Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Großer Andrang im Sozial-Beratungsbus in Leipzig
Leipzig Lokales Großer Andrang im Sozial-Beratungsbus in Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 17.05.2019
Was wird aus meiner Rente? Viele Leipziger brachten ihre Sorge um die Altersvorsorge zum Ausdruck. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz hat sich eine Schlange gebildet. Eigentlich findet hier ab elf Uhr im Beratungsbus des Deutschen Anwaltvereins (DAV) kostenlose Rechtsberatung zu Fragen des Sozialrechts statt – die Sitzgruppen im Bus sind jedoch schon vollbesetzt, bevor die Anwälte überhaupt mit dem Aufbau fertig sind. Einige der Wartenden sind zufällig vorbeigekommen, andere haben sich vorbereitet und tragen Mappen mit wichtigen Dokumenten unter dem Arm. „Das Thema Nummer eins ist ganz klar die Rente“, sagt Soazialanwalt Nikolaos Penteridis vom DAV. „Gerade für viele ältere Leute zählt jeder Euro, der Streit mit Renten- oder Krankenkassen über die Bescheide ist aber oft kompliziert. Deshalb sind wir heute hier“. Die Beratung im Sozialbus, unterstützt von der LVZ als Medienpartner, ist die einzige Aktion im Rahmen des Anwaltstages 2019, die nicht im Congress Centers Leipzig stattfindet, sondern „draußen“, wie Penteridis es beschreibt. „Das Motto unseres diesjährigen Treffens ist „Rechtsstaat leben“ und der wird nun mal nicht im stillen Kämmerchen gelebt, sondern im Gespräch mit den Leuten.“

Viele Fragen drehen sich um Rente und Grundsicherung

Auch Gerd Müller ist mit einer Frage zu seiner Rente gekommen. Der 70-Jährige heißt eigentlich anders, will aber nicht, dass sein früherer Arbeitgeber ihn erkennt. Er sei nach 50 Jahren Beschäftigung und trotz Status als Schwerbehinderter ein Jahr vor der Rente entlassen worden. „Wegen Umstrukturierung, haben sie gesagt“, erzählt der ehemalige Maschinenführer. Sozialanwalt Volker Gerloff kann ihm in diesem Fall leider nicht helfen – er ist längst verjährt. Seine geringe Rente belastet Müller jedoch akut. 900 Euro bekommt er. Da das zum Leben nicht reicht, hat seine nach einer Chemotherapie gelähmte Partnerin, eine frühere Hausfrau, Grundsicherung beantragt. „Davon bekommen wir aber nur 200 Euro. Den Rest ziehen sie von meiner doch eigentlich gesetzlich gesicherten Rente ab“, sagt Gerd Müller und fragt sich: „Dürfen die das?“

Im Sozialrecht geht es oft um die Existenz

Sie dürfen, stellt Volker Gerloff fest. Denn das Amt nehme Gerd Müller genau genommen die Rente nicht weg, sondern verteile sie fiktiv auf die Ehepartner. Andere Fälle, die im Bus vorgestellt werden, liegen nicht so klar. „Aus manchen Bescheiden ist nicht ersichtlich, woher Abzüge kommen“, sagt Sozialanwältin Cornelia Oster. Bei ihr sprächen viele Leute vor, die durch Behinderungen eingeschränkt seien. „Da ist der Tenor dann: Wir haben ohnehin wenig Kraft –warum müssen wir so sehr um das kämpfen, was uns zusteht?“, so Oster. Oft gehe es schlicht um die Existenz der Menschen. Gerade deshalb fühlt Oster sich in ihrem Beruf richtig: „Man verdient im Vergleich zwar weniger. Aber nirgendwo sonst ist man so wichtig für die Mandanten.“

Von Hanna Gerwig

Am Donnerstag stießen am Leipziger Hauptbahnhof zwei Straßenbahnen zusammen. Eine von ihnen entgleiste. Die LVB gehen nicht davon aus, dass es sich um einen technischen Fehler handelte.

17.05.2019

Auf der Kinderintensivstation der Uniklinik gibt es einen neuen Rückzugsraum für Eltern. Sie können dort in Notsituationen unterkommen, ohne die Nähe zu ihren Kindern aufzugeben. Ermöglicht hat das der Verein „Paulis Momente hilft“.

17.05.2019

Wird der Elefantennachwuchs in Leipzig Mirko heißen? Die Chancen für den Namens-Vorschlag von Slam-Poet André Herrmann stehen wohl eher schlecht. Tausende Zuschriften für den kleinen Dickhäuter haben den Zoo bislang erreicht.

17.05.2019