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Lokales Herrenlose Häuser: Stadt Leipzig zahlte bislang mehr als 100.000 Euro an Erben aus
Leipzig Lokales Herrenlose Häuser: Stadt Leipzig zahlte bislang mehr als 100.000 Euro an Erben aus
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23:16 12.11.2013
Herrenloses Haus in der Lionstraße: Das Leipziger Rechtsamt verkaufte seit Mitte der 1990er Jahre Grundstücke, ohne dass ausreichend nach deren Eigentümer gesucht worden war.
Herrenloses Haus in der Lionstraße: Das Leipziger Rechtsamt verkaufte seit Mitte der 1990er Jahre Grundstücke, ohne dass ausreichend nach deren Eigentümer gesucht worden war. Quelle: Andreas Döring
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Die genauen Ansprüche bei einem Großteil der ermittelten Erben müssten aber noch „im Detail geklärt werden“, sagte ein Stadtsprecher. So stünden formale Erbnachweise noch aus.

Die bislang ausgezahlten Beiträge lägen im unteren sechsstelligen Bereich, wovon etwa ein Viertel auf Zinsen entfalle, hieß es. Sie würden aus einem Verwahrkonto beglichen und den städtischen Haushalt daher nicht belasten. Nach früheren Angaben der Stadt ist das Geld aus den Grundstücksverkäufen noch komplett vorhanden. Es handele sich um 6,3 Millionen Euro plus 1,8 Millionen Euro Zinsen, die die Stadt treuhändisch verwalte.

In Leipzig waren in den 1990ern jahrelang Häuser vorschnell für herrenlos erklärt und verkauft worden, ohne ausreichend nach möglichen Erben zu suchen. Erst nach und nach kam das ganze Ausmaß des Skandals ans Licht. Insgesamt geht es um mehr als 700 Immobilien. In über 400 Fällen kam es zum Verkauf. Die Stadtverwaltung hat für die Aufarbeitung das Sonderprojekt „gesetzliche Vertretung“ ins Leben gerufen, dem als Vertrauensperson der ehemalige Präsident des Bundesverwaltungsgerichts Eckart Hien vorsteht.

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