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Lokales Hamburger kaufen Großprojekt am Leipziger Hauptbahnhof
Leipzig Lokales Hamburger kaufen Großprojekt am Leipziger Hauptbahnhof
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18:53 05.12.2019
Gleich neben dem Leipziger Hauptbahnhof ist ein neuer Stadtteil mit 700 Wohnungen, Gymnasium, Hochhaus, Hotel, viel Gewerbe und einem Park geplant. Die Neubauten erhalten begrünte Dächer. Baustart: 2020. Quelle: RKW
Leipzig

Leipzigs Immobilienmarkt schießt durch die Decke. Nach LVZ-Informationen wurde soeben auch das letzte der drei größten Bauvorhaben in der Messestadt verkauft. Ebenfalls 2019 hatten schon die Areale am Bayerischen Bahnhof sowie am Eutritzscher Freiladebahnhof neue Besitzer erhalten. Dort sind neue Stadtteile mit insgesamt etwa 3800 Wohnungen geplant.

Hochhaus, Turnhalle, Parthe-Park

Nun bekam noch eine elf Hektar große Brachfläche westlich vom Hauptbahnhof neue Eigentümer. Verkäufer waren Investoren aus Bremen (die Firmen Imotegra und Buhlmann) – sie hatten erst im Juni 2019 einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt Leipzig geschlossen. Auch der Bebauungsplan für das autoarme Quartier ist bereits rechtskräftig: Er sieht unter anderem 700 Wohnungen, viel Gewerbe, Turnhalle, Kita, Gymnasium (fünfzügig), Hochhaus (13 Stockwerke), Hotel und einen Parthe-Park vor.

So sieht das reichlich elf Hektar große Gelände an der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofes gegenwärtig aus. Quelle: Patrick Moye

Neue Eigentümer des Geländes sind drei renommierte Unternehmen aus Hamburg: die dortige Sparkasse (Haspa), der Projektentwickler HamburgTeam und das Bauunternehmen Otto Wulff (500 Mitarbeiter). Die früheren Besitzer hatten die Baukosten mit 300 Millionen Euro (ohne Gymnasium) angegeben.

2020 sollen die Bagger anrücken

Otto Wulff hatte erst kürzlich eine Niederlassung in Leipzig eröffnet. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter dieses Familienunternehmens, Stefan Wulff, gegenüber der LVZ. Durch den (noch nicht ganz abgeschlossenen) Eigentumsübergang am Hauptbahnhof solle es möglichst keine Verzögerungen geben. „Wenn alles weiter so gut vorangeht, können wir dort im dritten Quartal 2020 mit den Erschließungsarbeiten beginnen.“

Die Arbeiten für diesen Achtgeschosser an der Ecke Talstraße (links) und Johannisplatz in Leipzig hat die Hamburger Baufirma Otto Wulff bereits begonnen. Im Jahr 2021 sollen 65 Wohnungen gleich neben dem früheren Opel-Autohaus (rechts) fertiggestellt werden. Quelle: Fuchshuber Architekten

In Leipzig errichten die Hanseaten derzeit schon einen Achtgeschosser mit 65 Wohnungen an der Ecke Johannisplatz/Talstraße (direkt neben dem historischen Opel-Autohaus) sowie ein Ensemble für die Leipzig-Stiftung in Schönefeld mit 142 Wohnungen. Zudem soll sich ab 2020 die letzte Baulücke am Waldplatz (Waldstraße 12) durch ein Haus mit 25 Wohnungen schließen.

Kostenanteil bei Kita und Kreuzung

Baubürgermeistersterin Dorothee Dubrau (parteilos) sagte, der Kommune sei die Verkaufsabsicht rechtzeitig mitgeteilt worden. An den Pflichten aus dem städtebaulichen Vertrag ändere sich nichts. Dazu gehörten beispielsweise 30 Prozent Sozialwohnungen, die Finanzierung von 54 Kita-Plätzen (in einer Kita mit 100 Plätzen an der Kurt-Schumacher-Straße), der Bau einer neuen Brücke über die Parthe und die Übernahme von zwei Drittel der Kosten einer neuen Kreuzung an der Berliner Straße.

Auf dem Baufeld für den neuen Stadtteil westlich vom Leipziger Hauptbahnhof befand sich einst der Thüringer Bahnhof (hier ein Foto um 1900). Nach der Fertigstellung des größten Kopfbahnhofs Deutschlands 1915 wurden mehrere ältere Bahnhöfe abgerissen – ein Teil ihrer Anlagen auch schon vorher. Quelle: LVZ-Repro

Wie berichtet, gab es nach den Verkäufen bei den beiden anderen Großprojekten auch Kritiken zu hören. Die künftigen Mieten würden durch solche Veräußerungen immer noch teuerer, argumentierte zum Beispiel die Leipziger Linke.

Negativzinsen lassen Preise explodieren

Beim jüngsten Heuer-Immobiliendialog in der Messestadt wiesen Branchenkenner auf folgenden Umstand hin: Wegen der Negativzinsen in der Europäischen Union würden den Projektentwicklern inzwischen sehr hohe Summen für baureife Vorhaben geboten. Bei einem Verkauf könnten sie sofort auf einen Schlag und völlig risikofrei den gesamten Gewinn realisieren, der sonst erst Jahrzehnte später bei einer erfolgreichen eigenen Umsetzung des Vorhabens und guter Vermietung entstanden wäre.

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Von Jens Rometsch

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