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Lokales „Harmonie“ feiert Jubiläum in Leipzig
Leipzig Lokales „Harmonie“ feiert Jubiläum in Leipzig
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10:01 16.06.2019
Das Gesellschaftshaus Harmonie im Jahr 1891 am Roßplatz. Quelle: Emil Römmler/Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Leipzig

„Frieden, Freundschaft, Gleichgesinntheit …“ Diese und weitere gut klingende Worte stehen zum Anfang einer Festschrift, die anlässlich des 225. Gründungsjubiläums einer ehrenwerten Leipziger Gesellschaft im Jahr 2001 publiziert worden war – die Gesellschaft Harmonie feiert(e), heute wie damals. Und das aus gutem Grund unter dem Motto „Tue Gutes und rede drüber“. Das ist auch heute so, wenn man am kommenden Sonnabend den 25. Jahrestag der Wiederbegründung des Vereins begeht. Man trifft sich in Rötha, Volker Rodekamp, Ex-Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, hält in der St. Georgenkirche den Festvortrag, danach findet das traditionelle Sommerfest statt.

Unter dem Deckmantel eines Tennisvereins aktiv gewesen

Im Jahr 1776 gegründet, gehört die Harmonie zu den ältesten Vereinigungen ihrer Art in Leipzig. „Freuden des Wohltuns und der Unterstützung zu verschaffen“, das hatten sich die Urahnen einst vorgenommen, unbescholtene selbstständige Angehörige der gebildeten Stände konnten Mitglieder der Harmonie werden. Zum ersten Vorstand der Gesellschaft gehörten ein Oberpostkommissar, Ratsherr Dr. Müller, bald Leipzigs Bürgermeister, Universitätsprofessoren, Vertreter der Kaufmannschaft. Die Harmonie durch- und überlebte die Zeiten. 1948 wurde aber auch sie, weil eine bürgerliche Vereinigung, aus dem Register gelöscht. Es sollte nicht ihr Ende sein. 1994 wurde die Harmonie wiederbegründet, die Löschung ihrer Existenz juristisch aufgehoben. „Wir berufen uns auf unsere lückenlose Geschichte. Dafür sorgten nicht zuletzt Mitglieder wie Walter Flemming, der zu DDR-Zeiten Harmonie-Treffen organisierte, und das auch unter dem Deckmantel eines Tennisvereins. Es gibt ein interessantes Dokument, auf dem 1976 zu einer Feier anlässlich des 200. Harmonie-Jubiläums ins Hotel Astoria eingeladen wurde“, weiß Vereinsvorsitzender Volker Schmidt.

Baumpflanzprojekt startet im Herbst

Die Harmonie zählt aktuell 75 Mitglieder, längst sind Frauen darunter. Man trifft sich einmal im Monat (es gibt keine Präsenzpflicht), lädt zum Gespräch kompetente Persönlichkeiten ein, engagiert sich vielfältig für das Wohl in der Stadt Leipzig. So wurde die Registervollendung der Schwalbennestorgel im Paulinum finanziell gefördert wie zuvor die Flüchtlingshilfe. Im derzeitigen Jubiläumsjahr nimmt man sich vor, bewusst etwas für die Nachhaltigkeit zu tun. So wird in Gemeinsamkeit mit der Stiftung Wald für Sachsen ein Baumpflanzprojekt realisiert. Volker Schmidt: „Der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Person und Jahr beträgt 11,6 Tonnen. Wir stellen uns das Ziel, 1500 Bäume, also 20 pro Mitglied, zu pflanzen. Die Aktion, bei der vor allem Buchen, Linden und Eichen stadtnah den Wald ergänzen werden, startet im kommenden Herbst und ist auch ein Beitrag im Kampf gegen den Borkenkäfer, der zuletzt die Wälder stark geschädigt hat.“

Soziales Engagement ist geblieben

Damals, 1776, ging man mit Sammelbüchsen durch Leipzig und reichte auf den Vereinstreffen den Kollektenbeutel herum. Ganz so archaisch verläuft das soziale Engagement heute nicht mehr. Der Grund, warum es die Harmonie gibt, ist indes über die Jahrhunderte gleich geblieben. Der Verein, besser: seine Mitglieder, übernehmen Verantwortung und engagieren sich für das Gemeinwesen in der Stadt, in der sie leben.

Von Thomas Mayer

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