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Lokales Gegen die Kälte: ASB spendet 100 Schlafsäcke für Obdachlose
Leipzig Lokales Gegen die Kälte: ASB spendet 100 Schlafsäcke für Obdachlose
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13:15 11.12.2019
Symbolische Übergabe: Holger Herzog vom SZL-Suchtzentrum nimmt Schlafsäcke und Thermounterwäsche von der Geschäftsführerin der Leipziger Samariter Marion Zimmermann in Empfang. Quelle: André Kempner
Leipzig

Für Obdachlose ist der Winter die härteste Zeit im Jahr. Immer mehr obdachlose Menschen suchen daher einen möglichst warmen Schlafplatz in der Leipziger City. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) will den Kampf gegen die Kälte unterstützen – und spendete jetzt 100 Schlafsäcke, Thermounterwäsche und Hygienesets an das SZL-Suchtzentrum.

Symbolisch überreichte Marion Zimmermann, Geschäftsführerin der Samariter, die Spende an Holger Herzog, Geschäftsführer des SZL-Suchtzentrums. Das Suchtzentrum mit seinem Hilfebus versorgt seit Februar dieses Jahres täglich obdachlose Menschen im gesamten Stadtgebiet. „Wir hoffen, dass alle Menschen die Winterkälte überleben und alle Obdachlosen ein sozial gesichertes Umfeld finden“, so Zimmermann.

So erreichen Sie den Hilfebus

Aktuell ist der Bus zu folgenden Zeiten unterwegs: täglich 18 bis 23 Uhr. Zwischen 20.15 und 20.45 Uhr hält der Bus am Hauptbahnhof beim Taxistand zwischen Ost- und Westeingang. Die Telefonnummer der Mitarbeiter des Busses ist: 01523 366 10 87 (erreichbar nur während der Einsatzzeit des Busses). Kontakt für allgemeine Anfragen: hilfebus@suchtzentrum.de.

„Wohnung ist ein Grundrecht“

Herzog nahm die Spende dankend an – und freut sich außerdem über 5000 Euro des Energie-Handelsunternehmens Friedrich Scharr KG. Der SZL-Geschäftsführer fand aufgrund der aktuellen Situation aber auch mahnende Worte. Seit Start des Hilfebusses im Februar hatten die Sozialarbeiter rund 1500 Kontakte mit 449 Obdachlosen. „Mehr Menschen als erwartet“, sagte Herzog. „Wir müssen aufpassen, dass wir in der Stadt genügend bezahlbaren Wohnraum schaffen. Eine Wohnung ist ein Grundrecht. Sie bietet Schutz und Privatheit. Und wenn Menschen nicht über eine Wohnung verfügen, dann ist das ein Problem.“

Michael Ose ist Sozialarbeiter beim Hilfebus. Er rechnet damit, dass die Schlafsäcke bis Februar oder März verteilt sind. „Manchmal werden Schlafplätze ordnungsbehördlich geräumt.“ Dies sei etwa der Fall, wenn es sich um ein privates Grundstück oder eine Bushaltestelle handele. „Dann müssen wir eventuell auch ein zweites Mal einen Schlafsack an eine Person verteilen.“

Spenden erwünscht

Die Spende ist Teil der bundesweiten Kältehilfe-Aktion der Samariter. Erstmals nahm in diesem Jahr auch der Leipziger Regionalverband teil.

Am Rand der Veranstaltung erklärt Herzog, dass sich das SZL-Suchtzentrum weiter über Spenden freut. Diese sollen am besten bei der Sachspendenzentrale in der Bitterfelder Straße 6 abgegeben werden. Dort werden die Spenden vorsortiert oder nach Bedarf gewaschen. Von Anfragen zur ehrenamtlichen Mitarbeit bittet das Suchtzentrum aktuell abzusehen. „Mit 30 Ehrenamtlichen sind wir da aktuell gut aufgestellt.“

Samariter rufen zu Wachsamkeit auf

Der ASB möchte mit der Aktion auch die Bevölkerung zu mehr Mithilfe aufrufen. „Wenn Sie einen obdachlosen Menschen sehen, der offensichtlich Hilfe benötigt, dann sprechen Sie ihn an“, so Zimmerman. „Ist die Person nicht ansprechbar, verwirrt, bewusstlos oder kann sich aus anderen Gründen nicht selbst helfen, dann rufen Sie Hilfe und wählen den Notruf 112.“ Doch Achtung: Sollte sich eine Person partout nicht helfen lassen wollen, könne man sie auch nicht dazu zwingen.

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