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Lokales Gesundheitssportverein verlagert Rudern an den Zwenkauer See
Leipzig Lokales Gesundheitssportverein verlagert Rudern an den Zwenkauer See
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15:54 29.07.2019
Markus Denzel und Manfred Heine (rechts) am Steg vom Gesundheitssportverein Dr. Heine. Weil der Karl-Heine-Kanal teilweise verkrautet ist, wurde der Trainingsbetrieb vorerst an den Zwenkauer See verlagert. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Rudern als Präventionssport – das ist die Philosophie des Leipziger Gesundheitssportvereins Dr. Heine, der sich in der Groitzscher Straße 91 am Karl-Heine-Kanal angesiedelt hat. Mit einem eigens entwickelten Katamaran-Bootstyp können auch Senioren und Übergewichtige ihre Muskeln ertüchtigen. Doch die Verkrautung des Karl-Heine-Kanals – vor allem das 665 Meter lange, neu angelegte Verbindungsstück zum Lindenauer Hafen – lässt ein sportliches Rudern kaum noch zu. Mittlerweile hat die Stadt zwar angekündigt, ab 31. Juli die Fadenalgen und Unterwasserpflanzen zwischen Nonnenbrücke und Lindenauer Hafen mit einem Mähboot je nach Bedarf auf einer Breite zwischen 2,50 und fünf Metern zu entfernen. Dabei werden die Wasserpflanzen bis circa 1,6 Meter unterhalb der Wasseroberfläche abgemäht (die LVZ berichtete). „Das wuchert aber schnell wieder zu. Wir brauchen eine Perspektive für die nächsten zehn Jahre“, sagt Manfred Heine, der Vereinspräsident des Gesundheitssportvereins „Dr. Heine“.

Ausbau einer zweiten Halle verschoben

Der Karl-Heine-Kanal zwischen Nonnenbrücke und Lindenauer Hafen ist teilweise durch Unterwasserpflanzen verkrautet Quelle: Mathias Orbeck

Familie Heine – die Frau Jester betreibt als Allgemeinmedizinerin eine Praxis – hat nach eigenen Angaben 1,8 Millionen Euro investiert, um eine 1895 erbaute Fabrikhalle der ehemaligen Jutespinnerei Texafol denkmalschutzgerecht zu sanieren. Dabei arbeitet sie auch mit Krankenkassen zusammen. Neben dem Trainingsbereich und der Sauna ist sogar eine Turnhalle entstanden. Auch in der Hoffnung, dass der Ausbau der Wasserwege weitergeht – so plant die Stadt bekanntlich die Anbindung des Lindenauer Hafens an den Elster-Saale-Kanal. Dort fehlt derzeit eine etwa 75 Meter lange Verbindung. „Es gibt Pläne, eine zweite Halle für den Gesundheitssport auszubauen, doch die haben wir erst einmal zu den Akten gelegt.“

Standort am Kanal optimal

Grund ist die zunehmende Verkrautung, auch im „alten Abschnitt“ des Kanals. Die Ruder-Regatta im vorigen Herbst 2018 im Lindenauer Hafenbecken musste erstmals komplett ausfallen – weil der Zugang zu schwierig geworden war. Auch für den Trainingsbetrieb musste seit Mai eine Ausweichlösung her. „Wir rudern auf dem Zwenkauer See und sind dem Hafenmeister sehr dankbar, dort unseren Katamaran von einem provisorischen Anlegesteg aus starten zu können“, sagt Manfred Heine. Eine Lösung sei das allerdings nicht. Denn nicht alle der mittlerweile 200 Freizeitsportler könnten daran teilnehmen, etwa weil sie kein Auto besitzen oder ihnen die Anreise zum Zwenkauer See zu beschwerlich sei. Mindestens 15 Männer und Frauen hätten schon aufgegeben, buchstäblich „den Kanal voll“ und den Verein verlassen. „Für Berufstätige, die in ihrer Freizeit Sport treiben wollen, ist das Zentrum am Karl-Heine-Kanal ein optimaler Standort“, sagt Markus Denzel, der als Wirtschaftshistoriker an der Universität Leipzig arbeitet. Das Gründerzeitviertel mit dem Kanälen sei so wunderschön – da könnte man glatt an Weltkulturerbe denken. Verständnis dafür, dass die Stadt Leipzig das mit Fördermitteln gebaute Verbindungsstück nicht genügend pflegt, hat er nicht.

Stadt verweist auf Naturschutzgesetz

Die Stadt wiederum verweist darauf, dass eine pauschale Regelung nicht möglich sei. Schließlich müsse man das Bundesnaturschutzgesetz beachten. Die „Unterhaltungsmaßnahmen für Gewässer“ müssen dem Gesetz zufolge so minimal wie möglich gehalten werden, um gefährdete Arten zu schützen. So sei es untersagt, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten wildlebender Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören – beispielsweise Libellen und Libellenlarven.

Bootsverleiher nehmen es gelassen: „Von mir aus kann das Kraut drinnenbleiben. Mich stört viel mehr der viele Unrat im Wasser“, sagt Rainer Kehr von der RANAboot GmbH, die das Leipzig-Boot betreibt. Und betont, das sein Boot keineswegs eine Schiffsschraube eingebüßt hat, wie es jüngst beim Verein Wasserstadt hieß. Manfred Heine nimmt das nicht so locker. Nach der Entkrautung, die pünktlich vor dem nächsten Wasserfest abgeschlossen sein soll, kehrt er mit dem Trainingsbetrieb dennoch zurück auf den Karl-Heine-Kanal.

Von Mathias Orbeck

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