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Lokales Glockenklingen in Leipzig für Abschaffung der Todesstrafe
Leipzig Lokales Glockenklingen in Leipzig für Abschaffung der Todesstrafe
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15:13 27.11.2017
Die Glocke im Inneren des Goerdeler-Denkmals am Neuen Rathaus soll am Donnerstag fünf Minuten vor jeder vollen Stunde schlagen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Stadt Leipzig beteiligt sich an einer internationalen Kampagne für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Aus diesem Anlass wird am Donnerstag (30. November) die Glocke im Inneren des Goerdeler-Denkmals vor dem Neuen Rathaus fünf Minuten vor jeder vollen Stunde schlagen, teilte das Kulturamt am Montag mit.

Bereits in den Vorjahren hatte Leipzig auf diese Weise Flagge gezeigt. Seit 16 Jahren führt die Gemeinschaft Sant'Egidio den Internationalen Aktionstag „Cities for Life“ (Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe) den Aktionstag durch. Er erinnert an die erste Abschaffung der Todesstrafe im Großherzogtum Toskana am 30. November 1786.

In Leipzig befand sich ab 1960 die zentrale Hinrichtungsstätte der DDR. Vor der Abschaffung der Todesstrafe 1987 wurde hier im Juni 1981 das bis heute letzte Todesurteil auf deutschem Boden vollstreckt. Insgesamt wurden in der DDR nach aktuellem Forschungsstand zwischen 1949 bis 1981 mindestens 164 Menschen hingerichtet. Gut ein Drittel davon waren NS-Verbrecher, je rund 50 wurden wegen Mordes oder politischer Verbrechen wie Spionage oder Sabotage getötet.

Das Goerdeler-Denkmal am Neuen Rathaus erinnert seit 1999 an den Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler. Der Leipziger Oberbürgermeister der Jahre 1930-37 war maßgeblich an der Planung des gescheiterten Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 beteiligt. Er wurde im Februar 1945 hingerichtet.

Von LVZ