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Lokales Grüne fordern zusätzliche und längere Züge
Leipzig Lokales Grüne fordern zusätzliche und längere Züge
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22:00 16.08.2018
Mit dem einsetzenden Berufs- und Schülerverkehr nach den Ferien hat die Deutsche Bahn die Anzahl der Fahrräder in Leipzigs S-Bahnen begrenzt – hier ein voller Bahnsteig in der City-Tunnel-Station Hauptbahnhof in dieser Woche. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Kritik an der jüngsten Entscheidung der Deutschen Bahn, seit Montag die Anzahl der Fahrräder in den mitteldeutschen S-Bahnen zu begrenzen und dies auch zu kontrollieren, wird immer lauter. Nach dem ADFC hat sich nun auch die bündnisgrüne Landtagsfraktion zu Wort gemeldet. „Die Platznot in den S-Bahnen in Leipzig und der Region verlangt eine klare Antwort: zusätzliche und längere S-Bahnen“, erklärte Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion im Sächsischen Landtag. Die große Nachfrage sei ein schöner Erfolg und dürfe nicht zum Bumerang für die Bahnfahrenden werden.

Mehr Kapazitäten notwendig

„Dass Menschen mit Rollstuhl oder Rollator sowie Eltern mit Kinderwagen vorrangig im öffentlichen Nahverkehr befördert werden, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die S-Bahnen müssen darum in Zukunft mit größeren Kapazitäten für die Fahrradmitnahme ausgestattet werden“, so Meier. Und: Viel schneller ließe sich aber die Situation an den Bahnhöfen und Haltepunkten verbessern, wenn dort sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorhanden wären. Nur wer die Möglichkeit habe, sein Fahrrad diebstahl-, vandalismus- und wettersicher zu parken, lasse es guten Gewissens am Bahnhof stehen.

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An Haltepunkten seien Anlagen mit 200 bis 300 Plätzen bereits ausreichend, an den großen Bahnhöfen sollten es Radstationen sein, die bei Bedarf auch Service-Leistungen rund um das Fahrrad anbieten können. „Während es in Deutschland über 100 Radstationen gibt, hat Sachsen bisher keine einzige“, sagte die Bündnisgrüne. Sie fordere von der Staatsregierung deshalb ein entsprechendes Landesprogramm und mehr Radschnellwege.

Freistaat leitet gut 20 Prozent der Bundesmittel nicht weiter

Und: „Die Staatsregierung muss den Verkehrsverbünden endlich mehr Geld zur Verfügung stellen, sonst kann der Zweckverband ZVNL ein besseres Angebot nicht finanzieren“, fordert Meier. Leider plane die CDU/SPD-Koalition in Sachsen im aktuellen Doppelhaushalt keine zusätzlichen Mittel für den Schienenpersonennahverkehr. „Es sollen weiterhin nur 79 Prozent der vom Bund für den Nahverkehr erhaltenen Mittel an die Verkehrsverbünde weitergereicht werden“, so die Kritik

Die Bahn hatte auf ihre Beförderungsbestimmungen verwiesen und die Entscheidung damit begründet, dass zum Ende der Urlaubs- und Ferienzeit im wieder voll einsetzenden Berufs- und Schülerverkehr die Anzahl der Fahrräder erfahrungsgemäß steigt.

Bereits vor gut drei Jahren gab es mächtig Stress wegen zu vieler Fahrräder in der Station Hauptbahnhof, als ein Schaffner seine S-Bahn von der Bundespolizei räumen ließ, weil die Räder den Fluchtweg verstellten. 19 darauf folgende Züge hatten dadurch Verspätung.

Von Martin Pelzl