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Lokales Gegen Schimmel und Amtsschimmel – der nasse Keller der Grundschule in Connewitz
Leipzig Lokales Gegen Schimmel und Amtsschimmel – der nasse Keller der Grundschule in Connewitz
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22:19 14.12.2017
Beliebt und gut besucht: die Grundschule Connewitz. Doch mit dem Schimmel im Keller gibt es ein großes Problem.  Quelle: André Kempner
Leipzig

 „Das wird Folgen haben“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und ist sichtlich betrübt. Der Elternrat der Grundschule Connewitz hat sich in einem dringlichen Schreiben an ihn gewandt. Schon lange ist bekannt, dass der Keller des städtischen Gebäudes in der Zwenkauer Straße feucht und schimmelig ist. Und zwar in allen beteiligten Ämtern, wie die Eltern betonen. Das Gesundheitsamt hat den Keller zwar gesperrt, das Problem quasi „abgedichtet“. Eine verbindliche Aussage, wann die Gesundheitsgefährdung für die nahezu 470 Schüler, ihre Lehrer und Erzieher beseitigt wird, gab es bislang nicht. „In unserem Paket von Bürgereinwänden zum Haushalt 2017/18 haben wir bereits vor mehr als einem Jahr auf das Problem hingewiesen“, sagte Michael Gerhardt vom Stadtelternrat Leipzig gegenüber der LVZ.

„Einen solchen starken Schimmelbefall, wenn auch im Keller, gibt es in unserer Stadt in keinem weiteren Schulgebäude“, konstatierte Stadträtin Margitta Hollick (Linke), die das Gebäude im Sommer besichtigt hat. „Mir verschlägt es noch heute den Atem.“ Linke und Grüne haben gleich im September nach der Pause im Rat beantragt, den Schulhof umgehend trockenzulegen, die Sanierung des Kellers einzuleiten sowie den Bauschutt im Keller zu beseitigen. Der soll dort schon 30 Jahre liegen, hieß es. Auf der Dezember-Tagung wurde der Antrag debattiert.

Kritik an der Verwaltung

„Die Schulleiterin hat versucht, das Problem auf dem Dienstweg zu klären. Doch die Verwaltung hat das ausgesessen“, kritisierte Grünen-Fraktionschef Norman Volger und brachte damit auch die von seiner Partei gestellte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau in die Bredouille. „Es laufen die ersten Planungen, danach die Ausschreibungen. Das dauert eine Weile“, sagte sie. So ein Auftrag könne nicht freihändig vergeben werden. Die Verwaltung plant, im ersten Halbjahr „ein Gutachten über den Gebäudezustand mit Handlungsempfehlungen zur Trockenlegung“ erstellen zu lassen. Die Sanierung müsse bauabschnittsweise, voraussichtlich ab dem Haushaltsjahr 2019 erfolgen. „Die Schimmelbeseitigung muss doch zügig erledigt werden, das muss man doch nicht ausschreiben“, forderte Karsten Albrecht (CDU) und Bauexperte Siegfried Schlegel (Linke) gab Tipps, wie man rasch Firmen beauftragen und wie die Arbeit erfolgen kann. „Von Schimmel gehen Gesundheitsgefahren aus. Da besteht akuter Handlungsbedarf“, so Sven Morlok (FDP). „Es muss schnell und zügig gehandelt werden“, forderte SPD-Stadträtin Ute Köhler-Siegl. Dubrau: „Das Gesundheitsamt hat den Bereich gesperrt.“ Andere sind nutzbar. „Können wir uns gesperrte Räume in Schulen erlauben? Wir haben keine Ersatzräume“, so Volger. So hätten Eltern schon gedroht, ihre Kinder nicht mehr in die Schule zu schicken.

Was den Schulhof betrifft: Derzeit laufe eine Bestandsaufnahme der Grundleitungen, die größtenteils durch Baumwurzeln beschädigt sind. Dadurch komme es zum Wasserrückstau im Gebäude. 2018 wird die Sanierung zunächst geplant. Zumindest der Bauschutt in den ehemaligen Heizungsräumen im Kellergeschoss soll nun bis März beräumt sein. In den Sommerferien 2018 sind in weiteren Toiletten Arbeiten vorgesehen. „Ich bin unzufrieden, dass die Sanierung des Kellers erst 2019 erfolgen soll“, so Hollick. Werden die geplante Maßnahmen umgesetzt, entstehen vier Klassenräume, eine Werkstatt für den Hausmeister, Platz für Garderoben … „Das ist auf jeden Fall billiger als ein Anbau, den die Schule bei steigendem Bedarf dringend braucht.“

Von Mathias Orbeck

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