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Lokales Geheimdienst warnt vor Leipziger Salafisten
Leipzig Lokales Geheimdienst warnt vor Leipziger Salafisten
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06:00 18.06.2018
Zum Freitagsgebet kommen bis zu 1000 Besucher. Quelle: André Kempner
Leipzig

Seine Worte sind nach Einschätzung des Inlandsgeheimdienstes „geeignet, eine Spaltung der Gesellschaft zu fördern, zur Bildung von Parallelgesellschaften außerhalb der freiheitlichen demokratischen Grundordnung beizutragen sowie mittelbar Hass und Gewalt zu schüren“. Dem Leipziger Imam Hassan Dabbagh ist auch im aktuellen Bericht des sächsischen Verfassungsschutzes wieder ein eigenes Kapitel gewidmet. Seine „Islamische Gemeinde – Al-Rahman-Moschee“ in der Roscherstraße gilt weiterhin als „Schwerpunkt salafistischer Bestrebungen in Sachsen“.

Gottesstaat mit Scharia

Die Salafisten streben laut Verfassungsschutz einen Gottesstaat nach ihrer Auslegung der Scharia an, in dem die freiheitliche demokratische Grundordnung keine Geltung mehr hat. Sie lehnen demnach Demokratie und Rechtsstaat ab – ebenso wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie andere Religionen und vermeintlich Ungläubige. Ein Anhänger des militanten Dschihadismus sei der Deutsch-Syrer nicht, betonte der Verfassungsschutz gegenüber der LVZ. Dabbagh gelte eher als ein Vertreter des politischen Salafismus. Diese fielen durch intensive Propagandaaktivitäten auf. „Ihr Ziel ist es, neue Anhänger zu gewinnen, um die Gesellschaft von unten schrittweise nach islamistischen Vorstellungen umzubauen“, heißt es in dem Behördenbericht. „Das so verbreitete Gedankengut ist geeignet, den ideologischen Nährboden für eine islamistische Radikalisierung zu bilden.“ Die Fachleute analysierten zahlreiche Predigten und Propagandavideos des Imams und kamen zu dem Schluss, dass seine Aussagen geeignet seien, „bei einem bestimmten Personenkreis eine ablehnende Haltung zur Demokratie zu begründen oder zu verfestigen, Integrationsbemühungen zu unterlaufen und somit auch der möglichen Radikalisierung von Personen Vorschub zu leisten“.

Radikalisierung von Migranten droht

Mit Sorge sehen Experten deshalb, dass die Salafisten-Moschee in der Roscherstraße gerade im Zuge der Migrationsströme einen enormen Zulauf verbucht. Im Jahr 2017 kamen nach Geheimdiensterkenntnissen regelmäßig bis zu 1000 Personen zum Freitagsgebet. „Es gehören jedoch nicht sämtliche Besucher dem salafistischen Personenpotenzial an“, so der Verfassungsschutz. Diesen Muslimen fehlten jedoch Alternativen in der Stadt, so dass eine Radikalisierung von Migranten drohe, die bislang keine Verbindungen zu islamistischen Strukturen hatten. Gleichwohl führt die Stadt Leipzig auch in ihrer aktuellen Auflage vom „Wegweiser Leipzig interkulturell“ die Al-Rahman-Moschee auf – mit Terminen für das Freitagsgebet und sämtlichen Kontaktdaten. Entsprechend erfolgreich gestaltet sich das Gemeindeleben. Seit 2008 nahmen eigenen Angaben zufolge zwischen drei und fünf Personen wöchentlich den Islam an, heißt es in der Chronik des Moscheevereins, allein bis 2012 waren demnach mehr als 5000 Personen zum Islam konvertiert.

Einen Dämpfer musste Dabbagh 2017 indes hinnehmen: Die Klage, dass Passagen über ihn und den Verein im Verfassungsschutzbericht 2014 gestrichen werden sollen, wies das Verwaltungsgericht Dresden ab.

Von Frank Döring

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