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Lokales Geschockt von Zerstörungswut – LVB erwägen Abbau von Fahrscheinautomaten
Leipzig Lokales Geschockt von Zerstörungswut – LVB erwägen Abbau von Fahrscheinautomaten
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23:00 24.01.2018
Der Fahrkartenautomat an der Haltestelle Plovdiver Straße wird extrem attackiert. Dieses Gerät könnte das erste sein, das deshalb abgebaut wird. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Den Fahrgästen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) drohen Einschränkungen: Obwohl das Unternehmen erst kurz vor dem Jahreswechsel seine 112 alten Ticketautomaten durch moderne Geräte ersetzt hat (die LVZ berichtete), wird jetzt darüber nachgedacht, demnächst einzelne neue Automaten für immer abzubauen. Weitere Automaten könnten folgen, heißt es. Der Grund ist die blinde Zerstörungswut von Vandalen. Die LVB wehren sich gegen den Vorwurf, sie würden vor den Vandalen kapitulieren.

„Diese neue Qualität von sinnloser Zerstörungswut macht uns fassungslos“, berichtet Unternehmenssprecher Marc Backhaus. In Grünau sei in der Plovdiver Straße einer der jeweils über 30 000 Euro teuren Ticketautomaten mehrfach mit einem riesigen Stein attackiert worden. „In der vergangenen Woche wurde so zweimal das Display zerstört“, sagt Backhaus. Der Schaden: rund 3600 Euro.

Ähnlich ist es in Probstheida in der Franzosenallee. Auch dort wird ein nagelneuer Ticketautomat regelmäßig zerstört. Der Schaden beträgt schon über 5000 Euro. Auch in der Gorkistraße wurde in dieser Woche ein sogenannter Polen-Böller in den Ausgabeschaft geworfen, um in den „Bauch“ des Fahrkartenautomaten zu gelangen, wo sich die Geldkassette befindet. Gelungen ist der Zugriff auf diese Kassette nicht – aber die Detonation hat nach Angaben der Polizei einen Schaden von 30 000 Euro an dem Fahrkatenautomaten verursacht. „Auch wenn es bislang aufgrund der hohen Schutzklasse der Automaten in keinem einzelnen Fall gelang, Fahrgeld zu entwenden, beunruhigt uns das Ausmaß und die Art und Weise der Beschädigungen erheblich, da diese vor allem unsere Kunden treffen“, so Backhaus. „Bislang führen wir in allen Fällen die notwendigen Reparaturen durch – aber irgendwann ist damit Schluss. Dann bauen wir besonders stark betroffene Geräte ganz ab.“ Die LVB machen auch kein Geheimnis daraus, dass ihnen der wirtschaftliche Schaden inzwischen „weh tut“. Denn die neuen Geräte sollte eigentlich mehrere Jahre lang ohne größere Reparaturen betrieben werden – denn diese treten erfahrungsgemäß erst nach vielen Nutzungsjahren auf.

Ob der Automat in der Plovdiver Straße der erste ist, der ganz abgebaut und nicht wieder aufgestellt wird, ist noch nicht abschließend entschieden. Doch die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering. Die LVB schließen auch nicht mehr aus, dass in einem halben Jahr noch ein oder zwei weitere Automaten für immer aus dem Haltestellenetz verschwinden könnten – zum Beispiel der in der Franzosenallee. Backhaus dementiert allerdings Berichte, nach denen die LVB auch schon erwägen sollen, in Grünau alle Automaten zu demontieren. „Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass wir vor den Vandalen kapitulieren“, sagt Backhaus. „Aber es gibt einen Punkt, an dem wir so viel Geld in die Reparaturen gesteckt haben, dass sich die Frage stellt, ob wir das wirtschaftlich auf Dauer weiter so praktizieren können.“

Seit Aufstellung der neuen Automaten ist den LVB durch Vandalismus ein Schaden von über 20 000 Euro entstanden – ohne den Automaten in der Gorkistraße. Das Unternehmen bittet deshalb auch schon die Leipziger um Mithilfe bei der Aufklärung dieser Straftaten. „Alle Hinweise, die zur zweifelsfreien Aufklärung von Vandalismus führen, belohnen wir mit 100 Euro“, sagt der Sprecher.

Gleichzeitig hat das Unternehmen die Kriminalpolizei eingeschalten, die inzwischen in mehreren Fällen ermittelt. Auch dort ist das Problem bereits seit längerem bekannt. Nach Angaben der Polizeidirektion wurden 2017 im Stadtgebiet in 15 Fällen Fahrkartenautomaten der LVB angegriffen und beschädigt. Weitere 13 Fahrkartenautomaten seien durch „Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion“ beschädigt und zerstört worden, fünf davon gehörten den LVB, der Rest der Deutschen Bahn AG. Zu den Tätern kann noch nicht viel gesagt werden, da kaum einer gefasst wurde. Es spreche aber viel dafür, dass es sich um „Beschaffungskriminalität“ handeln könnte, heißt es. Also vor allem um Drogensüchtige, die sich Geld für ihren nächsten „Schuss“ besorgen wollen.

Von Andreas Tappert und Frank Döring

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