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Lokales Grünes Licht für viele neue Schulen in Leipzig – doch es bleibt eng
Leipzig Lokales Grünes Licht für viele neue Schulen in Leipzig – doch es bleibt eng
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17:56 27.06.2019
Blick auf die Baustelle für die neue Grundschule in der Jablonowskistraße nahe der Brüderstraße. Die Einrichtung soll zum Schuljahr 2020/21 in Betrieb gehen. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Für den Umbau des Schraderhauses im Täubchenweg 26 hat der Stadtrat am Donnerstag 750 000 Euro überplanmäßig bewilligt. Die denkmalgeschützte Immobilie, einst als Druckereigebäude erbaut, sollte zunächst zur Oberschule umgebaut werden (Gesamtkosten: ca. 26,2 Millionen Euro). Inzwischen hatte sich aber herausgestellt, dass dort ein Gymnasium dringender benötigt wird. Ein Grund: Eltern nutzen ihre Wahlfreiheit, ihr Kind auch ohne Bildungsempfehlung ans Gymnasium zu schicken. Das Vorhaben steht „unter einem enormen Zeitdruck und ist mit deutlichen zeitlichen Risiken behaftet“, heißt es. Bis zum Schuljahr 2021/22 soll das Gymnasium Schraderhaus fertig sein. Es ist ein Beispiel für den Bedarf an zusätzlichen Gebäuden, die Leipzig bis 2030 errichten muss. Etwa 21 000 Schüler mehr als derzeit muss Leipzig dabei unterbringen. Der aktualisierte Schulentwicklungsplan, der dafür die Weichen stellt, wurde am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen. Rein rechnerisch muss Leipzig bis 2030 etwa 16 Grundschulen, sieben Oberschulen sowie 12 Gymnasien zusätzlich errichten. Oder eben vorhandene Häuser aufstocken. „Wir haben die Kräfte gebündelt und unsere Ausgaben deutlich erhöht“, sagte Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) und verwies auf das Sofortbauprogramm vom Juni 2018.

Weickert: Abenteuerliche Geschwindigkeit, abenteuerliche Summen

Michael Weickert (CDU) betonte, dass im Rat in teilweise „abenteuerlicher Geschwindigkeit“ sowie mit „teilweise abenteuerlichen Summen“ Entscheidungen getroffen worden sind, um den Schulbau voranzubringen. „Wir sind einen Schritt nach vorn gekommen. Es gibt aber noch eklatante Baustellen“, sagte er und verwies auf fehlende konkrete Pläne für Sporthallen und Schulmensen. „Es ist ein Stück Papier, das keine konkrete Wegweisung bietet.“ Deshalb lehne die CDU den Plan als einzige Fraktion ab, um ein Zeichen zu setzen.

Krefft: Es braucht einen größeren Sprung

„Die Probleme haben sich verschärft“, sagte auch Katharina Krefft (Grüne). „Wir reden über Ausbau, über fehlende Räume – es ist keine wirkliche Entwicklung der Bildungslandschaft.“ Um die Bildungsstadt Leipzig entstehen zu lassen bedürfe es eines größeren Sprunges.

Die SPD setzte durch, unverzüglich mit Planungen für den Bau einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zu beginnen. Ute Köhler-Siegel: „Bis alle Baumaßnahmen umgesetzt sind, wird es in den Schulen eng bleiben. Der Plan zeigt aber in die richtige Richtung.“ Es bleibe Aufgabe, Überbelegungen zu managen. Für Sven Morlok (FDP) eine „Operation am offenen Herzen“.

Zuletzt 300 Millionen Euro investiert

Margitta Hollick (Linke) verwies darauf, dass die Stadt in den letzten Jahren mehr als 300 Millionen Euro für Neubau, Sanierungen und Reparaturen ausgegeben habe. „Es reicht aber noch nicht.“ Bei zu vielen Schulen werde die vorhandene Kapazität deutlich überschritten.

Christian Kriegel (AfD) nannte „Kombinatsgrößen“ von Schulen „nicht zielführend“. Das müsse sich künftig ändern. Linke und AfD sind sich einig: Eine (bereits beschlossene) Erweiterung der neu gebauten Gerda-Taro-Schule lehnen sie ab. Der Stadtrat stimmte dennoch zu, da es keine Alternative gibt und sonst Räume fehlen würden.

Von Mathias Orbeck

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