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Leipzig Lokales Hier ziehen bald Regenwürmer und Springschwänze ein
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19:34 11.06.2019
Bislang nur vier biologische Wesen im Forschungsgewächshaus: iDiv-Direktor Christian Wirth, Dirk Diedrichs, Amtschef im sächsischen Finanzministerium, Uni-Rektorin Beate Schücking und Uwe Gaul, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium (von links). Bald sollen hier sehr viel mehr Arten einziehen. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Für Uni-Rektorin Beate Schücking ist es ein „Flaggschiff“. Für Christian Wirth, Direktor des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) ein „Raumschiff“. Und Uwe Gaul (SPD), Staatssekretär im sächsischen Wissenschaftsministerium, nennt das 8,7 Millionen Euro teure Objekt, für das am Dienstag im Botanischen Garten der Schlüssel offiziell weitergereicht wurde, ein „Hightech-Labor in Gewächshausform“. So oder so handelt es sich offenbar um weit mehr als einfach ein Glashaus.

In gut zweijähriger Bauzeit hat der Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement das neue iDiv-Forschungsgewächshaus auf rund 1000 Quadratmetern erbaut. Knapp die Hälfte der Fläche – 460 Quadratmeter – ist in zwölf kleinteilige Anzucht-Kabinen aufgeteilt, die über Schleusen verbunden sind. Hier können die Wissenschaftler verschiedene Szenarien durchspielen, die in freier Wildbahn nicht möglich sind: Was passiert in einem Ökosystem, wenn sich die Temperatur ändert oder die Luftfeuchtigkeit? Wie reagiert das gesamte Gefüge, wenn eine Art verschwindet oder eine neue hinzukommt?

„Hightech-Labor in Gewächshausform“: neues Gebäude im Leipziger Botanischen Garten zur Erforschung von Biodiversität. Quelle: Christian Modla

Laborräume auf etwa 400 Quadratmetern unter demselben Dach ermöglichen es den Forschern, sich das Ganze zum Beispiel umgehend unterm Mikroskop anzuschauen. „Das Gewächshaus gibt uns eine unglaubliche Flexibilität“ – iDiv-Chef Wirth, gleichzeitig Direktor des Botanischen Gartens, ist voller Vorfreude. Demnächst sollen nicht nur Erde und Pflanzen, sondern Regenwürmer, Springschwänze, Rollasseln die Tröge bevölkern. Ein Techniker und ein Gärtner werden sich um diese Artenvielfalt kümmern – und etliche der 263 iDiv-Wissenschaftler und 122 iDiv-Mitglieder aus den Unis von Leipzig, Halle, Jena und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Nebenbei ist das Gewächshaus ein Pilotprojekt: Unter anderem mit Hilfe einer solarthermischen Anlage aus Vakuumröhrenkollektoren soll die Energiebilanz CO2-neutral bleiben. Die Europäische Union hat sich daher mit 5,3 Millionen Euro am Bau beteiligt.

Wie wichtig es ist, die Vielfalt von Arten und Ökosystemen zu erforschen, sei 2012, als die Deutsche Forschungsgemeinschaft die millionenschwere iDiv-Gründung ermöglichte „nicht annähernd so deutlich gewesen wie heute“, so Uni-Rektorin Schücking. Weshalb das Zentrum, das im März 2020 eine neue Bleibe auf der Alten Messe beziehen soll, auch „ein Flaggschiff für die Zusammenarbeit im Universitätsbund Halle-Jena-Leipzig“ sei, findet sie.

Von Mathias Wöbking

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