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Lokales Gedränge im Wahlkreis Süd
Leipzig Lokales Gedränge im Wahlkreis Süd
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19:01 20.01.2019
Gert Pasemann
Gert Pasemann
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Leipzig

Unter strikter Geheimhaltung hat die Alternative für Deutschland (AfD) am Sonnabend ihre Kandidaten für die Landtagswahl nominiert – um die Gefahr von Ausschreitungen linker Extremisten zu verringern (die LVZ berichtete). Auf der Wahlveranstaltung, die in Mölkau stattfand, kündigte AfD-Kreisvorsitzender Siegbert Droese an, in Leipzig um jede Stimme zu kämpfen – damit die AfD im neuen sächsischen Landtag den Ministerpräsidenten stellt.

Wird Chrupalla Ministerpräsident?

Die Eröffnungsrede hielt der AfD-Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla, der bei der letzten Bundestagswahl als Nobody gegen den heutigen sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) in Görlitz antrat und diesem das Direktmandat für den Bundestag abnahm. „Sachsen hat eine bürgerlich-konservative Regierung verdient“, sagte Chrupalla, die Verweigerungshaltung der CDU für eine Koalition mit der AfD sei „nicht in Stein gemeißelt“. Chrupalla gilt als aussichtsreichster AfD-Kandidat für das Amt des sächsischen Ministerpräsidenten, wenn seine Partei die meisten Stimmen erhält.

Im Wahlkreis 27 (Leipzig-Ost) setzte sich Kerstin Penndorf durch. Die 59-Jährige arbeitet als Großhandelskaufmann und forderte „Einreisekontrollen an den Grenzen“. Sie sprach sich auch gegen eine „lebenslange Alimentierung“ von Migranten aus, weil dies „einen vollständigen Zusammenbruch der Sozialsysteme“ zur Folge habe.

Wiesner (AfD) contra Nagel (Linke)

Einen Überraschung gab es im Wahlkreis 28 (Leipzig Süd). Dort bewarben sich gleich drei AfD-Mitglieder, um gegen die Favoritin Juliane Nagel (Linke) ins Rennen zu gehen. Nach einer Stichwahl setzte sich der 29-jährige Alexander Wiesner durch. „Es darf nicht sein, dass uns Gesinnungsmenschen vorschreiben, wie wir leben sollen“, erklärte der Unternehmensberater. Er wolle ein Leipzig, „in dem man wieder Tag und Nacht durch die Parks laufen kann, ohne Angst vor Überfällen zu haben“. Wiesner: „Wenn wir heute nicht aufstehen und etwas ändern, machen wir uns an den nächsten Gernationen schuldig.“

Ein Novum gab es im Wahlkreis 30 (Leipzig-Altwest). Dort bewarb sich nur ein einziger Kandidat: der Veranstaltungsmanager Gert Pasemann. „Bei dieser Landtagswahl treten die Unzufriedenen gegen die Gleichgültigen an“, erklärte der 67-Jährige. „Das alte Lager hält zusammen und nutzt alle Möglichkeiten, das Lager der Unzufriedenen zu spalten.“

„Sumpf des Linksextremismus finanziell trocken legen“

Mit den meisten Stimmen gewählt wurde Stadtrat Holger Hentschel (Wahlkreis 33: Leipzig-Nordost). Der 34-jährige Bankkaufmann will im Landtag „für einen soliden Haushalt“ sorgen und „den Sumpf des Linksextremismus finanziell trocken legen“. Linke Gewalttäter hätten ihm bereits ein Auto und einen Motorroller angezündet sowie ein Hakenkreuz auf die Hausfassade gesprüht, berichtete er.

Weiterhin gewählt wurden:

Wahlkreis 29: Petra Böhme (57); 28 von 51 Stimmen (54,9 Prozent)

Wahlkreis 31: Jörg Kühne (50); 34 von 55 Stimmen (61,8 Prozent)

Wahlkreis 32: Tobias Keller (54); 31 von 55 Stimmen (56 Prozent)

Von Andreas Tappert

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