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Lokales Handwerkskammer-Chef informiert sich in Connewitz über Arbeitsbedingungen
Leipzig Lokales Handwerkskammer-Chef informiert sich in Connewitz über Arbeitsbedingungen
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22:44 08.05.2017
Holger Martens (rechts), Bäckermeister und Inhaber der Naturbackstube, zusammen mit Thomas Feist (links) und Claus Gröhn. Quelle: André Kempner
Leipzig

Arbeitsamer Einstieg in die Woche: Nicht nur, dass Holger Martens, Bäckermeister der Connewitzer Naturbackstube, bereits seit zwei Uhr morgens in der Bäckerei stand; zur Mittagszeit hatte sich zudem Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig (HWK), für ein Gespräch angekündigt. Mit „im Gepäck“ hatte Gröhn den Leipziger CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Feist und Polizeipräsident Bernd Merbitz.

„Wir wollen schauen, wie die Stimmung und die Lage in den Betrieben ist“, sagte Gröhn zur Begrüßung. Besonders interessierte ihn, was den Unternehmer ärgert, ob die Bäckerei von den Unruhen des vergangenen Jahres in Connewitz betroffen gewesen sei und wie es um die Zukunft der Backstube steht.

Rasch war der enorme Bürokratie-Aufwand als große Hürde ausgemacht: 50 Prozent der Arbeitskraft werden allein für die Geschäftsführung aufgebracht, sagte Martens. Die Zeit würde er lieber mit Backen und dem Entwickeln neuer Produkte verbringen. Zudem seien die hohen Steuerabgaben ein Investitionshindernis. Das sieht auch Gröhn so: „Es muss mehr Netto vom Brutto übrig bleiben“, sagte der Präsident und brachte dabei die HWK-Wahlprüfsteine ins Spiel. Die Prüfsteine seien Forderungen des Handwerks der Region Leipzig an die Politik und sollen kleinen Betrieben beispielsweise ermöglichen, auf mehrere Jahre verteilt bis zu 100.000 Euro steuerfrei zurückzulegen, um davon neue Geräte, Fahrzeuge oder Inventar kaufen zu können. Außerdem seien die Handwerksbetriebe damit auch in der Lage, unerwartet schlechte Zeiten zu überbrücken. Laut Gröhn fordere europaweit derzeit nur Belgien mehr Steuern von Unternehmen als Deutschland.

"Austausch zwischen Bürgern, Handwerk und Polizei"

Mit der Sicherheit habe Martens indes keine Probleme. Die Frage, ob die Naturbackstube bei den Unruhen am 11. Januar 2016 rund um die Wolfgang-Heinze-Straße großen Schaden genommen habe, konnte der Bäckermeister verneinen. „Uns haben sogar Leute geholfen und Fenster verbarrikadiert, bevor es losging. Die Menschen hier helfen sich untereinander“, erklärte Martens.

„Wir sind daran interessiert, einen Austausch zwischen Bürgern, Handwerk und Polizei zu schaffen“, sagte Gröhn. Daher sei auch Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz mit nach Connewitz gekommen. Nach einer Einbruchsserie in Bäckereien und Friseursalons gingen die Leipziger Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer (IHK) bereits 2015 eine Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei ein. Seither können sich Unternehmen unter anderem in puncto Prävention beraten lassen. Mit dem Besuch wollte Gröhn zudem seine Bereitschaft signalisieren, dass bei Bedarf jederzeit der Dialog möglich sei. Von der angesprochenen Einbruchsserie sei die Bäckerei verschont geblieben, ergänzte Martens.

Da die Backstube nach Angaben der Inhaber mit 20 Quadratmetern die kleinste in ganz Leipzig sei, könne kein Lehrling aufgenommen werden. „Ich würde zwar gerne ausbilden“, sagte der Bäckermeister. Bei der geringen Fläche sei dies aber nicht zu realisieren.

Mathias Schönknecht

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