Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Gefährliches Hobby: Schatzsucher graben Bombe bei Leipzig aus
Leipzig Lokales Gefährliches Hobby: Schatzsucher graben Bombe bei Leipzig aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:26 09.12.2019
Hier sind Profis am Werk: Forscher suchen die ehemaligen Schlachtfelder der Völkerschlacht zwischen Holzhausen und Liebertwolkwitz ab. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Am Sonntag wurde auf einem Feld bei Dölzig eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe ausgegraben. Ersten Informationen der Polizei zu Folge, sollen Schatzsucher den Sprengkörper gefunden haben. Dieses Hobby ist nicht nur gefährlich, sondern oftmals auch illegal.

Wer sich in Sachsen unerlaubt auf Schatzsuche begibt, macht sich unter Umständen strafbar. Für die Suche nach archäologischen Gegenständen oder Kulturgüter gibt es strenge Regeln. In diesen Fällen greift das Sächsische Denkmalschutzgesetz. Denn was in Sachsen unter der Erde schlummert, ist Eigentum des Freistaates. So soll gesichert sein, dass wertvolle Kulturschätze nicht in Privatbesitz verschwinden, sondern für die Forschung und Öffentlichkeit bewahrt werden können.

Was die Schatzjäger in Dölzig gesucht haben, ist bisher noch unklar. Sicher ist nur: Ihre Entdeckung hätte schlimme Folgen haben können. Denn die Fliegerbombe ist bereits so sehr beschädigt, dass sie vor Ort vom Kampfmittelräumdienst gesprengt werden muss.

Raubgräbern drohen harte Strafen

Trotzdem machen sich Tag für Tag viele Hobby-Schatzjäger auf die Suche nach wertvollen Objekten. Im Netz gibt es eine große Community, die sich in Foren über technische Aspekte, neue Geräte und ihre Funde austauscht. Wichtigster Bestandteil der Suche ist ein Metalldetektor, der je Preisklasse – mehrere hundert bis tausend Euro – eine Suchtiefe von mehreren Meter ermöglicht. Für Raubgräber, die Kulturgüter stehlen oder beschädigen, drohen jedoch empfindliche Geld- und sogar Haftstrafen.

Wer sich legal auf Spurensuche machen will, muss sich an das Sächsische Landesamt für Archäologie in Dresden wenden. Dort können Laien eine Genehmigung für ihr Hobby beantragen. Ansprechpartner ist hierfür Christoph Heiermann. Der Experte beobachtet seit Jahren ein steigendes Interesse an so einer Erlaubnis. Waren es 2017 noch 90 Personen mit einem entsprechenden Papier, seien es heute bereits zirka 150, so Heiermann.

„Bis es so weit ist, führt ein Sonderbeauftragter des Landesamtes mit dem Bewerber ein ausführliches Gespräch über deren Motivation und den Umfang ihrer Ausrüstung“, erklärt Heiermann. In einem zweiten Schritt werden die Hobby-Archäeologen geschult, wie sie sich bei einem Fund zu verhalten haben.

Für legale Suchen gelten strenge Auflagen

Für die Sucher gelten dabei besonders strenge Auflagen. „Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass die Leute einfach losziehen und mit dem Spaten versuchen Denkmäler auszugraben“, sagt Heiermann. Den meisten sei nicht bewusst, dass bereits lose Tonscherben aus vergangenen Zeiten als bewegliches Denkmal gelten, so der Fachmann. Es bestehe immer das Risiko wichtige Relikte oder Orte zu beschädigen. Gegraben werden darf lediglich auf Äckern, die durch regelmäßige Feldarbeit sowieso permanent umgegraben werden und das nur bis zur einer Tiefe von höchstens 50 Zentimetern. Wälder und Wiesen sind tabu, ebenso wie Privatgelände – außer es liegt eine Erlaubnis des Grundstückbesitzers vor. Übrigens: Wer zum Beispiel beim Wandern durch Zufall etwas findet, ist ebenfalls verpflichtet die Gegenstände sowie den Fundort an das zuständige Landesamt für Archäologie zu melden.

Ob mit oder ohne Genehmigung. Dass das Sondengehen ein extrem gefährliches Hobby ist, betont auch Heiermann. „In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde in Sachsen erbittert gekämpft, deshalb liegt hier noch viel Munition und Sprengstoff im Erdreich verborgen.“ Ein falscher Spatenstich kann da im schlimmsten Falle tödlich enden.

Von Max Hempel

Für die Urenkelin war es eine große Ehre: Das Stadtarchiv Leipzig hat seinen Veranstaltungssaal nach Gustav Moritz Wustmann benannt – dem ersten Direktor.

09.12.2019

Eine Million von Porsche für gemeinnützige Projekte in Leipzig und Stuttgart? Die Ankündigung hat kurz vor Bewerbungsschluss einen wahren Ansturm ausgelöst. Fast 600 Projekte haben sich beworben, die meisten davon erst auf den letzten Drücker.

09.12.2019

Wer hat nicht als Student gejobbt? Aber vielen Studenten geht es beim Jobben nicht mehr nur ums Geld: Sie wollen den richtigen Arbeitgeber für später finden. Auch immer mehr Firmen wollen über Studentenjobs Mitarbeiter rekrutieren. Hier die wichtigsten Branchen.

09.12.2019