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Lokales Geschafft: Hotel Astoria ist entkernt
Leipzig Lokales Geschafft: Hotel Astoria ist entkernt
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07:34 11.05.2019
Im Hof des Hotels Astoria sind nun alle früheren Gebäude abgerissen. Dort entstehen ab Juni die Tiefgarage, eine Küche und der Ballsaal für bis zu 1000 Gäste. Alle Bereiche, die derzeit eingerüstet sind, dienen künftig wieder als Hotel. An der Gerberstraße sollen in dem Bereich, der jetzt schon abgerissen ist, und in einem angrenzenden Altbau nach dessen noch geplantem Abriss Wohnungen entstehen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Diese Woche gab es die erste echte Überraschung auf der Großbaustelle Astoria. Am Donnerstag rückte der Zoll mit 200 Beamten an, um im Rahmen einer „bundesweiten Schwerpunktprüfung im Baugewerbe“ auch in der 1915 eröffneten Nobelherberge nach dem Rechten zu sehen. „In Sachsen gab es dabei Einsätze in Leipzig, Dresden und Bautzen“, erklärte Maximilian Hempel vom Hauptzollamt Dresden. Das Ergebnis werde noch ausgewertet und nächste Woche mitgeteilt.

Manch ein alter Astorianer wird die Etagen vielleicht kaum wiedererkennen. Leipzigs jahrzehntelang führendes Hotel ist jetzt komplett entkernt und bietet dadurch ungewöhnliche Einblicke.

Im Astoria, wo zurzeit 100 Bauleute von verschiedenen Firmen rackern, wirkten bei der Aktion alle recht entspannt. „Es war die erste Kontrolle, seit vor genau einem Jahr unsere Aufräumarbeiten auf dem Gelände begannen“, sagte Robert Döring vom Eigentümer Vivion. „Da kann man nix machen.“ 2016 – nach 20 Jahren Leerstand – hatte dieses Unternehmen aus Berlin (das damals noch Intown hieß) das völlig ruinierte Astoria erworben. Zu den bundesweit 200 Objekten der Vivion gehört neuerdings auch das City-Hochhaus am Augustusplatz, bestätigte Döring.

Schwerste Handarbeit beim Dach-Abriss

Im Astoria sind gegenwärtig viele Bauarbeiter aus Rumänien und Polen im Einsatz, so Rainer Lesch vom Projektmanager Drees & Sommer. Er hatte jüngst die Sanierung des Dresdner Kulturpalastes verantwortet, ist nun Bauleiter für das neue Vier-Sterne-Superior-Hotel am Leipziger Hauptbahnhof – mit 250 Zimmern und 470 Betten. „Ich bin froh, dass wir diese ausländischen Kollegen haben. In den letzten Monaten war viel schwere Handarbeit beim Abriss des Daches nötig. Das haben sie hervorragend gemeistert.“

Künftig in Schiefer und mit Biberschwänzen gedeckt

Zwei komplette Dachetagen mussten mit Mini-Baggern und Presslufthämmern abgetragen werden. Für Großgeräte hätte die Traglast der über 100 Jahre alten Decken nicht gereicht. „Jetzt verschwindet gerade die letzte Ecke vom Dach. Ab Juni wird es als Stahlkonstruktion neu aufgebaut, damit es die künftig viel schwerere Haustechnik aufnehmen kann.“ Drei Zwerchhäuser aus Sandstein, die 36 Löwenköpfe zieren, blieben da oben jedoch stehen. Sie werden restauriert, danach der Gebäudeteil von 1915 (Richtung Hauptbahnhof) wieder mit Schiefer und der 1957 hinzugekommene Flügel an der Gerberstraße mit Biberschwänzen gedeckt – beides also historisch korrekt. Den alten Schriftzug „Astoria“ bringt die Leipziger Firma NEL wieder zum Leuchten. Alle Fenster werden aus Holz originalgetreu nachgebaut.

Rohbau soll vor nächstem Winter fertig sein

Auch die Sanierung der denkmalgeschützten Fassade starte im Juni oder Juli. Gleichfalls alle Betonarbeiten wie die Abdichtung des Kellers und der Bau der Tiefgarage mit 66 Plätzen im Hof. Deren Ein- und Ausfahrt liegen im Norden und in der Kurt-Schumacher-Straße. „Wir sind voll im Zeitplan“, freut sich Vivion-Sprecher Döring. Bauleiter Lesch hofft, die Betonarbeiten bis zum Winter abzuschließen. „Dann wäre eine Hotel-Eröffnung gegen Ende 2020 durchaus realistisch.“

Erstes Musterzimmer entsteht diesen Sommer

Bereits im August 2019 soll ein erstes Musterzimmer eingerichtet werden. Die Entscheidung über den Hotel-Betreiber sei noch nicht gefallen – trotz jeder Menge Interessenten, beteuerte Döring. Ins über sieben Meter hohe Erdgeschoss ziehen (an der Gerberstraße beginnend) ein Konferenz-Bereich mit sechs Räumen, die Hotel-Lobby (samt Vorfahrt), eine Bar (30 Plätze) und das Restaurant (mit historischen Elementen, 200 Plätze plus 60 im Freien) ein. Direkt neben dem Best-Western-Hotel entsteht im fünften Stock eine öffentliche Bar mit Terrasse. Das zweite Untergeschoss wird mit Kies verfüllt, das erste als Spa genutzt und mit einer 25-Zentimeter-Betonschicht gegen Grundwasser abgedichtet. Über die Tiefgarage kommt ein Ballsaal, der 1000 Gäste fassen kann und sich in fünf Säle aufteilen lässt.

Von Jens Rometsch

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