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Lokales Geplante Flüchtlingsunterkunft in Gohlis soll Standort für 220 Künstler werden
Leipzig Lokales Geplante Flüchtlingsunterkunft in Gohlis soll Standort für 220 Künstler werden
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18:04 29.11.2018
In der Lindenthaler Straße im Leipziger Stadtteil Gohlis soll bald ein neuer Standort für Kulturschaffende und Kreative entstehen (Archivbild). Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

In der Lindenthaler Straße im Leipziger Stadtteil Gohlis soll bald ein neuer Standort für Kulturschaffende und Kreative entstehen. Das teilte das Kulturdezernat der Stadt am Donnerstag mit.

Der Gebäudekomplex in der Lindenthaler Straße 61 bis 65 sollte ursprünglich als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Die Stadt schloss deshalb 2015 einen zwölfjährigen Mietvertrag mit dem Eigentümer ab. „Inzwischen sind die Flüchtlingszahlen gesunken und das Objekt wird dafür nicht mehr benötigt“, heißt es in der Mitteilung. Im Juli 2016 hatten Unbekannte einen Angriff auf das Objekt verübt. Dabei wurden mehrere Scheiben zerstört.

Ab 2019 soll der Komplex an Kultur- und Kreativschaffende untervermietet werden. Dadurch könnten die bisherigen Mietkosten der Stadt jährlich um mehr als 100.000 Euro gesenkt werden. Das ehemalige Autohaus mit einer Gesamtfläche von 10.000 Quadratmetern soll insgesamt 220 Künstlern Arbeitsmöglichkeiten bieten.

Zunehmender Bedarf an Räumen für Künstler

Das Projekt wurde gemeinsamen von den Dezernaten für Kultur, Soziales und Wirtschaft erarbeitet. Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Die Linke) dazu: „Wir verzeichnen in den letzten Jahren einen zunehmenden Bedarf an bezahlbaren Räumen für einzelne Künstler, Kreativschaffende und die Kreativwirtschaft. Daher freue ich mich, dass die Verwaltungsspitze dem Stadtrat vorschlagen wird, das Objekt für die Nutzung durch Kultur- und Kreativwirtschaft bereitzustellen. Das ist für mich ein sichtbares Zeichen, dass auch in unserer wachsenden Stadt die Bedürfnisse der freien Kulturschaffenden nicht vergessen werden.“ Der neue Komplex werde die kulturelle Infrastruktur des Stadtteils sehr gut ergänzen und neue Akzente für einen lebenswerten Stadtteil setzen.

Das Vorhaben kommt zur rechten Zeit: Kultur- und Kreativschaffende in Leipzig haben verstärkt damit zu kämpfen, ausreichend bezahlbaren Raum für ihre Ateliers zu finden. Im vergangenen Jahr sorgte die Umstrukturierung des Westwerks bei vielen für Unmut. Mehrere Mieter mussten das Werk verlassen, dafür sollten unter anderem ein Supermarkt und eine Billardhalle einziehen.

von Christian Neffe

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