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Lokales Leipzig-Fotografien: Wie sich die Stadt in bewegten Jahren veränderte
Leipzig Lokales Leipzig-Fotografien: Wie sich die Stadt in bewegten Jahren veränderte
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07:18 10.12.2019
Der Brühl/Nikolaistraße mit dem Geschäftshaus Rauchwaren der Gebrüder Felsenstein um 1920. Zu sehen in der neuen Ausstellung "Silber auf Glas“ mit Leipzig-Fotografien des Ateliers Hermann Walter aus den Jahren 1912 bis 1935.  Quelle: Atelier Hermann Walter © Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Leipzig

Es gibt keinen „genetischen Fingerabdruck“ auf den Glasplatten. „Deshalb können wir die Fotos auch keinem konkreten Fotografen zuordnen“, sagt Christoph Kaufmann, der die Fotothek des Stadtgeschichtlichen Museums leitet. Die Bilder stammen aber allesamt aus dem Atelier Hermann Walter. Als Leipzigs berühmter Stadtfotograf 1909 starb, wurde sein Atelier von Sohn Karl Walter und dem Schwager Bernhard Müller unter seinem Namen weitergeführt. Leipzig-Fotografien aus den bewegten Jahren 1913 bis 1935 sind nun in einer Sonderschau „Silber auf Glas“ zu sehen, die am Dienstag im Haus Böttchergäßchen 3 öffnet.

Die Ausstellung „Silber auf Glas“ im Stadtgeschichtlichen Museum im Böttchergäßchen 3 zeigt erstmals etwa 280 Fotografien der Firma Walter aus den bewegten Jahren 1913 bis 1935.

Gezeigt werden erstmals etwa 280 Fotografien, die ein Abbild der aufstrebenden Großstadt im frühen 20. Jahrhundert bieten. Dabei gibt es sogar eine Schatzkammer mit ausgewählten Glasplatten zu bestaunen. „Viele, die heute ihr Smartphone benutzen, können sich gar nicht mehr vorstellen, wie es war, so eine Fotografie herzustellen“, sagt Anselm Hartinger, der Direktor des Museums. Fotografie war damals ein sehr aufwändiges Handwerk. Die Glasplatten wurden mit einer hochsensiblen Silberlösung imprägniert. „Diese Verbindung von Silber und Glas ermöglicht bis heute hochwertige Reproduktionen“, so Fotoexperte Kaufmann.

Das Plattenarchiv war wie ein „Lotto-Gewinn“

Für das Museum war es wie ein „Lotto-Gewinn“: Als sich das Atelier Walter im Juli 1935 auflöste, erhielt es das Plattenarchiv mit rund 4000 Aufnahmen. Weitere Glasplatten konnten in den letzten Jahren erworben werden. Das Atelier hat sich vornehmlich der Architekturfotografie gewidmet und den Bau vieler Gebäude begleitet, die noch heute das Stadtbild prägen. Hinzu kommen Fotodokumente, die beispielsweise die aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrenden Truppen 1919 zeigen oder einen Blick auf die beim Kapp-Putsch errichteten Barrikaden 1920 gestatten.

Eindrücke bekommt der Besucher zunächst vom Jahr 1913, in dem neben dem Völkerschlachtdenkmal viele öffentliche Gebäude eingeweiht wurden – etwa das Krankenhaus St. Georg. Wer genau hinschaut, kann sogar sehen, dass in einem Krankensaal bis zu 30 Betten aufgestellt waren. Die Fotografen dokumentieren zudem Fortschritte bei der Motorisierung der Großstadt, bieten Einblicke in private Salons oder in viele Freizeitaktivitäten.

Auf Zeitreise an der „Selfie-Station“

Die Sonderschau versucht, ein Straßenlabyrinth nachzuahmen. Auch Pappfiguren, die diese Szenerie beleben, sind bei dieser Zeitreise zu sehen. „Wir haben eine Wand mit Möbeln aus dem Theaterfundus aufgebaut. Das ist unsere Selfie-Station. Wir hoffen, damit vor allem junge Leute etwas scherzhaft ins Thema einführen zu können“, so Museumsdirektor Hartinger. Zur Schau erscheint übrigens bei Pro Leipzig das Buch zum Atelier Walter: „Neues aus Beton und Stahl“ (Preis: 24 Euro).

Eröffnung ist am 10. Dezember, 18 Uhr. Dann ist die Ausstellung bis 19. April 2020 geöffnet, Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen nichts.

Mehr zum Thema: Blick in die Vergangenheit: Das historische Leipzig in Bildern

Von Mathias Orbeck

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