
So wird das Hanns-Eisler-Ensemble samt dem Teil an der Dohnanyistraße (rechts) nach der Sanierung aussehen. Quelle: Entwurf Ulrich Kalkof
Leipzig

Vor mehr als zehn Jahren wäre das Geburtshaus von Hanns Eisler in Leipzig beinahe abgerissen worden. Seitdem stand der Erhalt mehrfach auf der Kippe - nun endlich soll es gerettet werden.

Die Firma Treuhand Schwaben hat das Grundstück in der Hofmeisterstraße 14 und auch das Nachbarhaus in der Dohnanyistraße 1 von einem privaten Vorbesitzer erworben, bestätigte Geschäftsführer Ralph Reitenauer gegenüber der LVZ. "Wir haben schon den Bauantrag eingereicht. Die Vermarktung läuft auf Hochtouren." Für etwa sechs Millionen Euro sollen die Häuser ab Ende des Jahres denkmalgerecht saniert werden, dabei 28 Eigentumswohnungen entstehen. Das aus Stuttgart stammende Unternehmen vertrete schwäbische Werte wie Pünktlichkeit und Sparsamkeit, so Reitenauer. "Unser Ziel ist es, die eigenen vier Wände auch für Normalverdiener erschwinglich zu machen", sagt er.

Das unweit vom Hauptbahnhof befindliche Haus gilt als der letzte authentisch erhalten gebliebene Ort für eine Erinnerung an Eisler. Der kettenrauchende Kommunist war auch Schöpfer der DDR-Nationalhymne, wurde später aber durch die Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands angefeindet. Er zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Komponisten des 20. Jahrhunderts.

In Leipzig, wo sich die Stadt gern ihrer Komponisten wie Bach, Mendelssohn, Schumann, Mahler, Wagner rühmt, wäre das Haus beinahe plattgemacht worden. Nach der Jahrtausendwende wollte die Kommune dort allen Ernstes ein Hirschgehege schaffen. Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) beantragte für den Abriss Fördermittel. Nach heftigen Protesten versteigerte die LWB 2006 die kulturhistorisch wertvolle Immobilie: Für 26.000 Euro erhielt ein ausländischer Käufer den Zuschlag.

Danach wurde das längst leerstehende Gebäude "von einem Spekulanten an den nächsten" weitergereicht, erinnert sich Bettina Weil vom Vorstand der Internationalen Hanns-Eisler-Gesellschaft, welche sich stets für den Erhalt der Hofmeisterstraße 14 einsetzte. Bis die Leipziger Firma Conpartis Real Estate kam, die gleich nebenan ein großes Wohnungsbauprojekt entwickelt. Sie habe erstmals ein seriöses Konzept erstellt und dafür den Investor aus Schwaben begeistern können, frohlockt die Musikwissenschaftlerin. Die Hanns-Eisler-Gesellschaft steuerte die Idee bei, mit Hilfe einer Stiftung die authentische Wohnung in Zukunft abwechselnd Künstlern zur Verfügung zu stellen, die genau wie Eisler politisch verfolgt wurden. Auch die Treuhand Schwaben kann sich eine solche Lösung "sehr gut vorstellen", erklärt Reitenauer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2015