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Lokales Gegen den Braunkohleabbau: 900 Menschen campieren vor Pödelwitz
Leipzig Lokales Gegen den Braunkohleabbau: 900 Menschen campieren vor Pödelwitz
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20:56 01.08.2018
Aktuell campieren etwa 900 Menschen in der Nähe des Dorfes Pödelwitz südlich von Leipzig. Quelle: dpa
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Leipzig

Das Klimacamp, das seit vergangenem Samstag nahe dem Dorf Pödelwitz südlich der Stadt Leipzig besteht, wächst. Einer Presseerklärung zufolge haben mittlerweile knapp 900 Menschen ihre Zelte aufgeschlagen, um gegen Braunkohleförderung und für den Erhalt des Ortes Pödelwitz zu demonstrieren. Laut Josephine Lauterbach aus dem Organisationsteam des Camps ist ein wichtiges Ziel, den Widerstand gegen den Braunkohleausbau in der Region zu unterstützen, somit bereits erreicht.

Auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Aktion wurde unter anderem auf die lokalen Konsequenzen der Kohlenutzung hingewiesen. „Kein Leipziger möchte, dass für seine warme Wohnung Menschen enteignet werden“, sagte etwa Christian von Hirschhausen, der an der Technischen Universität in Berlin Wirtschafts- und Energiepolitik lehrt. Geht es nach der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft, kurz Mibrag, soll Pödelwitz der Kohleförderung weichen. Viele Anwohner haben ihre Häuser bereits auf Kosten des Unternehmens verlassen.

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Auch in Leipzig: Protestaktionen am 4. August

„Unser Protest geht aber über Braunkohle hinaus. Wir kämpfen für eine klimagerechte Welt“, sagt Josephine Lauterbach. Seit Montag laufen deshalb verschiedene Workshops zu den Aspekten von Klimagerechtigkeit sowie Kurse der Degrowth Sommerschule.

Am 4. August sind verschiedene Protestaktionen geplant. So hat die Gruppe „Kohle erSetzen“ eine Sitzblockade angekündigt, das Bündnis „Pödelwitz bleibt!“ ruft zu einer Fahrraddemo auf. In Leipzig wird die Gruppe „Tour de Natur“ für einen „sozialverträglichen Kohleausstieg“ protestieren, wie es in der Presseerklärung heißt.

hgw