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Lokales Großpösna: Aus dem Fichten-Oberholz wird ein Wald mit vielen Eichen
Leipzig Lokales Großpösna: Aus dem Fichten-Oberholz wird ein Wald mit vielen Eichen
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14:59 17.06.2019
Revierförster Christoph Seifert (l.) und Forstdirektor Andreas Padberg begutachten Neuanpflanzungen im Großpösnaer Oberholz. Quelle: Olaf Barth
Grosspösna

Wer regelmäßig durch das Großpösnaer Oberholz spaziert oder radelt, dem sind in den letzten Wochen und Monaten sicher die großen, zum Abtransport bereitgestellten Baumstamm-Stapel aufgefallen. Gleichzeitig kommen die Waldbesucher an großflächigen, scheinbar freien Flächen vorbei, auf denen vor nicht allzu langer Zeit noch dicht an dicht Fichten standen. „Was jetzt im Oberholz zu beobachten ist, sind die Folgen der zurückliegenden Stürme und der Trockenheit. Auch Schädlinge machen den geschwächten Bäumen zu schaffen. Alles zusammen hat auch im Oberholz für große Schäden im Bestand gesorgt. Das ist ein Verlust für die Natur und die Forstwirtschaft“, erklärt Forstdirektor Andreas Padberg (53) vom Staatsbetrieb Sachsenforst und zeigt auf eine scheinbar leer gefegte große Fläche: „Hier standen vor zwei Jahren noch Fichten, die 40 bis 50 Jahre alt waren, in 50 Jahren wären sie erntereif gewesen. Sie haben aber den Stürmen nicht standgehalten.“

Fichten besonders anfällig

Seit Sturm Herwart im Oktober 2017 hätte es im Oberholz keinen regulären Holzeinschlag mehr gegeben. Statt dessen sorgten die Stürme Friederike im Januar 2018 und Sturm Eberhard im März 2019 für weiteren Bruch. Dazwischen lag der heiße und trockene Sommer 2018. Aufräumarbeiten und Wiederaufforstung bestimmen jetzt das Arbeitspensum der Forstleute. Im Forstbezirk Leipzig sorgten die drei Stürme für 520 000 Festmeter Schadensholz, davon 8500 Festmeter im Oberholz. „Das entspricht 350 Prozent vom regulären Jahreseinschlag im Oberholz“, so Padberg. Gewinn ist damit nicht zu machen, denn die Holzpreise sind ob des Überangebotes derzeit im Keller. Allein im Forstbezirk Leipzig wurden 2018 für Aufräumarbeiten infolge der Stürme knapp zehn Millionen Euro an Unternehmerleistungen ausgegeben.

Vor allem Fichten sind im Oberholz gefallen. Auf 14,7 Hektar waren sie hier zu finden, jetzt noch auf 2,2 Hektar. Dagegen waren Eichen wesentlich weniger betroffen. „Fichten haben hier nicht ihr natürliches Verbreitungsgebiet. Die Stürme haben das Nadelholz rausselektiert. Die Flachwurzler fallen bei Stürmen schnell um. Und durch zu trockenes Klima sind sie sehr anfällig gegen Borkenkäfer“, beschreibt Padberg die Situation. Zum Rausholen der Stämme wurde Technik mit besonders breiter Bereifung eingesetzt, um den Waldboden zu schonen. Generell wurde bei der Wahl der Technik darauf geachtet, dass auch Wege möglichst nicht beschädigt werden. Eventuell doch nötige Reparaturen sollen in diesem und im nächsten Monat ausgeführt werden.

20 000 Stieleichen fürs Oberholz

Die ehemalige Fichten-Fläche, die Padberg gemeinsam mit dem zuständigen Revierförster Christoph Seifert inspiziert, sieht im Vergleich zu den hohen Bäumen im Umfeld einfach nur leer aus. Doch inzwischen wachsen hier fast schon hüfthoch neue Bäume heran. Auf 2,5 Hektar wurden auf dieser Wiederaufforstungsfläche knapp 20 000 zweijährige Stieleichen in den Boden gebracht. Erst nach mehreren Jahrzehnten können sie wirtschaftlich verwertet werden. „Mit Aufräumen und Vorbereitung der Fläche fallen Kosten in Höhe von circa 15 000 Euro je Hektar an“, sagt Seifert. „Dabei haben wir noch etwas Glück gehabt, dass es für die jungen Bäume im Mai genügend Niederschlag gab“, ist der 35-Jährige erleichtert.

Das Landschaftsbild im Oberholz ändert sich, der Waldumbau mit Laubholz und standortgerechter Bepflanzung ist in vollem Gang. Neben der Eiche gibt es als Begleitbaumarten Hainbuche, Esche, Birke und Eberesche. „Im gesamten Forstbezirk Leipzig haben wir auf 450 Hektar Schadflächen, pro Jahr bringen wir auf knapp 100 Hektar Fläche 750 000 Pflanzen neu in den Boden, dreiviertel davon sind Eichen“, zählt Padberg auf.

Von Olaf Barth

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